harlem : artist südwärts

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char­lie : 0.06 — Kurz nach 8 Uhr abends betritt ein hochgewach­sen­er, schön­er Mann den Sub­way­wag­on, in dem ich sitze. Er trägt eine rote Hose, die schillert, Turn­schuhe von schwarz­er Farbe, einen Gür­tel von Schlangen­haut, davon abge­se­hen scheint der Mann unbek­lei­det zu sein, die schwarze Haut seines Oberkör­pers glänzt, auch die Haut seines Kopfes, auf dem sich kein­er­lei Haar befind­et. Er kommt also here­in, Höhe 168. Straße, geschmei­dig, vol­lzieht einen Hand­standüber­schlag und hängt sich, Kopf nach unten, an eine der Hal­tes­tangen, die sich in den Wag­ons der Lin­ie C befind­en. Eine leichte, schaukel­nde Bewe­gung, ich kön­nte sagen, eine Bewe­gung der Ruhe vor dem Sturm, die Augen geschlossen, gle­ich wer­den sich die Arme des Mannes über das Gestänge des Wag­ons bewe­gen, er wird den Reise­be­häl­ter, der von zahlre­ichen Men­schen bewohnt, durch den Unter­grund der Insel Man­hat­tan rat­tert und schep­pert, durchmessen, ohne den Boden mit seinen Füssen zu berühren, laut­los, bebende Muskeln, Arme, Rück­en, Bauch, indem sich ein Arm des Mannes von der Stange löst, wird er an den Schwin­gen ein­er Hand gegen den Süden fliegen, um einen weit­eren Hand­vo­gel nach sich zu ziehen, bald mit Hand No 3 und Hand No 4, die bei­de Schuhe tra­gen, nach offe­nen Räu­men zie­len, um Fahrt aufzunehmen, ein segel­nder Kör­p­er, mal gestreckt, dann wieder zu einem Ball gewor­den, der sich um eine der senkrecht­en Stan­gen windet, die das Dach des Zuges zu hal­ten scheinen, ein Hut indessen, der mal da mal dort unter den Nasen der Staunen­den vorüber kommt, gle­ich ist es soweit, 166. Straße, noch eine, noch eine halbe Sekunde. — stop

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