mr. ruby

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sier­ra : 0.02 — Eine Dachwoh­nung im 32. Stock eines Haus­es an der Madi­son Avenue. Aufzüge fahren nur noch bis zum 20. Stock, das Gebäude scheint langsam zu ver­fall­en, irgend­je­mand will Rat­ten in der 15. Etage gese­hen haben. Der Bewohn­er des kleinen Habi­tats, ein Mann von 72 Jahren, geht kaum noch vor die Tür. Er kann sich glück­licher­weise einen Boten leis­ten, der seine Hem­den und Hosen zur Reini­gung bringt, Einkäufe erledigt, Post aus dem Briefkas­ten holt, seinen Kühlschrank füllt. Zudem geniesst er einen großar­ti­gen Aus­blick auf die Stadt. Vor den Fen­stern der Woh­nung warten Teleskope, die wie größere Stelz­jagdvögel auf lan­gen Beine ste­hen. Es geht ihm nicht darum, in der Nacht heim­lich Men­schen zu betra­cht­en, in Woh­nun­gen zu spähen, wie man vielle­icht meinen möchte, nein, es geht darum das Licht zu beobacht­en, dort wo zu viel Licht ist, wo man ver­säumte, das Licht auszuschal­ten. Zum Beispiel am ver­gan­genen Sam­stag, da bran­nten in einem Gebäude der Hafen­be­hörde Höhe 48. Straße im sech­sten Stock noch ein paar Bir­nen. Unverzüglich wurde von der Madi­son Avenue aus ein Tele­fonge­spräch geführt: Hal­lo, guten Abend, hier Ruby, spreche ich mit Mr. Bale, oh, leit­en sich mich doch bitte an die Hausver­wal­tung weit­er! Kurz darauf sehe ich Ruby nach Süd­west­en spähen. Ich bemerke ihn über­haupt zum ersten Mal in voller Größe. Ein klein­er Mann, der immer einen Hut trägt, einen Cameron Pork Pie, mehrfach gewaschen, ich kann nicht sagen, warum ich das weiß. Ich seh ihn genau, er ist bar­fuss, seine Kon­tur, seinen Umriss, fast bewe­gungs­los vor dem Licht­meer der großen Stadt ste­hen. Und ich hör ihn seufzen als im 8. Stock der Hafen­be­hörde das Licht erlis­cht, eines nach dem anderen, Zim­mer für Zim­mer. Und schon wech­selt er das Fen­ster und späht wieder in die Stadt hin­aus. Stadt­pläne liegen auf dem Boden der Woh­nung herum. Es ist kurz vor Mit­ter­nacht. Ein Frachtschiff fährt den Hud­son her­auf. Natür­lich scheint diese Geschichte aus sehr unter­schiedlichen Grün­den nicht möglich zu sein. Erster Ver­such. — stop

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