Schlagwort: westbengalen

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von turku nach kalkutta

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nord­pol : 5.38 — In der vor­letz­ten Nacht habe ich ein Ver­spre­chen ein­ge­löst, das ich mir selbst vor eini­gen Mona­ten gege­ben habe: Du soll­test jeden Text, den Du an die­ser oder ande­rer Stel­le ver­öf­fent­li­chen wirst, lesen Wort für Wort. Das ist, möch­te man mei­nen, eigent­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, nicht aber, wenn man Text­pas­sa­gen von erheb­li­chen Aus­ma­ßen publi­zie­ren möch­te, die von einer wei­te­ren Per­son oder von einem Com­pu­ter­pro­gramm auf­ge­schrie­ben wor­den sind. Es han­delt sich in die­sem Fall um eine Weg­be­schrei­bung, die Stre­cke führt uns von Tur­ku nach Kal­kut­ta über Land, und zwar zu Fuß. Um kurz nach Mit­ter­nacht nahm ich die Lek­tü­re auf, ver­folg­te mei­ne vir­tu­el­le Bewe­gung mit einem Fin­ger auf mei­nem Glo­bus, den Tau­ben nachts in aller Ruhe gern betrach­ten, wenn sie vor dem Fens­ter sit­zen. Ich neh­me an, sie wer­den die leuch­ten­de Erd­ku­gel für den Mond hal­ten oder für die Son­ne. Es war tat­säch­lich nahe Son­nen­auf­gang als ich mit mei­ner Lek­tü­re fer­tig wur­de. Ich weiss nun, dass jene von der Com­pu­ter­ma­schi­ne vor­ge­schla­ge­ne Stre­cke, nicht nur beschwer­lich wer­den könn­te, viel­mehr auch gefähr­lich sein wür­de. Lesen sie selbst: Zu Fuß 7.960 km, 1.599 Std.Turku, Finn­land nach Kal­kut­ta, West­ben­ga­len, Indi­en /// Tur­ku Finn­land : > Nach Süd­wes­ten Rich­tung Uni­ver­si­tets­ga­tan / Ylio­pi­s­ton­ka­tu 61 Links abbie­gen auf Uni­ver­si­tets­ga­tan  / Ylio­pi­s­ton­kat 18 m Links abbie­gen auf Aura­ga­tan  / Aura­ka­tu 400 m Wei­ter auf Aurabron/ Auran­sil­ta 110 m Wei­ter auf Kas­ken­ka­tu / Kas­kis­ga­tan 800 m  Wei­ter auf Kas­ken­tie / Kas­kis­vä­gen 1,0 km Wei­ter auf Nylands­ga­tan  / Nylands­vä­gen / Uuden­maan­tie / Rou­te 110 Wei­ter auf Rou­te 110 10,2 km step by step >

