elefanti

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sier­ra : 0.01 — In der vor­let­zten Nacht, zwei Uhr wars schon gewor­den, hab ich in einem Bahn­hof unter dem Frank­furter Flughafen Vögel ent­deckt. Das Neon­licht flack­erte und die Vögel, Tun­nelvögel, zwitscherten. Kurz zuvor hat­te ich noch in einem Cafe gesessen und ein­er Frau zuge­hört, die mir von Kal­abrien erzählte, vom Haus ihrer Eltern, einem ural­ten Gebäude, dessen Steine seit zwei­hun­dert Jahren roten Sand der Sahara weinen. Das war ein sehr schönes Bild gewe­sen, und so berichtete ich ihr von meinen Gedanken, die seit Tagen um das Wesen der Tief­seele­fan­ten kreisen. Sie wollte alles ganz genau wis­sen, lachte immerzu, und drehte ein rotes Eiss­chirm­chen in ihren Hän­den, dass mir ganz schwindelig wurde. Nach ein­er Weile unter­brach sie mich und kam näher und behauptete ern­stlich, dass sie als Mäd­chen beim Tauchen diesen Wesen, Ele­fan­ti, genau so begeg­net sei, wie ich sie in Worten geze­ich­net hat­te, das heißt, jenen Rüs­seln, die aus der dun­klen Tiefe ragten. Sie sind warm, sagte sie, und weich, und wenn Du Dein Ohr an einen dieser Rüs­sel leg­en würdest, kön­ntest Du was hören, sag ich Dir. Aber über die Mafia wollte sie nicht sprechen. Wir haben so schöne Land­schaften dort, und Dör­fer, und das Meer, ja, das Meer. Dann war sie tod­müde zur Arbeit zurück gegan­gen und ich wartete auf einen Zug und hörte den Tun­nelvögeln zu und dachte, wie son­der­bar das alles doch ist, ein Wun­der, das ganze Leben Tag und Nacht.
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