stimmen zu st. georg

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echo : 0.28 — Ein Spazier­gang über den alten Münch­n­er Fried­hof St. Georg. Ich stand vor Liesl Karl­stadts Grab, plöt­zlich hörte ich ihre Stimme, die von irgend­wo her aus den Kas­tanien­bäu­men in näch­ster Nähe zu kom­men schien. Orangen­far­bene Blüten, Fuch­sköpfen ähn­lich, lungerten auf dem kleinen Karl­stadthügel. Blaue Füh­lerkäfer het­zten über sandi­gen Boden. Wald­bi­enen, Mooshum­meln, Rau­pen­fliegen, es sir­rte und brummte in allen möglichen Tönen. Auf dem Gedenkstein für Rain­er Wern­er Fass­binder hock­te ein Marienkäfer von Holz, der Schirm eines Fächer­a­horns spendete Schat­ten. Auch an Fass­binders Stimme kon­nte ich mich sofort erin­nern, ohne einen konkreten Satz aus seinem Munde zu vernehmen. Es war ganz so, als wür­den die Stimme in meinem Kopf eine Stimme simulieren. Erich Käst­ner allerd­ings war mir entwed­er abhan­den gekom­men oder ich habe seine Stimme tat­säch­lich noch nie in meinem Leben gehört. Aber den Sedl­mayr, Wal­ter, erin­nerte ich unverzüglich und auch die angenehm warme Stimme Bernd Eichingers, der so plöt­zlich gestor­ben war. Som­mer­fä­den schwebten durch die Luft. Das Rascheln der Eich­hörnchen unterm Efeu. Über mir ein blau­grauer, blitzen­der Him­mel. Es duftete nach Zimt, warum? Irgend­wo in meinem Kopf, ich spürte das genau, muss eine Erin­nerung an die Stimme Oskar Maria Grafs zu find­en sein. Und wenn ich nun noch zwei oder drei Stun­den auf meinem Sofa sitze und lausche in dieser stillen Nacht, wird sie vielle­icht hör­bar wer­den. — stop

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