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westbengalen luftpostbrief

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nord­pol : 0.55 — Vor über einem Jahr im Som­mer habe ich von einem Freund einen Brief erhal­ten, der per Luft­post zu mir gekom­men war. Die­ser Brief wur­de an die­ser Stel­le bereits gesen­det. Lei­der konn­te ich mei­nem Freund damals nicht ant­wor­ten, weil er kei­ne pos­ta­li­sche Adres­se hin­ter­las­sen hat­te. Nun glück­li­cher­wei­se ein Lebens­zei­chen aus Tibet. Er schreibt, er habe sei­nen Brief unter mei­nen par­ti­cles ent­deckt, er freue sich. Die­se Nach­richt nun erreich­te mich per E‑Mail. Ich dach­te, sie könn­te natür­lich von über­all her gekom­men sein. Eigen­tüm­lich ist, dass mein Freund, wenn er an die­sem Abend über einen Anschluss an das Inter­net ver­fü­gen soll­te, mei­ne Ant­wort, die ich in der kom­men­den Stun­de notie­ren wer­de, unver­züg­lich erhal­ten wird, wäh­rend sein Brief aus Dar­jee­ling damals zwei Wochen unter­wegs gewe­sen war. Der Brief war von sei­ner äuße­ren Gestalt her ein Stan­dard­luft­post­brief, fühl­te sich aller­dings weich an, als wür­de ein dün­nes Tuch in ihm ent­hal­ten sein. Er war zudem etwas schwe­rer als üblich. Als ich ihn öff­nete fand ich ein hand­schrift­li­ches Schrei­ben vor, eine Foto­gra­fie und einen wei­te­ren Brief von klei­ne­rem For­mat, mit einer Art Ven­til in sei­ner Mit­te. Mein Freund notier­te am 25. Juni 2012 mit einem Blei­stift: Lie­ber Lou­is, seit zwei Wochen befin­de ich mich in West­ben­ga­len nahe Sona­da in einem klei­nen Haus, das voll­stän­dig von Holz gemacht ist. Ich gehe haupt­säch­lich spa­zie­ren und wenn ich ein­mal nicht spa­zie­ren gehe, fah­re ich mit dem Zug zwi­schen Jal­pai­guri und Dar­jee­ling hin und her. Eine wun­der­bare Zeit. Ich ken­ne inzwi­schen alle Zug­füh­rer per­sön­lich und so darf ich bei Dampf­be­span­nung vor­ne auf der Loko­mo­tive rei­sen. Du siehst mich anbei auf der Foto­gra­fie vor dem Kes­sel ste­hen, ja, ich bin unter den drei klei­nen Män­nern mit den Ruß­ge­sich­tern der in der Mit­te. Ich habe Dir, lie­ber Lou­is, etwas indi­sche Eisen­bahn­luft ein­ge­fan­gen. Sie ruht in den Umschlag gefüllt, der ver­mut­lich vor Dir auf dem Tisch liegt. Es wäre viel­leicht am bes­ten, wenn Du einen Stroh­halm ver­wen­den wür­dest, den Du mit dem Ven­til ver­bin­dest, um dann einen tie­fen Atem­zug durch ein Nasen­loch zu neh­men. Aller­beste Grü­ße Dein L. — stop

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westbengalen luftpostbrief

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gink­go : 2.25 — Ges­tern habe ich einen selt­sa­men Brief von einem Freund erhal­ten, der sich gera­de in Indi­en befin­det. Der Brief war von sei­ner äuße­ren Gestalt her ein Stan­dard­luft­post­brief, fühl­te sich aller­dings weich an, als wür­de ein dün­nes Tuch in ihm ent­hal­ten sein. Er war zudem etwas schwe­rer als üblich. Als ich ihn öff­ne­te fand ich ein hand­schrift­li­ches Schrei­ben vor, eine Foto­gra­fie und einen wei­te­ren Brief von klei­ne­rem For­mat, mit einer Art Ven­til in sei­ner Mit­te. Mein Freund notier­te am 25. Juni mit einem Blei­stift: Lie­ber Lou­is, seit zwei Wochen befin­de ich mich in West­ben­ga­len nahe Sona­da in einem klei­nen Haus, das voll­stän­dig von Holz gemacht ist. Ich gehe haupt­säch­lich spa­zie­ren und wenn ich ein­mal nicht spa­zie­ren gehe, fah­re ich mit dem Zug zwi­schen Jal­pai­gu­ri und Dar­jee­ling hin und her. Eine wun­der­ba­re Zeit. Ich ken­ne inzwi­schen alle Zug­füh­rer per­sön­lich und so darf ich bei Dampf­be­span­nung vor­ne auf der Loko­mo­ti­ve rei­sen. Du siehst mich anbei auf der Foto­gra­fie vor dem Kes­sel ste­hen, ja, ich bin unter den drei klei­nen Män­nern mit den Ruß­ge­sich­tern der in der Mit­te. Ich habe Dir, lie­ber Lou­is, etwas indi­sche Eisen­bahn­luft ein­ge­fan­gen. Sie ruht in den Umschlag gefüllt, der ver­mut­lich vor Dir auf dem Tisch liegt. Es wäre viel­leicht am bes­ten, wenn Du einen Stroh­halm ver­wen­den wür­dest, den Du mit dem Ven­til ver­bin­dest, um dann einen tie­fen Atem­zug durch ein Nasen­loch zu neh­men. Aller­bes­te Grü­ße Dein L. — Es ist jetzt 2 Uhr und 30 Minu­ten mit­tel­eu­ro­päi­scher Som­mers­zeit. John Col­tra­ne LIVE: The Green Dol­phin Street. — stop