seltsam

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ulysses : 1.18 — Wie ist es möglich, Geschicht­en zu erzählen, die selt­sam sind, ohne sofort selb­st für selt­sam oder merk­würdig oder gar gefährlich gehal­ten zu wer­den, da doch diese merk­würdi­gen Geschicht­en in meinem Kopf entste­hen? Ich habe L. von Esmer­al­da erzählt, dass Esmer­al­da eine Sch­necke sei, die in mein­er Woh­nung lebe, als wäre sie eine Katze, dass ich das kleine Tiere füt­tern würde, dass ich meine Woh­nung im Win­ter beheize, auch wenn ich nicht anwe­send sei, damit Esmer­al­da nicht frieren möge. Liebe L. sagte ich, ich wäre niemals auf die Idee gekom­men, mir aus freien Stück­en eine Sch­necke zu kaufen oder aber zur Som­merzeit in einem Garten einz­u­fan­gen, nein, niemals, wenn nun aber eine Sch­necke als Geschenk, als kosten­freie Offerte auf postal­is­chem Wege zu mir reiste, warum sollte ich das Geschenk zurück­weisen, warum nicht einen Ver­such unternehmen, ein guter oder vorzüglich­er Sch­neck­en­hal­ter zu wer­den? Wir wer­den es ver­suchen, sagte ich zur Sch­necke kurz nach­dem sie angekom­men war. Jahre sind sei­ther ver­gan­gen, Esmer­al­da scheint mit ihrem Leben in mein­er Woh­nung ein­ver­standen zu sein. Ein­mal öffnete ich die Tür zum Trep­pen­haus und wartete. Ein anderes Mal öffnete ich ein Fen­ster und wartete wiederum einige Zeit, Esmer­al­da blieb oder kehrte zurück. Es stellt sich nicht zum ersten Mal die Frage: Wie alt wer­den Sch­neck­en? Ist Esmer­al­da nicht vielle­icht bere­its viel zu alt, um noch als gewöhn­liche Sch­necke betra­chtet wer­den zu kön­nen? — stop

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