Aus der Wörtersammlung: zimmer

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nacht wird um 8

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nord­pol : 0.05 UTC — Im Haus der alten Men­schen wird für sei­ne Bewoh­ner Nacht um 8, wenn für die Besu­cher gera­de eben­die­ses Hau­ses der Abend erst beginnt. Es war heu­te Gewit­ter­luft gewe­sen, wes­halb vie­le der alten Men­schen nicht auf­ste­hen woll­ten. Also blie­ben sie lie­gen und ver­irr­ten sich nicht. Es ist näm­lich so, dass man sich, wenn man im Haus der alten Men­schen ein Zim­mer genom­men hat, manch­mal nicht weiß, wer man ist, oder man weiß nicht, wo zu Hau­se sein könn­te, und bekommt, wenn man zu einer Schwes­ter sagt: Ich möch­te heim, zur Ant­wort: Mei­ne Lie­be, hier ist Daheim. Auf den Rücken der alten Men­schen, die nicht wis­sen, wo sie sind, steht zu lesen: Ich hei­ße so oder so, ich habe mich ver­lau­fen, ich woh­ne im Haus der alten Men­schen, bit­te brin­gen Sie mich nach Hau­se. Auf einem Tisch hier daheim steht ein Schall­plat­ten­spie­ler, der Musik macht, die ver­traut ist, auch wenn man nicht weiß, wer selbst man ist, es wird gesun­gen, es sind Lie­der der Kind­heit. Twit­ter kennt man hier nicht. — stop

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haus ohne türen

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india : 0.15 UTC – Ich träum­te von einem Haus ohne Fens­ter, ohne Türen. Die Zim­mer des Hau­ses waren von strah­lend hel­lem Licht. Das Licht kam aus dem Boden, den Wän­den, von der Decke. Auf dem Boden kau­er­te ein Mann. Der Mann schien dar­auf zu war­ten, dass es end­lich wie­der dun­kel wer­den wird. Sei­ne Augen waren ent­zün­det. Er stand auf, such­te nach einem Schal­ter, um das Licht zu löschen. Vögel leb­ten in den Zim­mern des Hau­ses, Hun­der­te win­zi­ge Vögel. Sie flo­gen her­um, ohne jemals zu lan­den. Wenn der Mann einen der Vögel fing, war er sofort gebra­ten, er dampf­te in sei­nen Hän­den, das Gefie­der lös­te sich wie von selbst vom Leib und fiel zu Boden. — stop

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von bestien

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lima : 15.42 UTC – Was für ein wun­der­ba­rer Nach­mit­tag. Son­ne scheint ins Arbeits­zim­mer, Magno­li­en blü­hen, und die Luft duf­tet nach Frö­schen und Zimt. Hör­te Char­lie Par­kers Sum­mer­ti­me, wäh­rend ich im Echo­kam­mer­th­read auf Posi­ti­on Twit­ter pfund­wei­se Dreh­or­gel­sät­ze über Gut­men­schen lese, die man gern auf­hän­gen wür­de, wenn man doch end­lich ein­mal auf­räu­men dürf­te. Das Wort auf­räu­men ist ein sehr begehr­tes Wort in der Kam­mer. Auch heu­te wie­der geht Euro­pa, geht Deutsch­land unter, und alle, die ande­rer Ansicht sind, lügen. Wür­den sie, die Andre88 hei­ßen, Rebell77, Aus­bil­der Schmidt, Wer­wolf, Deutsch­ro­se, wür­den sie, die in die­ser Wei­se hei­ßen, tun, wovon sie reden, hät­ten wir vie­le lust­vol­le Bes­ti­en über­all auf den Stra­ßen, in den Parks, den Hin­ter­hö­fen. Auch Eich­hörn­chen, unse­re lie­ben mit­tel­eu­ro­päi­schen Eich­hörn­chen, wür­den dann, von Men­schen­vor­bil­dern gelei­tet, mit gefletsch­ten Zäh­nen zuge­reis­te Nut­ri­as im Teich des bota­ni­schen Gar­tens bis zu ihrem bit­te­ren Ende jagen. — stop
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vom tonfilm

