kongo

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india : 5.55 – Sobald ich einen Satz selt­samer Dinge gedacht habe, freu ich mich, kann dann nicht bleiben, springe auf, wenn ich sitze, oder springe in die Luft, wenn ich bereits auf meinen Beinen gestanden habe. Viel­leicht würde ich lächeln, wenn ich mich selbst bei der Arbeit beob­achten könnte. Ich sollte einmal einen Nacht­film drehen, wie ich nachts durch die Wohnung hüpfe. Oder in einer U-Bahn in die Luft springe. Oder im Schlaf ein Rad schlage, weil ich sehr gerne im Schlaf selt­same Dinge vorbe­reite für Sätze im Wachen. – Ein ganz anderes, selt­sames Ding, das ich nicht erfunden habe, ist das Folgende. Ich hörte, im Kongo sollen seit dem Jahre 1998 vier Millionen Menschen in einem Bürger­krieg getötet worden sein. Sie wurden von der Cholera ausge­trocknet, starben an seeli­schen Qualen, weil sie Frauen waren, die man verge­wal­tigte, Macheten trennten sie von ihren Händen, Armen, Beinen, oder sie wurden ganz einfach nur erschossen, ohne dass darüber in unseren Fern­seh­ge­räten gespro­chen wurde. Ange­sichts dieser merk­wür­digen Vorstel­lung habe ich über­legt, dass ich viel­leicht lernen sollte, den Schatten nicht gesen­deter Bilder wahr­zu­nehmen. Ich könnte mich also hinter einen Bild­schirm setzen und würde, das ist denkbar, einen genaueren Blick auf die Welt da draußen haben, als würde ich von vorne betrachten, was darge­boten wird.

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