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MENSCH IN GEFAHR : “Nach 31 Tagen im Hunger­streik im Evin-Gefäng­nis in Teheran geht es Ate­na Dae­mi gesund­heitlich sehr schlecht und sie benötigt umge­hend eine sta­tionäre Behand­lung. Sie ist seit Novem­ber 2016 auf­grund ihrer men­schen­rechtlichen Aktiv­itäten zu Unrecht inhaftiert. / Am 8. April trat die iranis­che Men­schen­rechtsvertei­di­gerin Ate­na Dae­mi im Evin-Gefäng­nis in den Hunger­streik. Sie protestiert damit gegen die Verurteilung ihrer Schwest­ern Hanieh und Ensieh zu aus­ge­set­zten Gefäng­nis­strafen wegen “Belei­di­gung von Beamt_innen im Dienst”. Bei­de wur­den am 13. März 2017 von einem Strafgericht in Teheran zu aus­ge­set­zten Gefäng­nis­strafen von drei Monat­en und einem Tag verurteilt. Laut der Fam­i­lie von Ate­na Dae­mi hat sich ihr Gesund­heit­szu­s­tand sehr ver­schlechtert. Sie soll etwa 12 kg Gewicht ver­loren haben. Sie lei­det an ständi­gem Schwindel, Erbrechen, Blut­druckschwankun­gen und großen Nieren­schmerzen. Am 2. Mai ver­lor sie kurzzeit­ig das Bewusst­sein. Sie wurde am 8. Mai für kurze Zeit in ein Kranken­haus außer­halb des Gefäng­niss­es gebracht, in dem einige medi­zinis­che Unter­suchun­gen durchge­führt wur­den. Man brachte sie jedoch ins Gefäng­nis zurück, noch ehe die Unter­suchungsergeb­nisse vor­la­gen. Ärzt_innen haben war­nend erk­lärt, dass ihre Niere­nentzün­dung einen kri­tis­chen Zus­tand erre­icht habe und sie sofort sta­tionär behan­delt wer­den müsse. / Die Gefängnisbeamt_innen gewähren ihr jedoch keine angemessene medi­zinis­che Ver­sorgung. Am 29. April erzählte Ate­na Dae­mi ihrer Fam­i­lie, dass die Gefängnisärzt_innen in ihren Bericht­en weit­er­hin schreiben, dass ihr Gesund­heit­szu­s­tand nor­mal sei und sie ihre Erkrankung nur “vortäuscht”. Ende April wurde sie in die Gefäng­nisklinik gebracht, um ein EKG zu erstellen, doch der Krankenpfleger weigerte sich, die Unter­suchung durchzuführen. Er recht­fer­tigte seine Weigerung damit, dass es für männlich­es medi­zinis­ches Per­son­al “unangemessen” sei, diese Unter­suchung an Pati­entin­nen durchzuführen, da sie dabei ihre Brust ent­blößen müssen. Weib­liche poli­tis­che Gefan­gene sehen sich häu­fig zusät­zlichen For­men geschlechtsspez­i­fis­ch­er Diskri­m­inierung gegenüber, wenn sie Zugang zu medi­zinis­ch­er Behand­lung suchen. Weib­lichen Gefan­genen mit abendlichen oder nächtlichen Herzprob­le­men wur­den bere­its bei mehreren Gele­gen­heit­en Not­fall-EKGs ver­weigert, da die Gefäng­nis­be­hör­den darauf bestanden, dass diese Tests von weib­lichem Per­son­al durchge­führt wer­den, da die Pati­entin­nen für die Unter­suchung ihre Brust ent­blößen müssen. / Ate­na Dae­mi und der Rechts­bei­s­tand ihrer Schwest­ern warten derzeit auf die Über­prü­fung der Schuld­sprüche und Straf­maße durch das Beru­fungs­gericht. Der Rechts­bei­s­tand befürchtet, dass die Rechtsmit­tel zurück­gewiesen wer­den kön­nten. Amnesty Inter­na­tion­al betra­chtet das Ver­fahren, das zu ihrer Verurteilung führte, als unfair und würde Hanieh und Ensieh Dae­mi bei ein­er Inhaftierung als gewalt­lose poli­tis­che Gefan­gene ein­stufen, die nur deshalb zur Zielscheibe wur­den, weil sie mit Ate­na Dae­mi ver­wandt sind.” — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­lene schriftliche Aktio­nen, möglichst unverzüglich und nicht über den 20. Juni 2017 hin­aus, unter > ai : urgent action

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