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marim­ba : 0.02 — Ich vergesse, obwohl ich ihre Bewe­gun­gen mit den Augen ver­folge, meine Hände, sobald ich schreibe. — Warum?

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fox­trott : 0.02 – Es ist früher Abend, ich liege in ein­er Wiese, ein Ohr gegen den Him­mel, das andere Ohr gegen die Erde gerichtet, und höre Gräsern und sehr kleinen Tieren zu, wie sie sich auf die Nacht vor­bere­it­en. Noch etwas Zeit ist, Minuten­zeit, weil ich warte. Ein angenehmes Warten, ein Warten voller Freude. Nichts ist solange zu tun, als der großen Welt am Him­mel und der kleinen Welt unter mir zuzuhören. Man raschelt dort für mich und der Him­mel schweigt, um nicht zu stören. Es ist selt­sam, je glück­lich­er ich bin, desto beweglich­er kann ich denken. So beweglich bin ich gewor­den, dass ich von Zeit zu Zeit über­haupt aufhöre an irgen­det­was zu denken. Und doch bin ich niemals abwe­send, son­dern hier und warte und höre den Gräsern zu und atme und halte etwas Papi­er fest in der Hand, von dem ich bald vor­lesen werde. 1 x schlafe ich kurz ein. — stop

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romeo : 0.05 — Vor weni­gen Minuten hat­te ich das Licht über meinem Schreibtisch aus­geschal­tet und etwas Leben­szeit in Dunkel­heit ver­bracht. Ich will Ihnen rasch erzählen, warum ich so gehan­delt habe. Ich war näm­lich spazieren gewe­sen stadtwärts unter Men­schen in Waren­häusern und auf einem Wei­h­nachts­markt, weil ich nach­se­hen wollte, ob sich in dieser Welt, die wir bewohnen, etwas geän­dert haben kön­nte, da doch vor weni­gen Stun­den durch Unter­las­sung entsch­ieden wor­den ist, dass Bangladesh, dass das Ganges­delta in den Golf von Ben­galen sinken wird. Ich dachte, das eine oder das andere sollte doch spür­bar, sicht­bar, fühlbar wer­den, ein wenig Unruhe, ein leis­es Klap­pern der Zähne vielle­icht. Aber nein, alles Bestens, alles im Lot. Und als ich wieder an meinem Schreibtischs saß, war da plöt­zlich ein stark­er Ein­druck von Unwirk­lichkeit, das alles und ich selb­st kön­nte reine Erfind­ung sein. Ich löschte das Licht über dem Schreibtisch und wartete. Und während ich so wartete, lauschte ich den Stim­men der Tief­seele­fan­ten, einem Orch­ester zartester Rüs­sel­blu­men, wie sie auf hoher See den Him­mel lock­ten. Und als ich das Licht wieder eingeschal­tet hat­te, saß ich dann noch immer vor dem Schreibtisch, die Hände gefal­tet. — Schnee fällt. stop. Langsam. stop. Leise. stop. – Fro­he Wei­h­nacht­en und ein gutes, ein nach­den­klich­es, ein glück­lich­es Jahr 2010!

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alpha : 0.02 — Zwei Gedanken simul­tan kann ich nicht denken. Bin ein ein­spuriges Wesen. — stop

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echo : 0.06 — Da war ein i am frühen Mor­gen, vielle­icht weil ich nach ein­er lan­gen Traum­nacht noch nicht ganz wach gewe­sen, in das Wort Lebende hineinger­at­en, so dass das Wort Leibende ent­stand. Im Zusam­men­hang ein­er blühen­den Regenkäfer­geschichte eigentlich kein ver­rück­tes oder schlampiges Wort, und doch eine merk­würdi­ge Sache, weil ich den kleinen Text zwei- oder dreimal, ehe ich ihn veröf­fentlichte, prüfte, ohne das nach­drück­lich umgestal­tende i ent­deckt zu haben. Ich spiele nun mit dem Ver­dacht, dass ich Texte, die ich notiere und kurz darauf wieder lese, zunächst einem Nahzeit­pe­ich­er meines Gehirns ent­nehme, in welchem Wörter oder ganze Sätze eines Textes als schein­bar kor­rek­te Klang­stem­pel im Moment der Zeile erin­nert wer­den. Und dann geh ich schlafen oder spazieren, beobachte einen Film oder unter­halte mich mit einem Fre­und oder ein­er Fre­undin, Zeit verge­ht, in welch­er die Stem­pel meines erfun­de­nen Textes wieder zu Buch­staben, zu isolierten Tönen zer­fall­en, so dass ich meine Gedanken, meine Wörter und Sätze genau so zu lesen oder zu hören ver­mag, als wären sie von einem anderen Men­schen notiert. Ja, so kön­nte das sein, so wollen wir das zunächst ein­mal annehmen. — Noch zu tun in dieser Nacht: Dimen­sio­nen der Papiertiere erspüren / µm = 10–6 m = 0,000.001 m.
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tan­go : 0.05 — 1500 Meilen Wolken­tüll über atlantis­chem Ozean. Fünf weit­ere Stun­den bald hell­blau der Him­mel, das Wass­er, man kön­nte die Welt dort oben auf den Kopf stellen und würds mit den Augen nicht bemerken. Höhe 11887 Meter. Wellen, leicht­este Wellen, — 55° Cel­sius, Eis wis­pert in der Pauken­höh­le. Rep­tilien von Dun­st reck­en geschärfte Rück­en aus der Tiefe. Dann wieder san­fte Gebilde, Wolken­lamellen vom Meer an den Him­mel geat­met. Von dort aus fällt man zu Boden, öffnet Iris der Behörde, fährt im luftfed­ern­den Taxis­chiff über alte Brücke, Nacht, sand­müde Augen spazieren unterm Regen­schirm. Der erste Blick ins irre Licht. — stop

