Aus der Wörtersammlung: kreischen

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yanuk : zwergseerosen

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char­lie

~ : yanuk le
to : louis
sub­ject : ZWERGSEEROSEN
date : nov 8 08 10.25 p.m.

Drei lan­ge Stun­den geklet­tert, um Höhe 310 zu errei­chen. Kein Regen, aber Nebel, sehr dich­ter, küh­ler Nebel. Auf­stieg fort­ge­setzt. Ich konn­te die klei­nen Affen hören, ihr unent­weg­tes, lei­ses Knat­tern, mit dem sie sich ver­stän­di­gen, wenn sie sich nicht sehen kön­nen, eine Art Radar­spra­che, die nichts bedeu­tet, als: Hier bin ich, hier, am Ende des Geräu­sches! Sie haben mich beglei­tet. Neh­me an, auch ich war für sie unsicht­bar gewe­sen, aber sie konn­ten wohl mei­nen Atem hören, das Krat­zen mei­ner Fin­ger an der Rin­de, mein Schuh­werk, mein Äch­zen, wenn ich mich wei­ter­zie­hen muss­te. Kurz bevor wir Höhe 382 erreich­ten, wur­de es hel­ler, dann eine schar­fe Linie zwi­schen Dampf­luft und tro­cke­ner Luft. Es war ganz so, als hät­te ich mei­nen Kopf aus dem Was­ser gestreckt, als hät­te ich tage­lang getaucht. Die Affen waren schon da, begrüß­ten mich krei­schend. Sie sahen lus­tig aus, feuch­tes Fell, waren über und über mit Blü­ten bedeckt. Ich sage Dir, Mr. Lou­is, ein fan­tas­ti­scher Aus­blick. Aber­tau­sen­de Zwerg­see­ro­sen schwe­ben oder schwim­men auf der Ober­flä­che des Nebels. Ich weiß jetzt, wes­halb es in den ver­gan­ge­nen Tagen so düs­ter gewe­sen ist. Ich wer­de mich jetzt ein­rich­ten hier oben und etwas aus­ru­hen. — Cucur­ru­cu! Yanuk

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20.12 UTC
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yanuk : monkeys

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papa

~ : yanuk le
to : louis
sub­ject : MONKEYS
date : nov 2 08 8.17 p.m.

Habe zwei Tage und zwei Näch­te ohne Unter­bre­chung geschla­fen. Hat­te von einem Blatt gekos­tet, das mir nicht bekannt gewe­sen war. Ich sage Dir, Mr. Lou­is, eine Müdig­keit, ganz wun­der­bar, sehr plötz­lich, leicht und warm, unwi­der­steh­lich warm. Es ist jetzt kurz vor acht Uhr und bereits dun­kel gewor­den. Ich sit­ze noch immer auf Höhe 286 im Zelt unter 15 klei­nen Affen. Sie sind zurück­ge­kehrt, wäh­rend ich schlief, haben mei­ne Vor­rä­te an Tro­cken­fleisch geplün­dert und toben und krei­schen her­um, dass man uns mei­len­weit hören wird. Will noch erwäh­nen, ich sehe sehr selt­sam aus, tra­ge auf der rech­ten Sei­te mei­nes Kop­fes kaum noch Haar, weil einer der Tama­ri­ne eine Sche­re im Ruck­sack ent­deck­te. Wer­de, wenn es wie­der hell gewor­den sein wird, eine Foto­gra­fie ver­su­chen, viel­leicht kann ich sie Dir sen­den. Hof­fe, dass der Regen bald auf­hö­ren wird. Seit ich mei­ne klei­ne Nach­richt an Dich zu schrei­ben begann, ist ein Affe nach dem ande­ren näher gekom­men. Sie sit­zen nun im Kreis um mei­ne Maschi­ne her­um und beob­ach­ten mei­ne Hän­de. Ich ahne, was sie sich bald wün­schen wer­den. — Cucur­ru­cu! Yanuk

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22.52 UTC
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taucher

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hima­la­ya : 0.12 — Men­schen, die tele­fo­nie­rend in U‑Bahnen sit­zen, machen Geräu­sche, als funk­ten sie aus einer ande­ren Zeit her­über, als wären sie Kon­ser­ve, als wür­de eine uralte Schall­plat­te abge­spielt, als wür­den sie in einem U‑Boot lang­sam sin­ken, krei­schen­de, knis­tern­de, kra­chen­de Töne aus ton­nen­schwe­rer Tie­fe, aus dem Infer­no spie­len­der Kra­ken Stim­men, die Frag­men­te flüs­tern, sodass man nur noch ver­damm­te letz­te Din­ge ant­wor­ten kann. Dann aber Stil­le. Ein wei­te­res Ende. Man steht her­um, man weiß nichts zu tun, man öff­net die Tür, Salz stürzt die Trep­pe her­auf, und Luft, eine Wel­le feuch­ter Luft, vom Was­ser gehetzt, das bereits um die Ecke don­nert. Kaum hat man einen Gedan­ken gefasst, ist alles geflu­tet, der Flur, das Bad, die Lun­ge. Jetzt trei­ben sie her­ein, schwe­ben in der Küche her­um, machen Zei­chen und Sät­ze, berich­ten von klei­nen Schreib­tisch­krie­gen, Kom­man­dan­ten der Tage. — stop

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