eine postkarte

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zoulou : 7.15 – Gestern entdeckte ich in meinem Brief­kasten eine Post­karte, die von irgend­je­mandem mit äußerst kleinen japa­ni­schen Zeichen beschriftet worden war. Zunächst wirkte der Text wie ein Muster, das sich erst dann zu Schrift­zei­chen auflöste, als ich meine Brille aus der Schub­lade holte. Ich konnte den Text natür­lich nicht lesen. Ich nehme an, die Post­karte wurde verse­hent­lich in meinen Brief­kasten geworfen. Bei genauerer Unter­su­chung stellte ich jedoch fest, dass die Post­karte in jedem anderen Brief­kasten vermut­lich gleich­wohl ein verse­hent­li­ches Ereignis gewesen wäre, die Post­karte trug nämlich keine Anschrift an der dafür vorge­se­henen Stelle, aber eine Brief­marke des japa­ni­schen Hoheits­ge­bietes. Auch auf ihrer Rück­seite war kein Adressat zu erkennen. Eine Foto­grafie zeigt Samuel Beckett, der unter einem blühenden Kirsch­baum sitzt, oder einen Mann, der Samuel Beckett ähnlich sein könnte, der Dichter im Alter von 160 Jahren, er hat sich kaum verän­dert. Ein sehr inter­es­santes Bild. Auf einem Ast des Baumes sind Eich­hörn­chen zu erkennen, sieben oder acht Tiere, die ihre Augen geschlossen halten. Ich erin­nere mich, dass ich einmal davon hörte, Menschen würden immer wieder einmal Post­karten notieren, oft sehr aufwendig ausge­ar­bei­tete Schrift­stücke, um zuletzt die Adresse des Empfän­gers zu vergessen. Das ist tragisch oder viel­leicht eine Methode, Infor­ma­tion an die Welt zu senden, die niemanden oder irgend­einen belie­bigen Menschen errei­chen soll. Nun liegt diese Post­karte neben Zimt­sternen, Bananen und Äpfeln auf meinem Küchen­tisch. Zunächst hatte ich das Wort L i e b e r in die Google – Über­set­zer­ma­schine einge­geben und in die japa­ni­sche Sprache über­setzt. Zeichen, die sich auf meinem Bild­schirm formierten, waren mit den ersten Zeichen auf der Post­karte iden­tisch. Ich weiß sehr genau, was nun zu tun ist. In diesem Augen­blick jedoch scheue ich noch davor zurück, meinen Namen in die Maske der Such­ma­schine einzu­geben. Es ist jetzt bald Morgen­däm­me­rung, ich höre Tauben auf dem Dach spazieren. – stop

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