ai : IRAN

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MENSCH IN GEFAHR : “Die iranis­che Men­schen­rechtsvertei­di­gerin und gewalt­lose poli­tis­che Gefan­gene Narges Moham­ma­di befind­et sich seit dem 27. Juni im Hunger­streik. Sie protestiert damit gegen die fort­ge­set­zte Weigerung der Behör­den, ihr den tele­fonis­chen Kon­takt zu ihren neun­jähri­gen Zwill­in­gen zu ermöglichen. Da Narges Moham­ma­di schw­er krank ist und mehrere Medika­mente nehmen muss, sind ihre Gesund­heit und ihr Leben auf­grund des Hunger­streiks noch mehr gefährdet. Die bekan­nte Men­schen­rechtsvertei­di­gerin und gewalt­lose poli­tis­che Gefan­gene Narges Moham­ma­di ist am 27. Juni in einen Hunger­streik getreten. Sie sieht darin die let­zte Möglichkeit des Protests gegen die anhal­tende Weigerung der Behör­den, ihr den tele­fonis­chen Kon­takt zu ihren Kindern zu erlauben. Ihre inzwis­chen neun­jähri­gen Zwill­inge mussten vor einem Jahr ins Aus­land zu ihrem Vater ziehen, da sich im Iran seit der Inhaftierung von Narges Moham­ma­di im Mai 2015 nie­mand um sie küm­mern kon­nte. Die Men­schen­recht­lerin durfte im ver­gan­genen Jahr lediglich ein Tele­fonge­spräch mit ihren Kindern führen. Am 27. Juni schrieb sie aus dem Evin-Gefäng­nis einen Brief, in dem sie ihren Hunger­streik ankündigte. Darin erk­lärte Narges Moham­ma­di, dass alle ihre Anträge auf tele­fonis­chen Kon­takt zum ihren Kindern abgelehnt wor­den seien, bis ihr am 2. April auf schriftliche Anweisung des Staat­san­walts von Teheran ein zehn­minütiges Gespräch mit ihren Zwill­in­gen erlaubt wor­den sei. Sie schrieb: “Ich kann mich nicht mehr an ihre Stim­men erin­nern. Ihre Fotos ste­hen nicht mehr neben meinem Bett. Ich kann es nicht mehr ertra­gen, sie anzuschauen … [Die Behör­den] betra­cht­en es als Ver­brechen, dass ich eine Men­schen­rechtsvertei­di­gerin bin. Aber noch schmerzhafter ist, dass sie mir voren­thal­ten, Frau und Mut­ter zu sein. Bis zum Tag an dem ich sterbe und für immer ver­s­tumme, werde ich protestieren und ich werde das alles nie vergessen.” Im Feb­ru­ar 2016 hat­te sie einen offe­nen Brief an die Ober­ste Jus­ti­za­u­torität geschrieben, in dem sie beklagte, dass die Behör­den ihr den tele­fonis­chen Kon­takt mit ihren Kindern ver­weigerten, um sie noch mehr zu bestrafen. Narges Moham­ma­di ist schw­er krank. Sie lei­det an ein­er Lun­genem­bolie (ein Blut­gerinnsel in ihren Lun­gen) und an ein­er neu­rol­o­gis­chen Erkrankung, die zu Kramp­fan­fällen und Läh­mungser­schei­n­un­gen führt. Sie benötigt eine per­ma­nente fachärztliche Behand­lung, die im Gefäng­nis nicht möglich ist. Zudem muss sie täglich Medika­mente ein­nehmen. Der Hunger­streik bedeutet eine weit­ere Gefahr für ihre Gesund­heit und ihr Leben. Am 3. Juli wurde sie aus dem Teheran­er Evin-Gefäng­nis ins Kranken­haus Iran Mehr in Teheran gebracht, um Rou­tine­un­ter­suchun­gen wegen ihrer Lun­genem­bolie vornehmen zu lassen. Narges Moham­ma­di wurde in einem unfairen Gerichtsver­fahren im April 2016 in mehreren Anklagepunk­ten für schuldig befun­den und zu 16 Jahren Gefäng­nis verurteilt. Die Anklagepunk­te lauteten auf “Grün­dung ein­er ver­bote­nen Grup­pierung” und “Ver­bre­itung von Pro­pa­gan­da gegen das Sys­tem”. Sie ver­büßt bere­its eine sech­sjährige Haft­strafe, die in einem sep­a­rat­en Ver­fahren gegen sie ver­hängt wurde. Die Schuld­sprüche ste­hen alle in Zusam­men­hang mit ihrer Men­schen­recht­sar­beit.” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­lene schriftliche Aktio­nen, möglichst unverzüglich und nicht über den 17. August 2016 hin­aus, unter > ai : urgent action

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