winterfliegen

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charlie : 6.37 – Regen fällt. Soviel Regen fällt, dass die Nacht­luft hell wird vom Wasser. Viel­leicht war es diese Helle, die mich an die Frage nach der Exis­tenz der Winter­fliegen erin­nerte. Vor einigen Tagen hatte ich mich auf die Suche nach dieser Spezies begeben. Nicht in der wirk­li­chen, aber in der Welt der Zahlen, welche Zeichen, Bilder, Filme in Licht­ge­schwin­dig­keit durch den Raum trans­por­tieren. Ich suchte nach Winter­fliegen vornehm­lich in den Maga­zinen digi­taler Biblio­theken, aber ich habe keine Flie­gen­sorte gefunden, die meinen Vorstel­lungen einer polaren Flie­gen­gat­tung entspro­chen haben würde, denn die Art der Winter­fliegen sollte in eisiger Umge­bung exis­tieren, in Höhlen, stelle ich mir vor, die sie mit ihren Flie­gen­füßen höchst­per­sön­lich in den Schnee gegraben haben. Viel­leicht sind sie von Natur aus eher kühle Wesen, oder aber sie tragen einen Pelz, ein Fell, wie das der Eisbären, weiche, weiße Mäntel von Haut und Haar, die ihre äußerst langsam schla­genden Herzen schützen. Diese Fliegen werden einhun­dert Jahre oder älter, sie könnten sich von feinsten Stäuben ernähren, vom Plankton der Luft, das aus wind­ge­bückten Wäldern ange­flogen kommt, Moose, Birken­pollen, Kotsand von nordi­schen Füchsen. Ich stelle mir vor, dass diese Fliegen so weiß sind, dass man sie nicht sehen wird, wenn sie über den Schnee spazieren. Man wird meinen, der Schnee bewege sich selbst oder es wäre der Wind, der den Schnee bewegt, aber statt­dessen sind es die Fliegen, die nicht größer sind als jene Fliegen, die nacht­wärts in meiner Küche im Sommer aus einem Apfel steigen. – stop
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