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kil­i­mand­scharo : 1.58 — Fliegen am Abend trau­rig­ster Nachricht, Zausige, die mit dem Wass­er sprechen. Regen, san­fter Regen. Deine fröh­liche Stimme. Wir Men­schen sind für let­zte Dinge nicht gemacht. Dankbar lausch ich weit­er Ele­fan­tenohren­winden nach. - für g.

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india : 4.18 — Wie in die Leere, die ein geliebter Men­sch im Leben hin­ter­lässt, nach und nach trös­tend erzählte Geschicht­en fließen, fein­stes Gewebe, Licht und Schat­ten, eine Stimme aus den Stim­men, Land. — stop

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echo : 17.18 — Da war ein junger Mann, der leise zu seinem Handtele­fon sprach, eine Beschwörung ohne Pause in einem Sub­wayzug auf dem Hochgleis über Brook­lyn. Als der Zug in den Tun­nel taucht, als die Funküber­tra­gung längst abge­brochen ist, spricht er weit­er wohin? — stop

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sier­ra : 6.55 — Ver­lorene Namen aus heit­erem Him­mel. Stun­den beun­ruhi­gen­der Nachrich­t­en­tele­fone. Weiche, küh­le Pulse, als sei Schnee auf Seele gefall­en. — stop

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delta : 22.12 — Das Wort Lib­er­a­tion in meinem Gehirn, sobald ich das Wort Lib­er­a­tion denke. Wie viel Gramm?

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lima : 7.22 — Selt­sam ist an Buch­staben, dass man ihnen die Zeit nicht anse­hen kann, die in ihnen steckt. Diese achtzehn Wörter und alle weit­eren Wörter an dieser Stelle, habe ich bere­its an einem sehr viel früheren Mon­tagabend notiert. Es ist jet­zt 7 Uhr und 15 Minuten und ich bin fern meines Schreibtis­ches und weiß doch, dass mein Satz sicht­bar wer­den wird für andere Men­schen in genau dieser Minute, freige­lassen sozusagen, ohne in diesem Moment auch nur einen Fin­ger bewegt zu haben. Denkbar, dass ich ger­ade unter einem Regen­schirm spaziere. Vielle­icht schlafe ich noch oder vielle­icht bin ich längst über den Atlantik geflo­gen und habe noch keine Verbindung in öffentliche Funkräume gefun­den. — stop

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sier­ra : 11.28 — Im Denken von Zeit zu Zeit laut und deut­lich aus­ge­sproch­ene Wörter: Das ist ja unglaublich, nein, fan­gen wir noch ein­mal von vorne an, was habe ich zunächst gedacht? — Hör­bare Sätze. Atolle. — Ich über­legte, wie viel Zeit von einem Gedanken zum näch­sten Gedanken verge­ht, und was in dieser Zeit, die ich ohne einen Gedanken zu ver­brin­gen meine, eigentlich geschieht. Ein selt­sames Gefühl, die Vorstel­lung der Gedanken­stille. Eine Besich­ti­gung der Luft. Warten. Lauschen. — stop

