von den ohrenvögeln

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marim­ba : 18.15 — Will eine Bemerkung über Ohren­vögel notieren. Ich ent­deck­te sie gestern während eines Spazier­gangs. Ohren­vögel kom­men ohne Aus­nahme paar­weise vor. Haut von hellem Led­er, Haut, die man als Beobachter oder als Besitzer eines Ohren­vo­gelpärchens wei­thin überblick­en kann, weil sie völ­lig nackt sind, abge­se­hen von ihren Flügeln, dort existieren Fed­ern, so feine Fed­ern, dass man sie, wüsste man es nicht bess­er, für Pelz hal­ten kön­nte, Fed­er­pelze in gelb und rot und blau, kräftige Far­ben, die eige­nar­tig­ste Muster bilden, so indi­vidu­ell wie die Fin­ger­ab­drücke an den Hän­den men­schlich­er Wesen. Ohren­vögel sind von eher klein­er Gestalt, sind etwa so groß wie ein Fin­ger­hut, und ver­fü­gen über Schn­abelat­trap­pen, die den Schnä­beln der Kolib­ris ähn­lich sind. Über­haupt wird man sich als Betra­chter der Ohren­vögel oft an genau diese Gat­tung kle­in­ster Luftwe­sen erin­nert fühlen. Das sehr Beson­dere an ihrer Exis­tenz ist jedoch, dass sie den Kör­pern jen­er Men­schen, die sie bewohnen, eng ver­bun­den sind. Genauer gesagt, wür­den sie ohne diese Verbindung über­haupt nicht existieren, eine blauhäutige Nabelschnur so fein wie ein Faden Zwirn schließt sie an die Ohren der Men­schen an, je ein Vogel links und ein Vogel rechts des Halses. Blut fließt von da nach dort, weswe­gen Ohren­vögel wed­er trinken noch essen, also auch nicht jagen oder sam­meln. Man kön­nte vielle­icht sagen, dass sie nur zum Vergnü­gen leben, zur Zierde und Freude auch jen­er Men­schen, die sie begleit­en. Wenn sie nicht Stunde um Stunde unter den Ohren ihrer Besitzer schaukeln und schlafen, fliegen sie sehr gern in der näheren Umge­bung herum. Weit kom­men sie selb­stver­ständlich nicht, aber weit genug immer­hin, um einan­der begeg­nen zu kön­nen, der eine Vogel zu Besuch auf der Hals­seite des Anderen, man sitzt dann gemein­sam auf ein­er Schul­ter und schaut auf die große Welt hin­aus. Oder man trifft sich heim­lich hoch oben auf dem Kopf des bewohn­ten Men­schen, eine ver­traute Welt, zur gegen­seit­i­gen Pflege und zum Gespräch. Ihre Stim­men sind so hell, dass men­schliche Ohren nicht in der Lage sind, sie zu vernehmen. Nichts weit­er. – stop
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