zwergdrache

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marim­ba : 2.24 – Ort: Upper Bay von New York. Zeit: Som­mer 1958. Auf einem Fährschiff, dessen Name ich nicht ermit­teln kon­nte, ste­ht am Heck ein Junge im Alter von unge­fähr 12 Jahren. Es ist früher Nach­mit­tag, die Schule ver­mut­lich ger­ade vorüber, der Junge fährt mit dem Schiff von Man­hat­tan nach Hause. Er trägt Halb­schuhe, ein helles Hemd, eine Krawat­te und ein dun­kles Jack­ett, seine Schul­tasche lehnt an einem Pfeil­er, der für schwere Schiff­s­taue vorge­se­hen ist. Im Hin­ter­grund, am Hor­i­zont, sind Kräne zu erken­nen, die wie eis­erne Vögel auf stelzenar­ti­gen Füssen ste­hend, zu warten scheinen. Einige Meter über dem Jun­gen schwebt eine Möwe, auch sie ist, wie der Junge selb­st, reg­los in ein­er Schwarzweiß­fo­tografie gefan­gen. Zwei ältere Per­so­n­en, eine Frau in einem hellen Kleid, und ein Mann, der einen dun­klen Anzug trägt, lungern auf ein­er Bank. Sie küssen sich ger­ade auf den Mund, sind vielle­icht eigentliche Ursache der Fotografie, der Junge, der gefährlich nah an der Kante zum Wass­er ste­ht, ist also möglicher­weise verse­hentlich mit auf das Bild ger­at­en. Eine Hand des Jun­gen ist nach vorne hin aus­gestreckt, es ist seine linke Hand, während seine rechte Hand einen Faden, so fein, dass er kaum noch sicht­bar ist, um diese linke aus­gestreck­te Hand wick­elt, als wäre sie eine Spule. Der Junge scheint im Moment der Auf­nahme mit sein­er Arbeit des Wick­elns beina­he fer­tig gewor­den zu sein, das Ende des Fadens wird bere­its sicht­bar, ein klein­er Drache von Papi­er ist dort befes­tigt, ein Drache nicht länger als zehn Zen­time­ter und nicht bre­it­er als sechs Zen­time­ter, ein Zwergdrache, in der ein­fach gekreuzten Form der Kinder­drachen, dessen Kör­p­er mit Sei­den­pa­pi­er bespan­nt gewe­sen sein kön­nte, unbekan­nte Farbe, vielle­icht blau, vielle­icht gelb. Eine erstaunliche Ent­deck­ung im zweit­en Blick. – stop

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