Aus der Wörtersammlung: rom

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von luftigen wesen

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ulys­ses : 15.01 UTC — Sind Samm­ler, die nicht exis­tie­rende Din­ge sam­meln, oder nicht exis­tie­ren­de Käfer­we­sen, sagen wir, Posau­nen­kä­fer, ja, sind die Samm­ler der Posau­nen­kä­fer viel­leicht als Erfin­der zu klas­si­fi­zie­ren? – stop

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#HongKongProtests

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ulys­ses : 22.46 MESZ — Seit eini­gen Jah­ren, ich muss das schnell erzäh­len, kau­fe ich immer wie­der ein­mal ein digi­ta­les Buch, obwohl ich mir vor­ge­nom­men hat­te, papie­re­nen Büchern, die ich in die Hand zu neh­men ver­mag, treu zu blei­ben, ihren Geräu­schen und ihrem Duft. Nun ist das zunächst so gewe­sen, dass ich Roman­an­fän­ge in der digi­ta­len Sphä­re zu sam­meln begann. In mei­ner klei­nen hand­li­chen Schreib­ma­schi­ne waren bald über ein­tau­send Lese­pro­ben ver­sam­melt. Mel­vil­les Erzäh­lung Bart­le­by war der ers­te digi­ta­le Text gewe­sen, den ich zu mir hol­te. Etwas spä­ter folg­ten Dos­to­jew­skij, Aus­ter, DeL­il­lo, Hum­boldt, John Dos Pas­sos. Plötz­lich bemerk­te ich, dass mir John Dos Pas­sos’ Buch­text Man­hat­tan Trans­fer feh­len wür­de, ich mei­ne, die­ser wun­der­vol­le Roman als wirk­li­ches Buch, das in mei­nem Bücher­re­gal ste­hen wür­de, sicht­bar sein Rücken, die­ses Buch habe ich gele­sen. Auch Hum­boldt Ansich­ten der Natur wür­de feh­len und Aus­ters Roman 4321. Ich ertapp­te mich bei der Über­le­gung, ein Stück Holz in mein Regal zu stel­len in der unge­fäh­ren Grö­ße des ori­gi­na­len papie­re­nen Buches. Ich dach­te, ich könn­te das Stück Holz mit einem Buch­rü­cken ver­se­hen, einer Kopie, ich könn­te dem­zu­fol­ge, eine Instanz des digi­ta­len Buches kre­ieren, die mir anzeigt, dass ich das Buch besit­ze, dass ich es gele­sen habe oder bald ein­mal lesen könn­te. Oder die Instanz eines Buches, das über­haupt noch als ein papie­re­nes Buch zu schrei­ben wäre: #Hong­Kong­Pro­tests — stop
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von teefliegen

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ulys­ses : 22.55 UTC — Wie ist das mit der Wirk­lich­keit oder der Wahr­heit in mei­nem schrei­ben­den Leben? Jah­re­lang wohn­te etwa eine Schne­cke in mei­ner Woh­nung, außer­dem ein Lich­ten­berg­fal­ter, Spring­spin­nen, Libel­len, ein Puma und Tee­flie­gen, immer wie­der Tee­flie­gen. Ich habe sie mit eige­nen Augen alle gese­hen oder mit mei­nen erfin­den­den Augen, die in mei­nem Kopf ver­wei­len. Ich könn­te des­halb sagen, nicht jeder mei­ner Trom­pe­ten­kä­fer wäre vor­zeig­bar, aber doch vor­stell­bar. Nun habe ich eine wei­te­re deut­li­che Spur gelegt hin zur Arbeits­be­schrei­bung, Radar ist zu lesen unter jedem mei­ner Par­tic­les – Tex­te, ein Hyper­link, der auf einen Text ver­weist, wel­cher mei­ne Arbeit beschreibt. Die­ser Text exis­tiert seit 12 Jah­ren, heu­te habe ich ent­spre­chen­de Text­pas­sa­ge, die Wirk­lich­keit und Erfin­dung bedeu­tet, zunächst unter­stri­chen, dann, weni­ge Minu­ten spä­ter in kur­si­ve Zei­chen gesetzt. Das muss genü­gen. — Ich wünsch­te, eine Rau­pe wür­de noch heu­te durch mein Zim­mer spa­zie­ren. — stop

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geräusch

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echo : 18.07 UTC — Von Zeit zu Zeit den­ke ich mir ein Geräusch aus und dann den­ke ich das Geräusch so lan­ge, bis ich mich an das Geräusch erin­nern kann. Ges­tern war das gedach­te Geräusch, das Trom­pe­ten eines Trom­pe­ten­kä­fers. Ein ganz wun­der­vol­ler Ton. — stop

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zählung

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echo : 0.01 UTC — Es heißt, ich wür­de das Wort Schnee 163 Male, das Wort Zim­mer 327 Male und das Wort Nacht 492 Male notiert haben an die­ser Stel­le in den ver­gan­ge­nen 10 Jah­ren, auch die Wör­ter Kopf (484) und Geschich­te (486) sind zu fin­den, das Wort Elek­tro­mond (1) und das Wort Dioden­hund (1), und eines, das hier noch nicht ein­ge­tra­gen ist, mir aber schon bekannt. — stop