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romeo : 0.32 — Ich erin­nere mich, vor einem Jahr, an einem Som­mer­abend, saß mein Vater auf einem Stuhl in seinem Garten. Vor ihm stand ein klein­er Tisch und auf diesem Tisch eine Flasche Wass­er mit einem Drehver­schluss. Ich glaubte, dass mein Vater mich nicht bemerk­te. Er schien mit der Flasche zu sprechen. Er beugte sich vor, hielt die Flasche mit der einen Hand fest, während er mit der anderen Hand an ihrem Ver­schluss drehte. Aber die Flasche war nicht leicht festzuhal­ten gewe­sen, ver­mut­lich deshalb, weil sich die Feuchte der Luft auf ihr niedergeschla­gen hat­te. Also lehnte sich mein Vater wieder auf seinem Stuhl zurück und schloss die Augen. Ich nehme an, er wird eingeschlafen sein. Als er wieder erwachte, war ich noch immer da und auch die Flasche stand noch auf dem Tisch. Mein Vater beugte sich vor, nahm die Flasche und drehte an ihrem Ver­schluss. Erneut schien er sich mit der Flasche zu unter­hal­ten, ohne aber die richti­gen Worte zu find­en, weil die Flasche sich noch immer dage­gen wehrte, geöffnet zu wer­den. Also lehnte sich mein Vater erneut zurück, er schüt­telte den Kopf. In diesem Moment schwebte eine Libelle über den Tisch. Sie betra­chtete meinen Vater, set­zte sich auf den Ver­schluss der Flasche und fal­tete ihre Flügel. Ein Moment der Stille, des Friedens. Ein paar Zikaden waren zu hören, son­st nichts. Mein Vater war bald wieder eingeschlafen, es wurde dunkel und die Libelle ver­schwand. Als er erwachte, saß ich vor ihm. Ich hat­te die Flasche für ihn geöffnet und ein Glas mit Wass­er gefüllt. Mein Vater erzählte, dass er sich gewun­dert habe, warum er die Flasche nicht öff­nen kon­nte, er habe sie doch selb­st zuge­dreht. — stop

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fox­trott : 15.07 — Die Such­mas­chine, von der ich gestern noch träumte am hel­l­licht­en Tag, war so groß wie eine Stre­ich­holzschachtel. Sie hock­te auf meinem Sofa und rührte sich nicht. Indem ich sie betra­chtete, wirk­te sie zunächst so, als wäre sie völ­lig unbe­weglich, denn es waren an dem Such­maschi­nen­we­sen keine Beine zu erken­nen, dafür an jed­er Seit­en­fläche ein kleines Auge, mit dem es sog­ar zwinkern kon­nte. Seine Haut ähnelte der Haut eines jun­gen Ele­fan­ten, es hat­te jedoch keine Ohren und auch keine Arme oder Hände, tat­säch­lich wirk­te das Wesen in diesem Moment als kön­nte es sich nicht von der Stelle bewe­gen. Welch ein Irrtum! Das Wesen kon­nte ganz anders, es kon­nte sich zum Beispiel von meinem Sofa erheben und durch die Luft fahren wie ein Bal­lon. Dazu holte es tief Luft, wurde größer und immer größer, bis es in etwa dop­pelt so groß gewor­den war wie zuvor. In dieser neuen Gestalt flog die kleine Such­mas­chine in Rich­tung meines Bücher­re­gals davon. Es war nun in diesem Flug kein Geräusch zu hören, völ­lig laut­los schwebte sie durch mein Zim­mer, wurde von einem Luftzug kurz aus der Bahn gewor­fen, fing sich wieder und ich rief ihr noch zu : Lamel­leniris! Es war erstaunlich. Es war ein kleines Wun­der. Das Wort schien sie zu beschle­u­ni­gen, sie erre­ichte rasch mein Regal und flog nun von links nach rechts die Rei­he der Buchrück­en ent­lang, hielt vor jedem der Büch­er ein­mal kurz an, und sie machte den Ein­druck, als ob sie sich in jedem dieser Momente tat­säch­lich mit dem Buch selb­st beschäftigte, in das Buch hinein­sah oder von seinem Duft kostete, wie auch immer. Nach eini­gen Flü­gen auf und ab, hielt sie vor einem der Büch­er an, es han­delte es sich um eine kleine Geschichte der Fotografie, die von Peter Nadas aufgeschrieben wor­den war. Nun wird man nicht glauben, was dann zu sehen war. Die kleine Such­mas­chine machte sich an dem Buch zu schaf­fen, sie schien über unsicht­bare Werkzeuge zu ver­fü­gen, ein Buch in den Griff zu bekom­men. Und das Buch pari­erte, es ließ sich aus dem Regal­fach lösen und flog nun mit mit der kleinen Mas­chine, die sich unter das Buch begeben hat­te, durch den Raum zu mir zurück, um in mein­er Nähe san­ft zu lan­den. Behut­sam set­zte sie sich neben das Buch, das sie für mich her­beige­holt hat­te und bedeutete mir mit stillem Nach­druck: Schau her, hier ist das Buch, in dem das Wort Lamel­leniris enthal­ten ist. Und so waren wir immer­hin schon einen Schritt weit­er als noch zuvor. — stop

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nord­pol : 22.01 — Stelle mir ein Buch vor, das rund ist, ein Buch, dessen Seit­en so gebun­den sind, dass sie einen Zylin­der ergeben. Man kön­nte Geschicht­en in diesem Buch der­art anord­nen, dass sie, wie in einem Gewäss­er Strö­mungen, kaum merk­lich ineinan­der fließen, sagen wir fün­f­tausend kle­in­ste Geschicht­en auf 2500 Seit­en, geschrieben ohne Absatz und ohne eine Sei­t­e­nangabe. Man steigt irgend­wo zu und liest und wird man bald meinen, schon ein­mal da und dort gewe­sen zu sein. — stop

