von lampen

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tan­go : 22.15 — Ein Mann schob einen kleinen Wagen einen Flur ent­lang. Der Wagen war bepackt mit größeren oder kleineren elek­trischen Lam­p­en, die der Mann entzün­det hat­te, so als wollte er, dass ich sie alle sehen kön­nte, vielle­icht um sie an mich zu verkaufen. Nein, eigentlich war das ganz anders gewe­sen, ich wusste, der Mann verkaufte keine Lam­p­en, son­dern er tauschte Lam­p­en aus, Deck­en­lam­p­en, Schreibtis­chlam­p­en, Notleucht­en, Licht­tape­ten, glim­mende Stäbchen, auch fliegende Lichter, Drohnen­leucht­en. Die Dro­hen, sehr kleine Wesen, sausten um seinen Kopf herum, als wären sie Insek­ten, Fliegen, die Stirn­lam­p­en tru­gen, mit welchen sie mehr oder min­der frei­willig aus­gerüstet, ihren Flug doku­men­tierten. Wahre Wolken von Licht waren zu bemerken, auch saßen Fliegen auf dem Rück­en des Mannes, der in ein­er Weise leuchtete, als wäre Schnee gefall­en. Da war noch eine Sch­necke, die sich über seinen Hals bewegte, auch die Sch­necke leuchtete: Das sehr schön aus, das viele Licht und der Mann, der seinen schaukel­nden Wagen über den Flur schob, ger­ade eben auf mich zu. Plöt­zlich blieb der Mann ste­hen. Er fragte, ob ich die Sch­necke haben wolle, sie sei zahm, sie ernähre sich von Staub, den sie zu sehr feinen Würm­chen pressen würde, welche ich dann bequem auf­sam­meln kön­nte. Außer­dem sei sie sehr schön anzuse­hen nachts auf ihrer Wan­derung durch die Dunkel­heit. Ohne eine Antwort abzuwarten, fasste sich der Mann an seinen Hals und zog am Gehäuse der Sch­necke, die sich wehrte, sie leuchtete zunächst rot und dann blau, und wurde schliesslich in dem Moment, da sie sich vom Hals des Mannes löste, grün. So, in dieser grü­nen Farbe leuch­t­end, reiste sie an der Hand des Mannes durch die Luft. Kurz darauf hock­te sie an meinem Hals dicht unter dem Kinn. Ich ver­mochte ihr Licht an mein­er Schul­ter erken­nen, die Sch­necke schien sich wohl zu fühlen, leuchtete in einem schwachen Orange, das pulsierte, langsam, beruhi­gend. Ich solle ihr einen Namen geben, sagte der Mann. Dann war Mor­gen, es reg­nete, selt­samer­weise aus ein­er Wolke, die sich unmit­tel­bar über meinem Bett unter Zim­merdecke türmte. — stop

 

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