greenwich village : verschwinden

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echo : 0.12 — New York ist ein aus­geze­ich­neter Ort, um unterzu­tauchen, zu ver­schwinden, sagen wir, ohne aufzuhören. Ich stellte mir vor, wie ich in dieser Stadt Jahre spazieren würde und schauen, mit der Sub­way fahren, auf Schif­f­en, im Cen­tral Park liegen, in Cafés sitzen, durch Brook­lyn wan­dern, ins The­ater gehn, ins Kino, Jazz hören, sein, anwe­send sein, gegen­wär­tig, ohne aufz­u­fall­en. Ich kön­nte existieren, ohne je ein Wort zu sprechen, oder vielle­icht nur den ein oder anderen höflichen Satz. Ich kön­nte Nacht,- oder Tag­men­sch sein, nie würde mich ein weit­er­er Men­sch für eine län­gere Zeit als für eine Sekunde bemerken. Sehen und vergessen. Wenn ich also ein­mal ver­schwinden wollte, dann würde ich in New York ver­schwinden, vor­sichtig über Trep­pen steigen, jeden Rumor mei­den, den sen­si­blen New York­er Blick erler­nen, eine kleine Woh­nung suchen in ein­er Gegend, die nicht allzu anstren­gend ist. In Green­wich Vil­lage vielle­icht in ein­er höheren Etage sollte sie liegen, damit es schön hell wer­den kann über  Schreibtisch und Schreib­mas­chine. Ich kön­nte dann von Zeit zu Zeit ein Ton­bandgerät in meine Hosen­tasche steck­en und einen oder zwei mein­er Tage verze­ich­nen, nur so zur Vor­sicht, um nachzuhören, ob ich nicht vielle­icht schon zu ein­er selb­st­sprechen­den Mas­chine gewor­den bin. — stop
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