schatten

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echo : 0.22 — Vor eini­gen Jahren stellte ich mir vor, wie ich eines Tages erwache und jedes Wort erin­nern könne, das ich von diesem Moment des Erwachens an denken würde, erin­nern jedes mein­er Selb­st­ge­spräche, auch jene Gedanken, die ich nie wirk­lich bemerke, weil sie so schnell vorüberziehen, dass ich sie vor­dem bere­its vergessen habe, in dem ich mich schon in dem näch­sten Gedanken­z­im­mer befinde. Nichts, über­legte ich, würde von diesem Moment an noch ver­loren gehen. Auch alle Sätze nicht, die ich hören oder lesen werde, sobald ich das Haus ver­lasse, Notizzettel, Einkauf­s­lis­ten, Frag­mente von Zeile zu Zeile fal­l­en­der Anzeigetafeln an Flughäfen oder Bahn­höfen, Zeitungsar­tikel, Film­di­aloge, alles das würde gespe­ichert sein und kön­nte zu jed­er Zeit in genau der Rei­hen­folge wieder­holt wer­den, in der es von leisen Wörter­stim­men aufgeze­ich­net wurde. Ich fragte, was würde mit mir geschehen? Wie lange Zeit kön­nte ich mit diesem Ver­mö­gen aus­ges­tat­tet über­leben? In welch­er Art und Weise würde ich mich erin­nernd durch meine Verze­ich­nisse bewe­gen? Würde ich nicht vielle­icht in einem dieser Mag­a­zine auf der Suche nach einem Wort, einem Satz, ein­er Erin­nerung, für immer ver­schwinden? — stop

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