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MELDUNG. Drei mit Hand­feuer bewaffnete Beamte [ Soko K.a.i.r.o ] haben an der Ram­bla del Mar [ Barcelona ] drei Ägypter sichergestellt, fil­igrane Meißel weit­er­hin [ 0.5 Zoll Kan­ten­länge ], sowie zwei Handtäschchen [ türkise ]. Fol­gende kryp­tis­che Sig­natur war dem Sock­elgestein des nationalen Aquar­i­ums [ Moll d’Espanya del Port Vell ] beige­bracht : 886LILLI71MANRAY6Y. Auch diese Ägypter [ Ägypter No 17 und 18 des laufend­en Jahres ], je 178 cm hoch, mit­tleres Alter, ver­weigern jede Aus­sage. – stop

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alpha : 22.08 — Ich besitze zwei Schreib­maschi­nen, eine kleine, flache und eine größere, schwere Schreib­mas­chine. Nun ist das so: In dem Moment, da ich bei­de Schreib­maschi­nen als Lebe­we­sen betra­chte, meine ich dif­feren­zierend davon sprechen zu kön­nen, dass es sich bei jen­er kleineren, reisenden Schreib­mas­chine ein­er­seits, um eine nervöse Mas­chine han­delt, die kaum jemals zur Ruhe kommt, während meine zurück­bleibende Schreib­mas­chine ander­er­seits, ein vornehm­lich sta­tionäres, ein gelassenes, schlafend­es Leben führt. Seit eini­gen Wochen bere­its, bei Tag und bei Nacht, kom­mu­nizieren bei­de Schreib­maschi­nen über größere oder kleinere Ent­fer­nun­gen hin­weg. Meine reisende Schreib­mas­chine erzählt der schlafend­en Schreib­mas­chine beispiel­sweise Geschicht­en, die wiederum ich selb­st mit Hän­den notierte. Das ist deshalb möglich gewor­den, weil meine schlafende Schreib­mas­chine nicht wirk­lich schläft, son­dern halb­schlafend darauf wartet, ange­sprochen, das heißt, geweckt zu wer­den. Zu diesem Zweck wen­det sich meine reisende Schreib­mas­chine zunächst an zwei ent­fer­nte Server­maschi­nen, an eine mir unbekan­nte, geheime Mas­chine, sowie an eine mir ver­traute Mas­chine, die sich nahe der Stadt San Fran­cis­co unter weit­eren halb­schlafend­en Maschi­nen befind­en soll, um meine Geschichte dort abzule­gen, so dass diese Geschichte von der Sekunde ihrer Über­tra­gung an vier­fach existiert, auch eben dort, wo sie zunächst erzählt wor­den war, sehr flüchtig in meinem Kopf. Nun ereignet sich fol­gen­des, dass näm­lich jene Server­mas­chine nahe San Fran­cis­co unverzüglich mit mein­er sta­tionären, mit mein­er halb­schlafend wartenden Schreib­mas­chine tele­foniert, um meine Geschichte dort in ein­er fün­ften Ver­sion einzu­lagern, so dass meine reisende Schreib­mas­chine der zurück­ge­bliebe­nen Schreib­mas­chine in Minuten­frist wieder sehr ähn­lich gewor­den ist. Eine Rou­tine, deren Vol­lzug ich mir in diesen Tagen gerne vorstelle, wie im Dunkeln eines weit­ent­fer­n­ten Zim­mers das Gespräch der Maschi­nen sicht­bar wird im Flack­ern eines Dio­den­licht­es, und hör­bar gle­icher­maßen in der sum­menden Bewe­gung eines mag­netisch schreiben­den Stiftes. – Son­ntag. — stop. — Guten Abend. — stop

