lido santa maria elisabetta

2

tango : 22.06 UTC – Eine Welt ohne Auto­mo­bile kenne ich nicht. Auch eine Welt ohne Strom ist mir nicht bekannt. Nach Stunden der Fahrt mittels Wasser­bussen hin und her und herum, muss ich deshalb an Land gehen, muss meine Schreib­ma­schine mit Strom versorgen, um arbeiten zu können. Ich stellte mir einmal vor, wie ich unter Vene­zia­ne­rinnen und Vene­zia­nern sitze mit einer klap­pernden Olym­pia­schreib­ma­schine auf den Knien. Oder das Notieren von Hand in ein Notiz­buch auf schwan­kenden Sitz­ge­le­gen­heiten der Dampf­schiff­chen reisend. Man kann niemals erahnen, in welche Rich­tung sich die Welt bewegen wird. Plötz­lich fährt die Stift­spitze unter der Hand sprung­haft vorwärts oder rück­wärts, zieht eine Linie jenseits geplanter Schrift­zei­chen, bildet die Bewe­gung des Meeres auf Notiz­pa­pieren nach. In der digi­talen Zeit werden verrückte Zeichen, Folge der Meeres­be­we­gung von dem Korrek­tur­ge­dächtnis der elek­tri­schen Schreib­ma­schine unver­züg­lich korri­giert. Eine wunder­bare Beob­ach­tung ist, wie ich sicherer werde im Stehen auf dem Wasser im Bus. Beob­ach­tete hunderte Male Knoten­bin­dung in dem Moment, da sich das Batello dem Lande nähert, da es anzu­legen wünscht, sodass es für einen kurzen Moment selbst zu Land wird. Wie wir Menschen dann über Brücken gehen, wie tanzen. Am Abend einmal spürte ich die uralte Stadt selbst unter mir schwanken. Da ich mich in diesem Augen­blick dem Lido nähere, bemerke ich, dass ich die Erfin­dung der Auto­mo­bile bereits nach wenigen Tagen vergessen habe. – stop
ping

ping

ping

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


ping
Top