februarbrief

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romeo : 0.15 — Noch war Feb­ru­ar gewe­sen, da ver­fasste ich einen Brief an ein Mäd­chen, das ich bere­its kan­nte, als sie noch nicht laufen kon­nte. Sie heißt Rosario, was eigentlich nicht ganz richtig ist, weil das natür­lich an dieser Stelle nicht ihr wirk­lich­er Name sein darf. Aber dass ich ihr Patenonkel bin, ist eine Tat­sache, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Rosario, ein zauber­haftes Wesen, wohnt jet­zt in Brook­lyn, New York, und zwar in der Hicksstreet nahe eines Haus­es, in dem Arthur Miller sein Dra­ma Tod eines Hand­lungsreisenden notierte. Genau dor­thin nun schick­te ich meinen Brief, einen papiere­nen Brief in einem Luft­pos­tum­schlag, den ich in ein Päckchen zu ein­er Büch­ersendung steck­te. Ich schrieb, — ich darf das zitieren, weil ich die Erlaub­nis dazu erhal­ten habe -, fol­gende Zeilen: “Liebe Rosario, hier­mit sende ich Dir ein spek­takuläres Buch, einen Kat­a­log Leanne Shapton’s, der mich Tage lang begeis­terte. Von ein­er Liebe wird berichtet, Du soll­test sie unbe­d­ingt lesen, eine wun­der­volle, in selt­samer Weise erzählte Geschichte. Was das Buch wohl bei sich denken mag, jet­zt da es nach ein­er Schiff­s­reise über den Atlantik her, im Flugzeug wieder zurück nach Ameri­ka hin getra­gen wer­den wird? Gut, wir wer­den das vielle­icht niemals her­aus­find­en, oder, sag, hast Du gel­ernt mit den Büch­ern selb­st zu sprechen? Erin­nerst Du Dich noch an Abende, da ich Dir vorge­le­sen habe? Du lagst auf meinem Bauch, eine kleine Katze, und ein­mal legtest Du Dein Ohr an meine Stirn, und woll­test meine Gedanken hören. Und als Du nichts vernehmen kon­ntest, sagtest Du zu mir mit großen Augen: Du musst lauter denken, Louis, ich kann dich nicht hören! Viel Vergnü­gen beim Lesen und Schauen wün­scht Dir Dein Louis”

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