malta : schnüre von luft

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sierra : 15.08 – Heute Morgen, der Koffer lag bereits geöffnet auf dem Bett, konnte ich wieder das Wasser hören, wies sich in nächster Nähe bewegte. Hatte ein  Ohr an eine Zimmer­wand gelegt, da waren Stimmen, die sich mit dem Wasser unter­hielten, gedämpfte Geräu­sche, Wörter, die ich noch nie zuvor vernommen hatte. War dann spazieren in den Schatten, habe Namen gesam­melt, Türen und ihre Farben, die Gestalt der Treppen, der Brief­kästen, der Fens­ter­räume, Menschen­spuren, durch alltäg­liche Bewe­gung der Jahr­hun­derte in die Stein­haut der Straßen einge­tragen. Wilde Leitungen kreuzten von Haus zu Haus. Ich stellte mir vor, Schnüre umman­telter Luft, jedes Telefon sei mit weiteren Tele­fonen durch je eine eigene Leitung verbunden. Und da waren beleuch­tete Chris­tus­fi­guren an Häuser­ecken. Ein paar Jungs spielten Fußball gegen stärkste Neigung des Bodens mit einem Ball, der ostwärts flüchten wollte. Am Hafen hockten Männer auf leichten Stühlen von Holz. Sie schau­kelten Ruten über klarem Wasser, in dem kein Fisch zu sehen war. Lange Zeit der Beob­ach­tung. Die Männer plau­derten in ihrer weichen malte­si­schen Sprache, für einen Moment war mir gewesen, als ob sie durch Beschwö­rung, durch ihr Lachen, Fische erzeugten, die genau in dem Moment ihrer Entste­hung sich in die wartenden Haken der Jäger verbissen, um auf der Stelle in die Luft gezogen zu werden, Fische mit silbernen Bäuchen, blauen Rücken, gelben Augen, Erfin­dungen, wie Wörter aus dem Nichts, die sich zu Linien formieren und bleiben. Dann weiter.

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