Aus der Wörtersammlung: kinder

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blaue schuhe

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0.56 — Ich hat­te mir vor­ge­nom­men, eine klei­ne Notiz über eine Amei­se zu schrei­ben, die ich ges­tern Nach­mit­tag in einem U‑Bahn-Wag­gon ange­trof­fen hat­te. Aber dann habe ich mei­ne Hän­de gese­hen, wie sie dicht über der Tas­ta­tur der Schreib­ma­schi­ne auf Anwei­sung war­te­ten. Ich dach­te, dass mei­ne Hän­de jene ana­to­mi­schen Struk­tu­ren mei­nes Kör­pers sind, die ich am bes­ten ken­ne, weil ich sie viel­fach betrach­tet habe. — Alle Hän­de, die ich erin­nern kann, sind die Hän­de eines Men­schen, der nicht mehr Kind ist. Aber ich erin­ne­re mich an Bewe­gun­gen, die Kis­sen in einem Kin­der­wa­gen sor­tie­ren. Ich erin­ne­re mich an mei­nen Wunsch, in mei­nem Kin­der­wa­gen Ord­nung zu hal­ten. An höl­zer­nes Spiel­zeug erin­ne­re ich mich, das vor mei­ner Nase bau­mel­te. Da sind jetzt klei­ne, blaue Schu­he in mei­nem Kopf. Sie bewe­gen sich, wenn ich wün­sche, dass sie sich bewe­gen. — stop

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kinderwelten

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9.55 — Ich hat­te ein Kin­der­buch, das ich zufäl­lig in einer Kis­te ent­deck­te, vor mir auf den Schreib­tisch gelegt, illus­trier­te Erzäh­lun­gen aus Tau­send und einer Nacht. Ich konn­te mich an bei­na­he jedes Detail der Zeich­nun­gen, die sich in dem Buch befan­den, erin­nern, das heißt, ich erkann­te die Zeich­nun­gen wie­der, auch den Geruch des Papiers, einen Tin­ten­fleck, mei­ne kind­li­che Schrift, die eine der Erzäh­lun­gen kom­men­tier­te. Heu­te, ange­sichts zwei­er Buben, — sie kämpf­ten in einer U‑Bahn mit­tels hand­li­cher Kon­so­len ver­bis­sen gegen­ein­an­der -, die Vor­stel­lung, wie in Zukunft uralte Men­schen nicht Büchern, son­dern ihren Spiel­zeug­ma­schi­nen aus Kin­der­ta­gen begeg­nen, vir­tu­el­len Wel­ten von unge­heu­rer Rechen­leis­tung. — stop

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sekundengeschöpfe

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20.14 — Im Haus sind alle Fern­seh­ge­rä­te aus­ge­schal­tet. Eine bei­na­he geräusch­lo­se Welt. Aber da ist die Stim­me einer indi­schen Frau in mei­nem Kopf, wie sie vor dem Meer ste­hend nach ihren Kin­dern ruft. Eine lan­ge Zeit ist das her, das Meer und die­se Frau. Ich scan­ne uralte Foto­gra­fien der Stadt Paris : Stei­ne : Metal­le : Wol­ken : Män­tel : schwarz und weiß und grau. Das sum­men­de Geräusch der Maschi­ne, sobald Foto­gra­fien aus der Welt des Zel­lu­loids in die Welt der digi­ta­len Spei­che­rung wan­dern. Ein Mann, der in der geöff­ne­ten Tür eines Metro­wag­gons unter Art­ge­nos­sen steht. Eine jun­ge Frau. Der Indi­sche Oze­an. Sie kniet jetzt. Sekun­den­ge­schöp­fe. — stop

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