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zoulou : 7.15 — Gestern ent­deck­te ich in meinem Briefkas­ten eine Postkarte, die von irgend­je­man­dem mit äußerst kleinen japanis­chen Zeichen beschriftet wor­den war. Zunächst wirk­te der Text wie ein Muster, das sich erst dann zu Schriftze­ichen auflöste, als ich meine Brille aus der Schublade holte. Ich kon­nte den Text natür­lich nicht lesen. Ich nehme an, die Postkarte wurde verse­hentlich in meinen Briefkas­ten gewor­fen. Bei genauer­er Unter­suchung stellte ich jedoch fest, dass die Postkarte in jedem anderen Briefkas­ten ver­mut­lich gle­ich­wohl ein verse­hentlich­es Ereig­nis gewe­sen wäre, die Postkarte trug näm­lich keine Anschrift an der dafür vorge­se­henen Stelle, aber eine Brief­marke des japanis­chen Hoheits­ge­bi­etes. Auch auf ihrer Rück­seite war kein Adres­sat zu erken­nen. Eine Fotografie zeigt Samuel Beck­ett, der unter einem blühen­den Kirschbaum sitzt, oder einen Mann, der Samuel Beck­ett ähn­lich sein kön­nte, der Dichter im Alter von 160 Jahren, er hat sich kaum verän­dert. Ein sehr inter­es­santes Bild. Auf einem Ast des Baumes sind Eich­hörnchen zu erken­nen, sieben oder acht Tiere, die ihre Augen geschlossen hal­ten. Ich erin­nere mich, dass ich ein­mal davon hörte, Men­schen wür­den immer wieder ein­mal Postkarten notieren, oft sehr aufwendig aus­gear­beit­ete Schrift­stücke, um zulet­zt die Adresse des Empfängers zu vergessen. Das ist tragisch oder vielle­icht eine Meth­ode, Infor­ma­tion an die Welt zu senden, die nie­man­den oder irgen­deinen beliebi­gen Men­schen erre­ichen soll. Nun liegt diese Postkarte neben Zimt­ster­nen, Bana­nen und Äpfeln auf meinem Küchen­tisch. Zunächst hat­te ich das Wort L i e b e r in die Google — Über­set­zer­mas­chine eingegeben und in die japanis­che Sprache über­set­zt. Zeichen, die sich auf meinem Bild­schirm formierten, waren mit den ersten Zeichen auf der Postkarte iden­tisch. Ich weiß sehr genau, was nun zu tun ist. In diesem Augen­blick jedoch scheue ich noch davor zurück, meinen Namen in die Maske der Such­mas­chine einzugeben. Es ist jet­zt bald Mor­gendäm­merung, ich höre Tauben auf dem Dach spazieren. — stop

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echo : 3.18 — Ich gehe ein paar Schritte nach links, dann gehe ich ein paar Schritte nach rechts. Sobald ich gehe, denke ich in ein­er anderen Art und Weise, als würde ich noch sitzen. Ich habe schon viel nachgedacht während ich ging. Und ich habe schon viel vergessen während ich ging. Wenn ich gehe, kom­men die Gedanken aus der Luft und ver­schwinden wieder in die Luft. Wenn ich sitze, kom­men die Gedanken aus meinen Hän­den. Sobald ich ein­mal nicht schreibe, ruhen meine Hände auf den Tas­ten der Schreib­mas­chine und warten. Sie warten darauf, dass eine Stimme in meinem Kopf dik­tiert, was zu schreiben ist. Ich kön­nte vielle­icht sagen, dass meine Hände darauf warten, mein Gedächt­nis zu ent­las­ten. Was ich mit meinen Hän­den in die Tas­tatur der Mas­chine schreibe, habe ich gedacht, aber ich habe, was ich schrieb nicht gel­ernt, nicht gespe­ichert, weil ich weiß, dass ich wiederkom­men und lesen kön­nte, was ich notierte. Selt­same Dinge. Ich denke manch­mal selt­same Dinge zum zweit­en oder drit­ten Mal. Ger­ade eben habe ich wahrgenom­men, dass es nicht möglich ist, zwei Zeichen zur sel­ben Zeit auf mein­er Schreib­mas­chine zu schreiben, immer ist ein Zeichen um Bruchteile von Sekun­den schneller als das andere Zeichen. Wenn ich selt­same Dinge gedacht habe, freue ich mich. Wenn ich mich freue, kann ich nicht bleiben, wo ich bin. Die Freude ist ein Gefühl, das mich in Bewe­gung ver­set­zt. Ich springe auf, wenn ich saß, oder ich springe in die Luft, wenn ich bere­its auf meinen Beinen stand. Dann gehe ich ein paar Schritte nach links, dann gehe ich ein paar Schritte nach rechts. Sobald ich gehe, denke ich in ein­er anderen Art und Weise, als würde ich noch sitzen. — Kurz nach vier Uhr auf dem Maid­an-Platz, Kiew. — stop

