karawane

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delta : 0.02 — Auf dem Broad­way wan­derte eine Karawane men­schlich­er Träger süd­wärts. Ich fol­gte dieser merk­würdi­gen Erschei­n­ung von der 30. bis zur 8. Straße an einem windi­gen Tag. Die Sonne leuchtete tief vom Hud­son her, Staub war in der Luft, die Män­ner, die sich sehr langsam bewegten, hus­teten und niesten. Sie waren alle sehr ordentlich gek­lei­det, Anzüge von dunkel­grauer Farbe und Krawat­ten in unter­schiedlich­er Musterung. Außer­dem tru­gen sie fin­ger­bre­ite Schilder über ihren Herzen von japanis­chen Schriftze­ichen beset­zt. Ich erin­nere mich, dass ich mich wun­derte, weil die Män­ner nicht miteinan­der sprachen. Sie bilde­ten eine lin­ien­för­mige Ein­heit, ein­er der Träger führte diese Lin­ie an, er war sozusagen ihr Kopf. Sobald dieser Mann nun eine Kreuzung erre­ichte, blieb er ste­hen und wartete, bis die Ampel der Kreuzung zunächst rot wurde und dann wieder grün. Ein Mann stand jet­zt exakt hin­ter dem anderen, in dem sie sehr geschickt ihren Bal­last auf ihren Köpfen bal­ancierten, jed­er Träger einen Kar­ton. Indessen schien die Karawane der grauen Män­ner jenen Men­schen, die mit oder gegen ihre Laufrich­tung über die Straßen eil­ten, nicht beson­ders aufz­u­fall­en. Für einen Moment hat­te ich die Idee, sie wären vielle­icht unsicht­bar, genauer, sie wären nur für mich sicht­bar gewe­sen, rein­er Unsinn natür­lich, weil der Raum, den die Karawane auf Gehwe­gen und Straße ein­genom­men hat­te, respek­tiert wurde. Etwa drei Kilo­me­ter liefen sie so ruck­weise süd­wärts dahin, um dann in der 8. Straße in einem Back­stein­haus zu ver­schwinden. Ende der Geschichte ein­er Beobach­tung. Es ist Mon­tag. In den Kas­tanien vor dem Fen­ster das Sum­men der Nacht­bi­enen. – stop
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