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marim­ba : 18.15 UTC – Das Haus der alten Men­schen scheint ein guter Ort zu sein, um das Wesen der Zeit zu beob­ach­ten. Ich habe auf den Flu­ren und in den Zim­mern des Hau­ses weder Zei­ger­uh­ren noch Zif­fer­uh­ren an Wän­den ent­deckt, aber Pul­se. Man­che der alten Damen und Her­ren tra­gen Arm­band­uh­ren, man­che der Uhren sind längst ste­hen geblie­ben, nie­mand, so kommt mir das vor, wür­de sie wie­der auf­zie­hen wol­len oder ihre Bat­te­rien erneu­ern. Auch mei­ne alte Mut­ter trägt eine Uhr, sie ist von einem hel­len Blau, das ist wich­tig, nicht wel­che Zeit die Uhr anzei­gen mag, die blaue Uhr ist neu, wes­halb sich die Zei­ger der Uhr noch bewe­gen. Wenn man lan­ge Zeit ganz still sitzt an einem Bett, in dem sich ein schla­fen­der Mensch befin­det, scheint das Zeit­ge­fühl sich zu ver­for­men. Die Zeit ver­geht lang­sam oder sie ver­geht schnell. Eine alte Dame kommt im Roll­stuhl vor­über in einem Rhyth­mus, der als eine gehei­me Uhr wirk­sam wer­den könn­te. Sie fährt auf und ab, wie ein Pen­del, einen lan­gen Flur hin und her. Auch die Bewe­gun­gen der Schwes­tern wir­ken wie gehei­me Uhren, die Aus­ga­be der Medi­ka­men­te, das Wen­den der Kör­per in den Bet­ten. Die alte, pen­deln­de Frau auf dem Flur wird bald 100 Jah­re alt gewor­den sein. Im Jahr ihrer Geburt wur­de der Ton­film erfun­den. — stop

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luftsprache

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alpha : 22.12 UTC – Ich spa­zier­te im Haus der alten Men­schen. Da waren geöff­ne­te Türen, und da schau­te ich hin­ein in die Zim­mer. Ich beob­ach­te­te einen alten Mann, der vor sei­nem Roll­stuhl knie­te, und eine alte Dame mit schloh­wei­ßem Haar, die lag wie ein Mäd­chen, mit weit von sich gestreck­ten Armen und Bei­nen im Bett wie in einer Som­mer­wie­se. Ein­mal beob­ach­te­te ich ein ande­res Bett, in des­sen Kis­sen­tie­fe ein klei­ner Mensch ruhen muss­te. Nur Hän­de waren von ihm zu sehen, die sich beweg­ten, die Schat­ten war­fen, die spiel­ten oder mit der Luft spra­chen, Stun­de um Stun­de, Tag für Tag, Jahr ver­mut­lich um Jahr. — stop

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gregorina

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del­ta : 8.02 UTC — Ich hör­te im Radio heu­te Mor­gen, in Finn­land soll ein­fach nur anwe­send zu sein bereits als Kom­mu­ni­ka­ti­on wahr­ge­nom­men wer­den. — Vor den Fens­tern im Süden fällt Schnee. Im Haus der alten Men­schen läuft ein Mäd­chen her­um, das Gre­go­ri­na heißt. Sie ist tat­säch­lich anwe­send im Kopf einer alten Dame, sie läuft über die Flu­re von Zim­mer zu Zim­mer. Plötz­lich ist Som­mer gewor­den, in den Zim­mern blü­hen Apfel­bäu­me, und das klei­ne Mäd­chen, das 70 Jah­re alt gewor­den sein muss, hüpft her­um und singt, wes­halb die alte Dame, die Gre­go­ri­na wahr­neh­men kann, und auch die Apfel­bäu­me, vol­ler Glück ist, weil Gre­go­ri­na zu Besuch gekom­men. Sie sagt: Schau, ist das nicht wun­der­bar, sie ist noch immer so wie damals, Gre­go­ri­na. Gut, dass wir die Apfel­bäu­me her­ein­ge­holt haben. Es ist kalt drau­ßen, glau­be ich. Komm, ich will auf­ste­hen. — stop
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funkendes buch

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zou­lou : 20.02 UTC – Letz­te Nacht träum­te ich von Fran­çoi­se Sagan. Sie stürm­te im Traum wie eine Furie in mein Arbeits­zim­mer, stell­te sich auf einen wacke­li­gen Holz­stuhl und begann in höher gele­ge­nen Rei­hen mei­nes Regals nach einem bestimm­ten Buch zu suchen. Indes­sen zeter­te sie unfreund­lich, die­ser elen­de Roman Ulim Triers fun­ke aus mei­nem Arbeits­zim­mer selt­sa­me Sät­ze, die nun über­all in ihren Roma­nen sicht­bar oder les­bar gewor­den sei­en, als wären sie von ihr, der Sagan, per­sön­lich geschrie­ben. Ich ver­such­te die alte Dame zu beru­hi­gen, über­haupt sah sehr gefähr­lich aus, was sich vor mei­nen Augen ereig­ne­te. Sie trug ein schnee­wei­ßes Hemd­chen, das ihr bis zu den Knien reich­te, spin­del­dürr war sie und zit­ter­te, auch der Stuhl unter ihren Füßen zit­ter­te. Ich flüs­ter­te: Ich ken­ne kei­nen Schrift­stel­ler namens Ulim Trier. Ach, Pap­per­la­papp, ant­wor­te­te Fran­çoi­se Sagan, Sie haben doch über­haupt kei­ne Ahnung von die­sen Büchern, die sich über­all ein­mi­schen. Schla­fen Sie wei­ter. Also schlief ich sofort ein und bin seit­her nicht wie­der wach gewor­den. — stop

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