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rem­ing­ton : 6.56 — Beobachtete wieder ein­mal meinen Fernse­hbild­schirm, der so flach ist, dass ich meine, das bewegte Bild, welch­es er empfängt, müsste trans­par­ent sein wie ein Schmetter­lings­flügel. Ich kön­nte in dieser Vorstel­lung durch das Zim­mer laufen, um jene Sequen­zen, die von einem begin­nen­den Krieg, von Brand­bomben, prügel­nden Men­schen, mask­ierten Sol­dat­en erzählen, von der anderen Seite her zu betra­cht­en. Erin­nere mich an Bohu­mil Hra­bal, von dem berichtet wird, er würde bevorzugt hin­ter seinem Fernse­hgerät Platz genom­men haben. Das muss zu ein­er Zeit gewe­sen sein, als Bild­schirme in den Rah­men mon­strös­er Appa­ra­turen hock­ten, Röhren­bild­schirme genauer, die noch explodieren kon­nten. Indem Hra­bal seinen Bildempfänger von hin­ten betra­chtete, han­delte er mit dem Aus­druck äußer­ster Ver­weigerung, er saß dort und kon­nte sich darauf ver­lassen, keines der emp­fan­genen Bilder sehen zu kön­nen, er war genau dort hin­ter jen­er Mas­chine, die die Bilder erzeugte, vor den Bildern sich­er. Vielle­icht hat­te er überdies das Fernse­hgerät aus­geschal­tet, ich weiß es nicht, gern würde ich ihn fra­gen, ihm erzählen, wie ich das mache in diesen Tagen, da ich nicht mehr sich­er bin, Lüge von Halb­wahrheit oder Wahrheit unter­schei­den zu kön­nen. Ich höre Stim­men der Kom­men­ta­toren vom Arbeit­sz­im­mer her, die weit­er sprechen, obwohl ich nicht da bin. Und ich höre den Regen, es reg­net tat­säch­lich, dann hört es wieder auf. Nachtvögel oder Fle­d­er­mäuse fliegen vorüber. — stop

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MELDUNG. Südlich von Mun­sala auf der Nord­piste nach Kokko­la wurde gegen 5 Uhr am Nach­mit­tag eine Spielkon­sole der Sony­w­erke von einem Schw­er­trans­porter über­rollt, des weit­eren das Lap­penkind Pik­ka, 12 Jahre, 1 Sekunde später. — stop

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echo : 2.26 — Früher ein­mal existierten Büch­er, deren Seit­en miteinan­der ver­bun­den waren. Bevor man die Seit­en dieser Büch­er lesen kon­nte, musste man sie voneinad­er tren­nen. Selt­samer­weise hat­te ich ihre Exis­tenz vergessen, bis ich ger­ade eben solche Büch­er in einem Text von Nathalie Sar­raute bemerk­te. Aber vielle­icht ist das Wort vergessen in diesem Zusam­men­hang nicht richtig gewählt, ich hat­te jahre­lang nicht an sie gedacht, im Geheimen waren sie ver­mut­lich immer anwe­send gewe­sen. Sofort begann ich damit, die Umge­bung mein­er Erin­nerung zu erkun­den. Ich ent­deck­te eine Tante. Wenn die Tante zu Besuch kam, küsste sie mich auf die Stirn. Es gab dann immer Lauch­suppe, weil sie einen Gemüse­händler kan­nte, der ihr Lauch­stan­gen schenk­te. Diese Tante also, deren Gesicht zer­furcht war von unzäh­li­gen Fal­ten, schenk­te mir ein­mal ein Buch genau dieser erwäh­n­ten Art, ein Buch, dessen Seit­en miteinan­der ver­bun­den waren, so dass ich jede Seite mit ein­er Schere zunächst von der näch­sten tren­nen musste. Das Buch war kein Kinder­buch gewe­sen, ich hat­te noch nicht sehr viel mit Büch­ern zu tun zu diesem Zeit­punkt, aber Nathalie Sar­raute, die damals unge­fähr in meinem Alter gewe­sen sein kön­nte, in einem Alter, als mich die Tante mit den Lauch­stan­gen noch besuchte. Sie notierte: Es liegen über­all Büch­er herum, in allen Zim­mern, auf den Möbeln und sog­ar auf dem Boden, Büch­er, die Mama und Kola gebracht haben oder die mit der Post gekom­men sind … kleinere, mit­tlere und große …Ich nehme die Neuankömm­linge in Augen­schein, ich schätze die Mühe, die jedes erfordern wird, die Zeit, die es mich kosten wird … Ich wäh­le eins aus und set­ze mich mit dem aufgeschla­ge­nen Buch auf den Knien hin, ich umk­lam­mere das bre­ite Papier­mess­er aus grau ausse­hen­dem Horn, und ich fange an … zuerst zertren­nt das waagerecht gehal­tene Papier­mess­er den oberen Falz der vier zusam­men­hän­gen­den Dop­pel­seit­en, dann senkt es sich, richtet sich wieder auf und gleit­et zwis­chen die bei­den Seit­en, die nur noch längs­seits miteinan­der ver­bun­den sind … dann kom­men die „leicht­en“ Seit­en, sie sind an ihrem lan­gen Rand offen und brachen nur noch oben getren­nt wer­den. Und wieder die vier „schwieri­gen“ Seit­en … und dann vier „leichte“, und dann vier „schwierige“, und so weit­er, immer schneller, meine Hand wird müde, mein Kopf wird schw­er, er brummt, mir wird ein wenig schwindlig, … „Hör jet­zt auf, mein Liebling, das reicht, hast du wirk­lich nichts Inter­es­san­teres zu tun? Ich werde beim Lesen sel­ber auf­schnei­den, das stört mich nicht, ich mache das ganz automa­tisch …“ Es kommt jedoch nicht in Frage, dass ich aufgebe. — stop / Nathalie Sar­raute Kind­heit — aus der franzö­sis­chen Sprache über­set­zt von Eri­ka und Elmar Tophoven

