Aus der Wörtersammlung: löffel

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die privatheit der engel

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echo : 0.28 – Wovon ich nicht berich­tet habe, am Mitt­woch bereits ist mir ein Fie­beren­gel zuge­flo­gen. Jetzt kom­men sie schon im Okto­ber ange­reist, wol­len getrös­tet, wol­len unter­hal­ten wer­den. Der Engel, von dem ich gera­de spre­che, lun­gert seit zwei Tagen in mei­ner nächs­ten Nähe auf Kis­sen her­um. Ein Anblick, der mich nicht ein­schla­fen lässt, das Beben sei­nes Gefie­ders, Herbst­laub­far­ben, die über einen blas­sen Kör­per stür­men. Durch hohe Tem­pe­ra­tu­ren, die in sei­nem Inne­ren bren­nen, ist der klei­ne Engel so matt gewor­den, dass ich ihn in eine Hand legen, dass ich ihn wie­gen konn­te. Eine leich­te Per­son, 80 g, sitzt in die­sen Minu­ten, da ich mei­nen Text notie­re auf mei­ner Schul­ter links nicht ohne Grund. Ich hat­te mei­ne Par­tic­les­ar­beit betont und dass ich dort von sei­ner Gegen­wart erzäh­len wür­de. Man ahnt nichts von der Wild­heit ihres Wesens. Mei­nen Namen soll­test Du nicht erwäh­nen! Ich war­ne Dich, flüs­ter­te der Engel. Er saß im Moment sei­ner Dro­hung auf dem Stiel eines Löf­fels in mei­ner Küche, steck­te die Spit­ze einer Feder in war­men Honig und dozier­te von Geheim­nis­sen, die Engel und Men­schen umge­ben. Du und ich! So sitzt er also und beob­ach­tet, was ich gera­de notie­re. Ich weiß, ich könn­te, ein Wort zu viel, sofort in Flam­men auf­ge­hen, also hör ich bes­ser auf. — Eine hal­be Stun­de nach Mit­ter­nacht, der letz­te Tag des Okto­bers ist ange­bro­chen. – Gute Nacht!
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libellen

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sier­ra : 3.22 — Heut Nacht sitz ich im Dun­keln, weil ich her­aus­zu­fin­den wün­sche, ob Libel­len auch in licht­lee­ren Räu­men flie­gen, schwe­ben, jagen. Als ich ges­tern, das soll­ten Sie wis­sen, gegen den Mit­tag zu erwach­te, balan­cier­te eine Libel­le eben, mari­ne­blau, auf dem Rand einer Karaf­fe Tee, die ich neben mei­nem Bett abge­stellt hat­te, schau­te mir beim Auf­wa­chen zu und nasch­te, solan­ge ich nur ein Auge beweg­te, indem sie rhyth­misch mit einer sehr lan­gen Zun­ge bis auf den Grund des zimt­far­be­nen Gewäs­sers tauch­te. Viel­leicht jag­te sie nach Fischen oder Lar­ven oder klei­nen Flie­gen, nach Tee­flie­gen, kochend heiß, die küh­ler gewor­den sein moch­ten, wäh­rend ich schlief. Oder aber sie hat­te end­lich Geschmack gefun­den auch an süßen Din­gen des Lebens, wes­halb ich kurz vor Mit­ter­nacht einen Löf­fel Honig erhitz­te und auf die Fens­ter­bank trop­fen ließ, um dann sofort das Licht zu löschen. Und so war­te ich nun bereits seit drei Stun­den und höre selt­sa­me Geräu­sche, von Men­schen viel­leicht oder ande­ren wil­den Tie­ren. — stop

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salznamen

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2.01 — Dass die Fische eines Schwarms kei­ne Namen tra­gen. Auch die Som­mer­fä­den eines August­him­mels oder die Mole­kü­le eines Was­ser­trop­fens sind kaum je beschrif­tet, wie der Sand einer Wüs­te ohne jede Bezeich­nung ist, sodass man eine Hand­voll Sand nicht auf einen Tisch wer­fen könn­te und sagen, die­ser klei­ne Stein hier, das ist S‑sa­ha­ra-No 537675258386. Ich sehe Dich, aber ich gebe Dir kei­nen Namen. Statt­des­sen ver­su­chen wir den Him­mel. Wir sagen: Das ist Gala­xie M‑23. Und die­ser blaue Nebel hier ver­dun­kelt die Gala­xie M‑C58. Unse­re elek­tro­ni­schen Augen sind emp­find­lich. Wir könn­ten mit die­sen Augen viel­leicht einen Golf­ball auf dem Mond erken­nen oder eine Tele­fon­zel­le auf dem Mars, nicht aber einen Stern hin­ter einem Stern in einer 7 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­ten Spi­ral­ga­la­xie. Viel­leicht soll­te ich, wenn ich wie­der ein­mal auf­ge­regt sein wer­de, weil mir der Him­mel auf den Kopf zu fal­len droht, einen Tee­löf­fel Salz auf mei­nen Schreib­tisch schüt­ten und eine Zäh­lung und Bezeich­nung der Kris­tal­le vor­neh­men. Wie lan­ge Zeit wür­de ich zäh­len? Könn­te ich je wie­der auf­hö­ren? — stop

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