staten island ferry : prozession

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nord­pol : 5.55 – Eine Geschichte ist zu erzählen an diesem Mor­gen küh­ler Luft kurz vor Sep­tem­ber. Diese Geschichte ereignete sich bere­its vorgestern, nachts, bei mir zu Hause, weil ich mich nicht entschei­den kon­nte, was ich unter vie­len Din­gen, die zu tun gewe­sen waren, zunächst erledi­gen sollte, also machte ich alles zur gle­ichen Zeit. Ich hat­te eine Enten­brust zu Morcheln und Pflau­men gelegt. Außer­dem hat­te ich mir vorgenom­men, ein weit­eres anatomis­ches Ton­band abzuhören, eine jugendliche Stimme berichtete vom Dach des Kühlschrankes aus leise vor sich, während ich kochend Fernse­hbilder eines Hur­rikans beobachtete, der sich auf die Stadt New York zube­wegte. > Wenn ich von meinen Wochen im Prä­pari­er­saal spreche, dann spreche ich gerne von mein­er Traumzeit. stop > Zu diesem Zeit­punkt, das ist festzuhal­ten, war ich nicht ganz bei der Sache gewe­sen, nicht wirk­lich in der Nähe der Gedanken, die ein junger Mann für mich aus­ge­sprochen hat­te, ander­er­seits auch nicht aus­re­ichend konzen­tri­ert auf das Geschehen jen­seits des atlantis­chen Ozeans. Ein­mal stellte ich den Ton des Fernse­hgerätes lauter, wen­dete die Brust des Vogels in der Pfanne und hörte genau in diesem Moment, der Schiffsverkehr um Man­hat­tan herum sei eingestellt, das war kurz nach Mit­ter­nacht europäis­ch­er Zeit gewe­sen. Ich meinte außer­dem gehört zu haben, man sei ger­ade damit beschäftigt, die Fähren der Stat­en Island Verbindung den Hud­son Riv­er hin­auf, in eine sichere Umge­bung zu trans­ferieren. Ein feines Bild, das sich vor meinen Augen sofort entwick­elte. Acht orange­far­bene Schiffe in ein­er Rei­he hin­tere­inan­der auf dem großen Fluss, Schiffe, die sich gewöhn­licher­weise pen­del­nd aneinan­der vor­bei bewe­gen. Ich stürmte aus der Küche, in der Hoff­nung auf dem Fernsehschirm ein Bild zu sehen, das dem ger­ade eben noch in meinem Kopf ent­wor­fe­nen Bild ähn­lich gewe­sen sein kön­nte. Anstatt ein­er Fährgeschichte, war nun jedoch vom Regen die Rede, von den Winden des Hur­rikans, die über den feucht­en Strand nahe der Stadt Ocean Pines fegten. Ein Reporter, der tropfte, ver­har­rte tapfer, Füße im Wass­er, vor ein­er Fernsehkam­era, die in größer­er Ent­fer­nung, demzu­folge sich­er, mon­tiert gewe­sen war. Er hielt ein Mikrophon in der Hand, das merk­würdig fauchende Geräusche erzeugte. Möwen, spitze gelbe Schnä­bel in den Sturm gerichtet, ver­har­rten in sein­er Nähe, sie macht­en einen zufriede­nen Ein­druck, authen­tis­che Tiere, während ich, weit­er­hin die Prozes­sion der Fährschiffe im Kopf, zurück in die Küche spazierte. Ein selt­sames Gefühl von Nichtwirk­lichkeit in der Nähe mein­er Feuer­stelle, ein großes Durcheinan­der, das ich zu sortieren ver­suchte, in dem ich bis in den frühen Mor­gen des Son­ntags hinein, auf allen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Kanälen verge­blich Beweise dafür zu find­en suchte, dass Fährschiffe der Stat­en Island Verbindung sich tat­säch­lich an diesem späten Sam­stagabend, als ich mich nicht entschei­den kon­nte, auf dem Hud­son Riv­er stro­maufwärts bewegten. — stop. — Ende der Geschichte. — stop

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