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nord­pol : 5.02 — Im Sep­tem­ber des Jahres 2010 fahren Josephine und ich auf der Stat­en Island Fähre John F. Kennedy spazieren. Ein schwül­warmer Tag. Gewit­ter­wolken, vom Meer her gekom­men, hän­gen tief über der Upper Bay. Die Luft knis­tert. Möwen umkreisen das Schiff, wie irr stürzen sie immer wieder herab, schnap­pen nach Pas­sagieren, die auf der Prom­e­nade fotografieren, als ob jede einzelne von ihnen bere­its von einem Blitz getrof­fen wor­den sei. Wir sitzen, unteres Deck, auf ein­er der Holzbänke der mit­tleren Rei­hen. Ich erin­nere mich noch gut an die Stimme der alten Dame, wie sie aufgeregt erzählt. An einem ähn­lichen Tag im Jahr 1966, sie war noch eine junge Frau gewe­sen, habe sie an Bord der John F. Kennedy Louis Arm­strong beobachtet. Dort, genau dort saß er, sagt sie, und deutet auf eine Bank in der Nähe der Fen­ster, die an diesem Tag völ­lig leer ist. Ein Fotograf und zwei weit­ere Män­ner seien damals um die bedeu­tende Per­son herum gelaufen, man habe ihn fotografiert. Ein schön­er Mann, sagt Josephine, ein wirk­lich schön­er Mann, und so berühmt. Sie lacht jet­zt und macht eine kurze Pause, schaut ost­wärts nach Brook­lyn hin. Ich war ein junges Mäd­chen, erzählt sie weit­er, und plöt­zlich saß dort Louis Arm­strong, ganz unglaublich, ich war starr vor Schreck gewe­sen. Er sah sehr müde aus, und er hat­te große Füße und war sehr schwarz für meine Ver­hält­nisse,  ein wirk­lich schwarz­er Mann, der vornehm gek­lei­det war und ich glaube, wenn ich mich erin­nere, dass sie auf etwas gewartet haben, immerzu sahen sich die Män­ner um, sie wirk­ten ein wenig gehet­zt, nur Louis Arm­strong nicht. Ich glaube, er hat mich damals gese­hen, wie ich ihn anstar­rte. Ich war erst 26 Jahre alt, und ich war glück­lich, diesem Mann per­sön­lich zu begeg­nen. Sei­ther habe ich immer, wenn ich die John F. Kennedy gese­hen habe, an Louis Arm­strong gedacht, jedes einzelne Mal. Die alte Dame Josephine erhebt sich, schlen­dert zu ein­er der Türen, die auf die Prom­e­nade führen. Ich muss ihr schnell fol­gen, sie kann die schw­eren Türen mit ihren eige­nen Hän­den nicht öff­nen. Draußen Sturm, das Meer schäumt. Riesige Seemöwen, gelbe Augen, sitzen auf der Rel­ing in unser­er Nähe. — Ende der Geschichte. — stop

josephine

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himalaya : 15.08 — Von ein­er Straße­nun­ter­führung aus beobachtet der Cel­list Nathaniel Ayers den Him­mel, ein kleines Fen­ster, von Fahrbah­nebe­nen begren­zt, das ger­ade in diesem Augen­blick ein Flugzeug durch­quert. Er fragt den Jour­nal­is­ten Steve Lopez: Do you fly this plane? Der Jour­nal­ist antwortet: No, I am here! Nathaniel set­zt staunend hinzu: I don’t know how god works! / Filmzeit 18 Minuten 7 Sekun­den: The Soloist. Direc­tor: Joe Wright. — stop

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himalaya : 2.55 — Die Beobach­tung vor weni­gen Minuten, dass ich mir selb­st niemals die Hand geben kön­nte, so wie ich ein­er Per­son zur Begrüßung meine rechte Hand ent­ge­gen­strecke, wenn ich höflich zu sein wün­sche. Wie auch immer ich je meine linke und meine rechte Hand simulierend wen­dete, kippte, ver­drehte und ver­renk­te, ich scheit­erte. Erstaunlich. — stop

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kil­i­mand­scharo : 0.58 – Fünf Fin­ger. Hand für Hand fünf Fin­ger. Immer wie­der erstaun­lich. Ger­ade eben habe ich an mei­nen lin­ken Zei­ge­fin­ger gedacht. Ich habe in mei­nem Kopf gesagt: Bewege Dich! Und der Zei­ge­fin­ger bewegte sich. Diese Hand auf dem Tisch scheint meine Hand zu sein. Das Geräusch des Atems. Selt­same Spra­che. – stop

