im pullmannwagen

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himalaya : 6.46 — Seit eini­gen Stun­den sind heftige Arbeits­geräusche, — Häm­mern, Bohren, Sägen -, aus dem kleinen Raum zu vernehmen, der sich neben meinem Arbeit­sz­im­mer befind­et, und Män­ner­stim­men, die scherzen und pfeifen. Ich will das schnell erzählen, es han­delt sich um einen Vor­gang der Mon­tage, weil zwei Handw­erk­er damit beschäftigt sind, einen Eisen­bahn-reisewag­on, genauer, die Abteilscheibe eines Zuges, zu ver­schrauben, die mir gestern Nach­mit­tag bei äußerst schlechtem Wet­ter in Einzel­teilen angeliefert wor­den waren. Ich habe keinen wirk­lichen Aus­blick auf das, was dort im Einzel­nen geschieht, aber ich kann das feine Led­er der Sitze des alten Pull­man­nwa­gens bere­its riechen, den ich mir wün­schte, um darin jed­erzeit fahren und arbeit­en zu kön­nen. Ein großar­tiges Erleb­nis soll das sein, Stunde um Stunde im his­torischen Wag­on zu sitzen und zu schauen und zu schreiben oder zu schlafen, das rhyth­mis­che Geräusch der Schwellen, som­mer­liche Rhein­land­schaften, die auf Bild­schirm­fen­stern vorüberziehen. Die Stimme eines Schaffn­ers, der sich nach Fahrkarten erkundigt, sie kommt näher, der Mann grüsst durch das Fen­ster der Tür in meine Rich­tung, immer wieder wird er kom­men, ohne je das Abteil zu betreten, in dem ich sitze. Kinder tollen auf den Wag­on­fluren herum, irgend­wo schre­it jemand, dass endlich Ruhe sein soll, Tanz­musik vom Nach­barabteil, Reisende vertreten sich die Beine, zeigen auf Dampfer­schiffe draußen auf dem Fluss, auch sie sind Bild­schirmwe­sen, dreißiger Jahre, sehr gut gemacht. Ein Kom­büsen­wägelchen schep­pert vorüber, ein Bahn­hof, eine Uhr, es wird dunkel und plöt­zlich tief ste­hende Sonne über den wilden zorni­gen Bäu­men, die geduckt in ein­er Schnee­land­schaft ste­hen, bald, in weni­gen Minuten, wer­den wir Oslos Zen­tral­sta­tion erre­ichen. — stop
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