trompetenkäfer

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~ : louis
to : Mr. eliot
subject : TROMPETENKÄFER

Lieber Eliot, bei uns ist jetzt schon Dienstag. Gestern, also am Montag noch, war ich spazieren im schönsten Garten der Stadt. Stür­mi­sche Luft, alles ging verkehrt herum, es regnete aus dem Boden, die Sonne war auch irgendwo da unten und ich konnte nicht notieren, weil mir mein Notiz­buch davon geflogen war. Ich habe Dir deshalb nicht viel zu berichten, weil ich ohne mein Notiz­buch nicht anfange zu denken. An den letzten Gedanken, den ich in mein Notiz­buch notierte, ehe es an den Wind verloren ging, kann ich mich gerade noch erin­nern. Das also sollst Du wissen, ich habe entdeckt, dass ich, sobald ich einen Trom­pe­ten­käfer zu entwerfen wünsche, über die Lunge dieses Wesens, genauer über seine Luft­pumpe und ihre Posi­tion in den Zusam­men­hängen eines Käfer­kör­pers nach­zu­denken habe, ande­rer­seits, aus vorwie­gend physi­ka­li­schen Gründen, über die Füße des Käfers, die derart zu konzi­pieren sind, dass der Käfer, sobald er einen Trom­pe­tenton zu erzeugen wünscht, in der Lage sein wird, sich zunächst fest auf dem Boden, einem Blüten­blatt oder einem mensch­li­chen Finger zu veran­kern, um dem Rück­stoß, den wir sehr sicher erwarten dürfen, Wider­stand entge­gen­setzen zu können. Zu weiteren Gedanken, lieber Eliot, war ich gestern nicht in der Lage. Bald wird der Sturm auch zu Euch herüber gekommen sein. Diese E-mail ist schneller als der Wind. Dein Louis

gesendet am
11.03.2008
22.56 MEZ
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