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sammlung

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echo : 0.22 UTC — Ent­deck­te an die­sem Tag eine Samm­lung der Roma­ne, Erzäh­lun­gen und Jour­na­le Paul Nizons in einem Band. Das elek­tri­sche Waren­haus, wel­ches die­ses Buch ver­brei­tet, – nur noch sie­ben Exem­pla­re sol­len vor­rä­tig sein -, wirbt für den Kauf mit einer Preis­er­spar­nis von 82 Pro­zent, ein schwe­res Pro­dukt, in dem sich Buch­we­sen auf­lö­sen und die Zeit, in der sie zur Welt gekom­men sind. — Ein­mal, vor zehn Jah­ren, war ich Paul Nizon wie­der ­be­geg­net. Ich beob­ach­te­te, wie er in Paris eine sei­ner Arbeits­woh­nun­gen spa­zier­te. Natür­lich waren zwi­schen ihm und mir eine Kame­ra­lin­se, ein Bild­schirm und dort etwas ver­gan­ge­ne Zeit auf­ge­spannt. Trotz­dem konn­te ich ihn gut erken­nen. Er trugt einen klei­nen run­den Bauch vor sich her und sein Haar war grau gewor­den, und doch war er ganz der alte, ver­ehr­te Schrift­stel­ler geblie­ben. Vor allem sei­ne schö­ne Stim­me, das sorg­fäl­ti­ge Spre­chen, die war­me Melo­die der Spra­che, das Schwei­ze­ri­sche, hier waren sie wie­der, und auch das Ton­band­ge­rät, das auf einem Tisch ruhend die Luft­wel­len der notier­ten Sät­ze eines Tages erwar­te­te. Kurz dar­auf erin­ne­rte ich, dass ich Paul Nizon ein­mal per­sön­lich begeg­nete in der Stra­ße, in der ich noch immer woh­ne, und dar­an, dass ich damals dach­te: Er ist klei­ner, als ich erwar­tet habe. Er trug einen grau­en Man­tel, weiß der Teu­fel, wes­halb ich die Far­be sei­nes Man­tels gespei­chert habe, und einen Hut, neh­me ich an. Da war noch etwas Wei­te­res gewe­sen, mein Herz näm­lich schlug in einer Wei­se, dass ich’s in mei­nem Kopf hören konn­te. — Ein Früh­lings­abend. Und ich sag­te zu mir: Lou­is, reg dich nicht auf! Du bist an einem fla­nie­ren­den Geist vor­über­ ge­kom­men. — stop

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peziza

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romeo : 15.08 UTC – Einen Algo­rith­mus, der in der digi­ta­len Sphä­re wei­te­re Algo­rith­men erforscht und beschreibt, könn­te ich viel­leicht als einen Algo­rith­mus der Hum­boldt­klas­se bezeich­nen. — stop
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papiere körper

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echo : 0.14 UTC — Unlängst ent­deck­te ich in der digi­ta­len Sphä­re ein Buch des ame­ri­ka­ni­schen Autors David Fos­ter Wal­lace. Ich dach­te, die­ses Buch ist sehr umfang­reich, schwer, ver­mut­lich und ver­letz­lich. Ich dach­te außer­dem, dass Som­mer gewor­den ist, dass ich das Buch mög­li­cher­wei­se ger­ne in einem Park lesen wür­de, auf einer Bank sit­zend oder im Gras lie­gend. Plötz­lich kauf­te ich eine elek­tro­ni­sche Aus­ga­be des Romans Unend­li­cher Spaß, des­sen Instanz weni­ge Sekun­den spä­ter voll­stän­dig auf mei­ner klei­nen, fla­chen Schreib­ma­schi­ne ange­kom­men war. Sehr erstaun­lich, wie schnell das geht, geräusch­los, so die Anlie­fe­rung der voll­stän­di­gen Werk­aus­ga­ben Anton Tschechows, Franz Kaf­kas, Flaubert’s weni­ge Wochen zuvor. Nun ist das so, dass ich spür­te, dass etwas fehlt, obwohl ich einen kom­ple­xen Text über­mit­telt bekom­men, also zuge­nom­men habe, mei­ne Biblio­thek, die Aus­wahl mei­ner Bücher, Wör­ter, Gedan­ken, die ich in mei­nem Zim­mer auf und ab gehend sofort in die Hand neh­men und mir vor Augen hal­ten könn­te. Ich glau­be, ich wer­de mir ein Stück Holz suchen, oder einen klei­nen Kar­ton, den ich beschrif­ten könn­te, um ihn stell­ver­tre­tend in mein Regal zu stel­len zu wei­te­ren Büchern, die noch tat­säch­lich papie­re­ne Per­sön­lich­kei­ten sind. — stop
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nra

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romeo : 22.25 UTC — Das Radio erzählt, in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sol­len Waf­fen­lä­den exis­tie­ren, in wel­chen man schuss­si­che­re Umhän­ge für Hun­de erwer­ben kön­ne, Hun­de­män­tel, die gleich­wohl vor Regen­trop­fen schüt­zen. Erstaun­li­che Sache. — stop

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