malta : operation odyssey dawn

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echo : 22.01 – Zu Fuß die Straße von Mdina rauf zu den felsigen Höhen, ihrem groß­ar­tigen Blick südwärts über das Meer. Links und rechts der asphal­tierten Straße, Felder, wie in Fächer gelegt von stei­nernen Wällen umgeben. In den Blät­tern der Kakte­en­ge­wächse sitzen Schne­cken in Höhlen und schmausen vom faulig gewor­denen Fleisch. Was ich höre in diesen Minuten des Laufens ist der Wind, der sich an den Wider­ständen der wilden Land­schaft reibt. Er scheint gegen die steilen Felsen, die schon in nächster Nähe sind, himmel­wärts zu pfeifen, ein afri­ka­ni­scher Wind an diesem Tag ein Mal mehr, ein Wind aus einem mili­tä­ri­schen Opera­ti­ons­ge­biet, das einen Namen trägt: Odyssey Dawn. Aber vom Krieg ist nichts zu sehen an dieser Stelle, in diesem Moment, da ich die Cliffs erreiche, wie mein Augen­licht sich zu einem Kame­ra­licht verwan­delt, wie das Land unter den Füßen weicht, wie ich für einen kurzen Moment glaube, abheben zu können und zu fliegen weit raus auf  himmel­blaue Wasser­fläche, deren Ende nicht zu erkennen ist. Kein Flug­zeug, kein Schiff, außer einem klei­neren Boot, das auf dem Weg nach Misurata sein könnte, einge­schlos­senen Menschen Mehl und Medi­ka­mente zu bringen. Tauben lungern im bereits tief über dem Hori­zont stehenden Licht der Sonne auf warmen Steinen, Eidechsen, grün und blau und golden schim­mernd, sitzen erho­benen Kopfes und warten. Sie benehmen sich, als hätten sie noch nie zuvor ein mensch­li­ches Wesen gesehen.

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