olkiluoto

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romeo : 0.01 – Im Doku­men­tar­film Into Eter­nity aus dem Jahr 2010 eine äußerst span­nende Frage entdeckt: Ob viel­leicht das Endlager für Atom­müll Onkalo, auf der finni­schen Halb­insel Olkiluotoi gelegen, welches um das Jahr 2100 herum für alle Zeit versie­gelt werden wird, an Ort und Stelle vorsichtig markiert oder aber in einen Zustand versetzt werden sollte, dass es von Menschen vergessen werden könnte? Ein viel­stim­miger Text geht dieser Frage nach: Ja, es exis­tiert einer­seits der philo­so­phi­sche Ansatz, dass es sinn­voll wäre, das Atom­müll­lager Onkalo zu vergessen, eine Entde­ckung wäre demzu­folge nur durch Zufall denkbar. Wie aber ist es möglich Vergessen zu orga­ni­sieren? Ander­seits könnte man das Endlager markieren. Ein nahe liegendes Modell wäre ein Stein mit einem Text darauf in geläu­figen Spra­chen der UN, je mit Hinweisen auf weitere Marker mit je weiter­füh­renden Infor­ma­tionen bis hin zu einer stei­nernen Biblio­thek, die in unter­ir­di­schen Räumen ange­legt werden könnte. Haupt­bot­schaften sind: Dies ist ein gefähr­li­cher Ort, bitte stört die Ruhe dieser Anlage nicht! Bild­sprache käme nun ins Spiel, dras­ti­sche Symbole oder abwei­send gestal­tete Land­schaften, welche aller­dings nicht zwin­gend wirkungs­voll sein werden. In Norwegen exis­tiert ein uralter Stein, dessen Unter­seite mit einer Runen­in­schrift versehen war: Do not move. Diese Warnung wurde von neuzeit­li­chen Archäo­logen komplett igno­riert. Wenn wir die Zeit spie­geln und 100000 Jahre in die Vergan­gen­heit blicken, müssen wir einsehen, wir haben mit unseren Vorfahren, den “Nean­der­ta­lern”, sehr wenig gemein. Es könnte sein, dass Menschen der Zukunft, die auf das Lager stoßen, über eine ganz andere Erschei­nung verfügen, über andere Sinne und Bedürf­nisse als mensch­liche Wesen unserer Zeit. Die Frage ist völlig offen, ob ein vernunft­be­gabtes Wesen in Zukunft irgend­etwas sinn­voll inter­pre­tieren könnte oder wollte. In aller Kürze: Niemand weiß irgend­etwas! Es ist exis­tiert die Notwen­dig­keit einer Entschei­dung trotz Unwäg­bar­keit. Man muss zu diesem Zeit­punkt sagen, was man weiß, und man muss sagen wovon man weiß, dass man es nicht weiß, und auch wovon man nicht weiß, dass man es nicht weiß. – stop

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