eine sprechende maschine

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remington : 6.52 – Vor wenigen Tagen hatte ich von der Entde­ckung eines Museums der Nacht­häuser erzählt, das sich am Shore Boule­vard nörd­lich der Hell Gates Bridge befindet, die den Stadt­teil Queens über den East River hinweg mit Randilis Island verbindet. Es ist noch immer ein recht kleines Haus, rote Back­steine, ein Schorn­stein, der an einen Fabrik­schlot erin­nert, ein Garten, in dem verwit­terte Apfel­bäume stehen, der Fluss so nah, dass man ihn riechen kann. Heute liegt der Garten tief verschneit. Ich stehe unter einem der Apfel­bäume, die ohne Blätter sind. Dieser Baum trägt seine Sommer­früchte so, als ob er sie fest­halten würde, sie sind etwas kleiner geworden, voller Falten, aber sie leuchten rot und sie duften. Der junge Mann, der mich bereits einmal durch das Museum geführt hatte, kommt in diesem Moment auf mich zu. Er freut sich, dass ich wieder­ge­kommen bin. Eine Weile stehen wir uns gegen­über, es ist zum Erbarmen kalt, wir treten von einem Bein aufs andere, während der junge Mann eine Ziga­rette raucht, dann ist es fast dunkel und wir treten wieder in das Museum ein. Er will mir eine kleine Maschine zeigen, die im ersten Stock seit vielen Jahren in einer weiteren Vitrine sitzt. Auf den ersten Blick scheint es sich um eine ähnliche Appa­ratur zu handeln, wie jene von der ich berich­tete. Ein Gecko von Metall, der in der Lage ist, sich zum Zwecke protes­tie­render Kommu­ni­ka­tion Wände hinauf an die Decke eines Zimmers zu begeben, um sich dort fest­zu­saugen. Aber anstatt eines oder mehrerer Schlag­in­stru­mente, mit welchen gegen die Decke getrom­melt werden könnte, verfügt dieses kleine Wesen über einen Laut­spre­cher, der wie ein Mund gestaltet ist, und deshalb hervor­ra­gend geeignet zu sein scheint, heftige Geräu­sche des Spre­chens zu erzeugen. Bei dieser Appa­ratur, sagt der junge Ange­stellte, handelt es sich um den ersten Decken­spre­cher der Geschichte, ein äußerst sinn­volles Gerät. Er fordert mich auf, näher zu treten. Sehen Sie genau hin, sehen Sie, er ist verbeult! Tatsäch­lich war der kleine eiserne Gecko von zahl­rei­chen Schlägen so verletzt, dass er viel­leicht kaum noch in der Lage gewesen war, seiner Aufgabe nach­zu­kommen. Denkbar ist, dass er in einer Nacht der Tagmen­schen derart wirkungs­voll gear­beitet haben könnte, dass man ihn fangen wollte, weshalb man in die Wohnung des Nacht­men­schen einge­bro­chen war, um ihn zum Schweigen zu bringen. Als man das rampo­nierte Gerät viele Jahre später öffnete, entdeckte man eine Tonband­spule, auf welcher Lite­ratur von Bedeu­tung fest­ge­halten war. Ein Bruch­stück der histo­ri­schen Aufnahme war noch vorhanden gewesen, und jetzt, in dieser Nacht, spielt mir der junge Mann vor, was der Apparat gespro­chen hatte. Eine äußerst laute schep­pernde Stimme ist zu vernehmen: Zuerst wollte er mit dem unteren Teil seines Körpers aus dem Bett hinaus­kommen, aber dieser untere Teil, den er übri­gens noch nicht gesehen hatte und von dem er sich keine rechte Vorstel­lung machen konnte, erwies sich als zu schwer beweg­lich; es ging so langsam; und als er schließ­lich, fast wild geworden, mit gesam­melter Kraft, ohne Rück­sicht sich vorwärts stieß, hatte er die Rich­tung falsch gewählt, schlug an dem unteren Bett­pfosten heftig an, und der bren­nende Schmerz, den er empfand, belehrte ihn, dass gerade der untere Teil augen­blick­lich viel­leicht der empfind­lichste war. – Hier endet die Spule, ums sofort wieder von vorne zu beginnen. – stop

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