Aus der Wörtersammlung: pes

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zwei erfinder

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fox­trott

~ : louis
to : Mr. sami tupavuari
sub­ject : penelope

Sehr geehr­ter Herr Tupa­vua­ri! Guten Abend! Ich hei­ße Lou­is. Sie wer­den mich nicht ken­nen. Ich hör­te, Sie sol­len ein Geräu­sch­wort­er­fin­der sein. Bis vor Kur­zem wuss­te ich nicht, dass Men­schen wie Sie exis­tie­ren. Umso glück­li­cher fühl­te ich mich, als mir ein Freund von ihren Fähig­kei­ten berich­te­te. Ich wen­de mich nun mit einer drin­gen­den Bit­te an Sie. Es geht dar­um, dass ich Ihnen von Pene­lo­pe zu erzäh­len wün­sche, einer sehr beson­de­ren Per­son, einer Frau, die in der Lage ist, Fin­ger in der Art und Wei­se der Eidech­sen von sich zu wer­fen. Sie wer­den sich viel­leicht wun­dern, wie so etwas mög­lich ist. Glau­ben Sie mir, auch ich wun­de­re mich von früh bis spät über die­ses fas­zi­nie­ren­de Geschöpf. Rei­ne Erfin­dung und doch schon ein drin­gen­der Fall. Sie müs­sen wis­sen, ich kom­me nicht wei­ter, weil ich ein Wort ent­beh­re, das mir nicht ein­fal­len will, ein Wort, eine Laut­schrift, die ein Geräusch wie­der­ge­ben oder dar­stel­len könn­te, das in genau jenem Moment ent­steht, wenn sich ein Fin­ger Pene­lo­pes von ihrem Kör­per löst. Ein Wort müss­te das sein, wel­ches von Haut und Kno­chen ist, ein leich­tes, win­di­ges, sanf­tes, erstaun­li­ches Wort. Wie uner­mess­lich dank­bar wäre ich Ihnen, lie­ber Herr Tupa­vua­ri, wenn Sie mir wei­ter­hel­fen, wenn sie sofort Ihre Arbeit auf­neh­men könn­ten. Ich fra­ge Sie nun in aller Eile: Was wür­de ein Wort, wie das gewünsch­te Wort, in etwa kos­ten? Mit bes­ten Grü­ßen – Ihr Louis

gesen­det am
28.09.2009
23.58 MESZ
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feuerkäfer

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hima­la­ya : 15.01 — Mit Freu­de an der Ent­de­ckung, an der Erfin­dung leuch­ten­der Wör­ter : Pini­en­syn­ap­se Bobol­i­no Lamel­le­ni­ris Tim­buk­tu Posau­ne Pata­go­ni­en metro­po­li­tan Kirsch­was­ser Kolo­ni­al­wa­ren­la­den Unter­was­ser­pan­ther Kamel Kara­wa­ne Zünd­holz Lumum­ba Got­tes­an­be­te­rin Kak­tee­nor­ches­ter Fla­neur Neu­fund­land Pene­lo­pe Stam­pe­ria Ohr­fei­ge Schi­rok­ko Him­mels­lei­ter Hibis­kus Sand­sturm Ohren­kuss Papier­licht Nas­horn­vo­gel Ping­pong luxie­ren Sala­man­der Depe­sche Engels­zun­ge Pyra­mi­den­bahn Glüh­bir­ne Suma­tra Madras Sema­pho­ring Cen­tral­sta­ti­on Feu­er­kä­fer Laby­rinth Nacht­haus Ölträ­ne Schnee­spin­ne Holo­lo­lun­der : silen­zio. — Sonn­tag. Leich­ter Regen. Wie ver­dammt gut die Luft heut riecht. — stop

