blaue kamele

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tan­go : 3.28 – Wie wir auf den Schul­tern unseres Vaters durch die Welt schaukel­ten, als säßen wir auf dem Rück­en eines Drom­e­dars, das die men­schliche Sprache sprechen kon­nte. Wie er uns das Licht erk­lärte, die Geschwindigkeit und die Zeit, die das Licht unter­wegs gewe­sen war, um zu uns zu kom­men. Seine großen Schuhe, in welchen wir durch den Garten segel­ten. Und Gene Krup­pa, Drum­mer­man, dort, noch lange vor unser­er Zeit, Vater mit Schlips im Anzug als junger Mann. Heute Nacht erzählen wir uns Geschicht­en. Und schon ist es kurz nach zwei Uhr gewor­den. Ich habe ganz heim­lich meine Schreib­mas­chine angeschal­tet, um eine weit­ere kleine Geschichte aufzuschreiben, weil Geschicht­en auf Papi­er oder Geschicht­en, die man von einem Bild­schirm lesen kann, wie alle anderen Geschicht­en als leise betende Stim­men zu vernehmen sind. Diese Geschichte nun geht so. Immer an Fre­ita­gen, ich war fünf oder sechs Jahre alt gewe­sen war, brachte mein Vater aus dem Insti­tut, in dem er als Physik­er arbeit­ete, Karten mit nach Hause, die ich bemalen durfte, Com­put­er­lochkarten, kräftige, beige Papiere, in welchen sich selt­same Löch­er befan­den. Diese Löch­er waren niemals an der­sel­ben Stelle zu find­en, und ich erin­nere mich, dass ich mich über ihr Ver­hal­ten heftig wun­derte. Ich war zu jen­er Zeit ein begeis­tert­er Maler, ich malte mit Wach­skrei­de und ich malte in allen Far­ben, über die ich ver­fü­gen kon­nte, weil ich das Bunt­sein schon immer mochte. Ich malte blaue Kamele und schwarze Blu­men und rote Monde. Ein­mal fragte ich meinen Vater, was jene Löch­er bedeuteten, über deren Exis­tenz ich mich freute, weil sie ver­steck­te Bilder zeigten, die ich solange suchte, bis ich sie gefun­den hat­te. Hör zu, sagte mein Vater.
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