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oli­mam­bo : 0.02 — Dass ich gut denken und erfind­en kann, sobald ich Libellen beobachte oder von Libellen beobachtet werde, habe ich vor Jahren bere­its bemerkt. Das ist möglicher­weise so, weil Libellen sich in der Art und Weise der Gedanken selb­st bewe­gen. Sie scheinen lange Zeit still in der Luft zu ste­hen und sind doch am Leben, was man daran erken­nen kann, dass sie nicht zu Boden fall­en. Etwas Zeit verge­ht, wie immer. Und plöt­zlich haben sich die feinen Libel­len­raubtiere weit­er­be­wegt. Sie sind von ein­er Sekunde zur näch­sten Sekunde an einem anderen Ort angekom­men. Genau so scheint es mit Gedanken zu sein. Sie sprin­gen weit­er und machen neue Gedanken, ohne dass der Weg von da nach dort sicht­bar oder spür­bar gewor­den wäre. Irgend­je­mand müsste jet­zt sofort Libellen erfind­en, die Geräusche der Zikaden erzeu­gen, dann wär ich zufrieden. — stop

unterwassertapete5

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echo : 5.05  — Vor langer Zeit hat­te ich das Wort Mikro­fon­buch notiert. Fünf Jahre später ent­deck­te ich das Wort wieder. Denkbar ist, dass ich das Wort Mikro­fon­buch notierte, ohne zu wis­sen, was das Wort bedeutet. Eine Art wartendes Wort: Aus dir kön­nte noch etwas wer­den. — stop

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MELDUNG. An diesem war­men Mittwoch, es war 7 Uhr und 8 Minuten in der Früh, wurde Käfer­dame Lucin­da [ 15 Gramm ] von Käfer Joseph [ 22 Gramm ]  erst­mals mit­tels rhyth­mis­ch­er Lumi­neszen­zen von vio­let­ter Farbe begrüßt. Sie selb­st morst in gel­blich­er Beleuch­tung. ~ MPI für Biotech­nolo­gie, Unger­erstr 12, 6. Stock : Labor IIc-8 : Lev­el 4. — stop
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MELDUNG. Engel, Schule zu St. Nazaire, sind heute Abend von 10 bis 11 bei leichter Nacht­fliegerei nahe St. Goar [ östlich­es Rhein­ufer ] anzutr­e­f­fen. Ein­tritt frei. — stop

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india : 0.55 UTC — Ameisen, S c h n e e a m e i s e n, näh­ern sich. — Ein gut sicht­bares Geräusch. — stop

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nord­pol : 12.28 UTC – Jahre der Beobach­tung. Ich betra­chtete eine Per­son, was sie notierte, und in welch­er Art und Weise sie kom­men­tierte, ein stre­it­bar­er Men­sch. Was bedeutet präszise, wenn ich schreibe: Ich beobachtete in der dig­i­tal­en Sphäre eine Per­son, ihre Spuren? Han­delte es sich um eine geheime Oper­a­tion? Beobachtete ich mit neugieri­gen, anerken­nden Augen, oder waren meine Augen auf der Suche nach Schwächen, Fehlern, Ver­w­er­fun­gen, waren meine Augen gierige Augen? Ver­mag ich das Wesen meines Blicks dauer­haft mit­tels eines Vor­satzes zu tauschen? — stop

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delta : 0.36 UTC — Ich stellte mir einen Nacht­mann vor, der unter einem Schirm durch die Welt reist, oder mit einem leicht­en Zelt, das sich beleucht­en lässt, wie sich auch der Schirm beleucht­en läßt. Ein­mal erre­icht der Mann die südliche Küste der Insel Kre­ta. Er beschloß, an einem Strand nahe Soughia zu über­win­tern. Er errichtete daraufhin sein Zelt im Schat­ten eines Salzbaumes. Nun kon­nte man ihn nachts im Dorf oder am Strand herum­laufen oder spazieren sehen. Am Tag ruhte er in der Dunkel­heit seines Zeltes und schlief oder las oder tele­fonierte im Licht sein­er Lam­p­en. — stop

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tan­go : 6.52 UTCVielle­icht kann ich, wenn ich das Meer in den Straßen Venedigs beobachte, von Wellen­be­we­gun­gen sprechen, die einem sehr langsamen Rhyth­mus fol­gen, von Halb­tageswellen, von Wellen, die sich, sobald ich sie jen­seits ihrer eigentlichen Zeit betra­chte, wie Palo­mars Sekun­den­wellen benehmen. — Wann begin­nt und wann genau endet eine Welle? Wie viele Wellen kann ein Men­sch ertra­gen, wie viele Wellen von ein­er Wellenart, die Knochen und Häuser zertrüm­mert? – Däm­merung. Stille. Nur das Geräusch der tropfend­en Bäume. Eine Nacht voll Regen, glim­mende Vögel irren am Him­mel, Nachtvögel ohne Füße, Vogel­we­sen, die niemals lan­den. — stop
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