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feuerbäume

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nord­pol : 2.15 — Im Süden, in den Ber­gen, liegt ein Tal in gro­ßer Höhe, eine Hoch­ebe­ne, die dicht von Ahorn­bäu­men bewach­sen ist. Jedes Jahr im Herbst möch­te man mei­nen, ein gro­ßes Feu­er sei im Tal unter den Bäu­men aus­ge­bro­chen, eine Feu­ers­brunst, die nicht nur alle die ver­wit­ter­ten Bäu­me ver­schlin­gen woll­te, son­dern gleich noch ein paar Berg­gip­fel und Dör­fer dazu. Aber das ist natür­lich Unsinn, die Luft ist für ein wirk­li­ches Feu­er viel zu kalt und die Wie­sen unter den Bäu­men sind saf­tig und feucht. Libel­len, schon lang­sam gewor­den, flie­gen auf und ab. Sie ahnen den Win­ter, wie die Sumpf­dot­ter­blu­men, die mor­gens nur noch außer­ge­wöhn­lich auf­ste­hen wol­len. Nichts Auf­re­gen­des also in die­ser Land­schafts­be­schrei­bung. Alles das kommt vor in den Ber­gen, auch Schu­len blut­jun­ger Ken­tau­ern, die in der Däm­me­rung ver­geb­lich nach Hasen jagen. Wenn da nicht jene selt­sa­men Pil­ze wären, die noch ohne Namen sind, weil man sich bis­her nicht eini­gen konn­te, ob sie nun tat­säch­lich noch Pil­ze oder nicht doch schon ganz ande­re Wesen sind. Solan­ge das Son­nen­licht ins Tal ein­fal­len kann, ver­ste­cken sie sich zwi­schen den Grä­sern der Berg­wie­se in Gestalt der Bovis­te, sobald es aber dun­kel gewor­den ist, ich kann ihnen sagen, flie­gen sie los. Sie ent­fal­ten Schir­me von unglaub­li­cher Grö­ße und leuch­ten in zitro­nen­gel­ber Far­be und schwe­ben stun­den­lang und laut­los dicht über die Kro­nen der Ahorn­bäu­me dahin. Was haben Pil­ze dort oben am Him­mel ver­lo­ren? Und wie fin­den sie wie­der zurück auf die Erde? War­um über­haupt kom­men sie zurück? Selt­sa­me Sub­stan­zen. Ich muss das im Auge behal­ten. – Es ist jetzt kurz nach 2 Uhr. Eigent­lich hat­te ich vor, einen klei­nen Brief an Kenzabu­ro Oe zu schrei­ben, um ihm mit­zu­tei­len, dass Mrs. Cal­las ges­tern in den frü­hen Mor­gen­stun­den end­gül­tig abrei­sen konn­te, dass sie für mich wie­der zu rei­nen Schrift­zei­chen gewor­den ist. Für die­sen Brief ist es jetzt zu spät. Wer­de mor­gen eine Depe­sche notie­ren. — stop

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karpfenzungen

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18.15 — Ich hör­te, eine U‑Bahn-Linie soll ein­mal vor lan­ger Zeit Euro­pa mit dem nord­ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent ver­bun­den haben. Sie folg­te dem 55. Brei­ten­grad unter atlan­ti­schen Gestei­nen, nahe Bryant Park, Man­hat­tan, stieg man zu. Dann fuhr man los. Man fuhr zwei Tage und drei Näch­te, Zeit, viel Zeit, Geschich­ten zu erzäh­len. Wenn Nacht gewor­den war unter dem Mee­res­bo­den, schlief man auf Hän­ge­mat­ten gebet­tet tief und fest, war wie­der Tag gewor­den, saß man plau­dernd vor den Fens­tern zu den Stei­nen. Am letz­ten Abend der Rei­se end­lich wur­de getanzt bis spät in die Nacht. Schon mit­tel­eu­ro­päi­scher Zeit, ser­vier­te man über offe­nen Feu­ern gebra­te­ne Täub­chen. Die waren prall gefüllt mit Karp­fen­zun­gen. Dann war’s fünf und Mor­gen über Buda­pest. Metro Vörös­mar­ty tér stieg man aus und jeder ging sei­ner Wege. – Zwei Uhr fünf­und­zwan­zig in Lha­sa, Tibet. — stop

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