rom : winde

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sier­ra : 8.52 — Leichter Luftzug von Süden, schwere Hitze. Spazierte im Colos­se­um, prächtige Ruine, The­ater der Grausamkeit. Da muss über­all noch ural­ter Knochen­staub im Boden ver­bor­gen sein, Mate­ri­alen vom Tiger, vom Flusspferd, von Giraf­fen, von Men­schen. Gestern hat­te der öffentliche Dienst der Stadt gestreikt, auch die Funk­tionäre der Are­na, weswe­gen an diesem Tag tausende Besuch­er zusät­zlich Zutritt wün­schen. Eine lange Rei­he Wartender, hun­derte Meter weit in der Sonne tief unten auf der Straße. Robot­er­maschi­nen der Straßen­reini­gung dösen im Schat­ten der Pinien. Glad­i­a­torenim­i­ta­toren ste­hen zur Fotografie bere­it. Pfer­de­hufe klap­pern die Via di San Gre­go­rio auf und ab. Über das Forum Romanum gle­ich gegenüber fegt ein Wind, der sich genau auf diesen his­torisch bedeu­ten­den Bezirk zu beschränken scheint, es ist ein graben­der, wirbel­nder Wind, Sandtürme kreisen zwis­chen Mauer­resten, Stäube, die über das Meer geflo­gen kom­men, von Afri­ka her, schmirgeln am alten Europa, ver­fan­gen sich in den Sei­den­tüch­ern der Händler, die tat­säch­lich fliegende Händler sein kön­nten, weil sie viele und sich der­art ähn­lich sind, dass sie physikalis­chen Geset­zen wider­ste­hend über­all zur gle­ichen Zeit erscheinen. Abends sitzt dann ein Mann wie aus heit­erem Him­mel mit einem Protest­tuch auf der Kup­pel des Peters­doms. Unter­halb der Lat­er­ne, in über ein­hun­dert Meter Höhe, scheint er sich fest­gezur­rt zu haben. Auf dem Platz bleibt er indessen von den Fla­neuren unbe­merkt. Er scheint viel zu klein zu sein, zu weit ent­fer­nt er selb­st und auch das Tuch, auf das er irgen­det­was notierte. Ein zit­tern­des Licht ist immer wieder zu sehen, eine Art Fin­ger. Keine Morseze­ichen. — stop

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