erdbeben

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ulysses : 6.02 – Einen Tag lang habe mit meiner Antwort an Jennifer 7 gewartet. Vor wenigen Stunden folgende kurze Email­notiz: Liebe Jennifer, ich verstehe, dass Sie unruhig geworden sind. Bitte haben sie etwas Geduld, ich weiß um Ihr Leid, ahne, was es bedeutet, wenn man nicht schlafen kann, weil Schritte von Menschen in nächster Nähe über die Decke spazieren. Man glaubt ihre Schatten zu sehen jenseits der Bast­matten, der Steine, der Hölzer. Wenn es einmal still ist, dann wartet man in dieser Stille auf das nächste Geräusch, das den Schlaf zerreißen wird, alles schon da todsi­cher in der Zukunft, all das Getöse, weil man an es denkt, weil es nicht anders sein kann, jede leise Erschüt­te­rung des Bodens eine Erschüt­te­rung der Welt, Erdbeben, Tragödie. Man möchte sich erheben, man möchte sich kämmen, Hemd und Hose sind bereits über­ge­worfen, so tritt man auf den Flur, um sich zur Beschwerde aufwärts zu begeben. Man klopft an eine Tür. Man sieht einen Schatten hinter dem Bull­auge des Spions: BIST DU ALSO DA! Aber niemand öffnet die Tür. Auch nach Minuten des Wartens nicht. Und dann ist man doch noch einge­schlafen, meine liebe Jennifer 7, man schläft vor Erschöp­fung, man schläft mit geöff­neten Augen unter dem Schwa­nen­hals. – Donnerstag. Leichter Regen. Es ist kalt geworden über Nacht. Noch immer habe ich keine Antwort auf die Frage gefunden, weshalb Kiemen­men­schen, sobald sie schlafen oder sich küssen, Kopf nach unten in ihren Wasser­woh­nungen schweben. – stop

polaroidemergency

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