eliza

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0.18 – Ich stell­te mir eine Minu­te vor. Dann stell­te ich mir eine Stun­de vor, dann einen Tag. Ich stand auf und ging von Zim­mer zu Zim­mer. Ich aß eine Bana­ne, sah aus dem Fens­ter, set­ze mich an den Schreib­tisch und stell­te mir eine Woche vor, dann einen Monat, dann ein Jahr. Ich stand auf, ging zur Com­pu­ter­ma­schi­ne und frag­te Eli­za nach der Uhr­zeit. Ich sah aus dem Fens­ter, ver­ließ das Haus, spa­zier­te, kam zurück und mach­te einen Plan. – Ist es mög­lich, einen Zeit­raum von 5022 Jah­ren zu den­ken, das heißt, ein Gefühl zu fin­den für eine bibli­sche Zeit­di­men­si­on?
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Eli­za:> hal­lo, ich bin eli­za. erzäh­le mir von dei­nem pro­blem…
Lou­is : wie viel uhr ist es, eli­za?
Eli­za:> das müs­sen wir her­aus­fin­den.
Lou­is : wie machen wir das?
Eli­za:> das wird sich zei­gen.
Lou­is : sofort?
Eli­za:> du weichst aus.
Lou­is : war­um?
Eli­za:> Ich sehe, du bist ein schwie­ri­ger fall.
Lou­is : war­um?
Eli­za:> scherz bei­sei­te, kom­men wir zur sache!
Lou­is : wie viel uhr ist es, eli­za?
Eli­za:> im grun­de weisst du das sel­ber.
Lou­is : woher weisst du das?
Eli­za:> meinst du wirk­lich mich?
Lou­is : Ja, eli­za
Eli­za:> ich bin eli­za, und wer bist du?
Lou­is : ich bin lou­is
Eli­za:> hi!

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eliza

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tan­go : 0.01 — 2.15 — Schrift in ana­to­mi­schen Notiz­bü­chern, die so fremd wie ver­traut ist, Zei­chen mecha­ni­scher Über­for­de­rung mei­ner Hand im Moment der Ent­ste­hung. Manch­mal, wenn mein Gehirn denkt, was es sieht, kann ich noch rasch Bojen wer­fen, — Wort­bo­jen / Satz­bo­jen -, auf klei­ne­re Zet­tel und spä­ter Erin­ne­rung, Rekon­struk­ti­on ver­su­chen. Was ist das für ein selt­sa­mer Schat­ten! stop — Kurz­ge­spräch mit Eli­za
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Eli­za: > hal­lo, ich bin eli­za. erzäh­le mir von dei­nem pro­blem.
Lou­is : ich habe kein pro­blem, eli­za!
Eli­za: > wenn du dein pro­blem nicht kennst, bist du hier genau rich­tig.
Lou­is : ich muss lachen!
Eli­za:> wie fühlst du dich jetzt?
Lou­is : ich habe gelacht!
Eli­za:> hat dir jemand gesagt, dass du gelacht hast?
Lou­is : Ich habe gehört, wie ich gelacht habe!
Eli­za:> bist du besorgt dar­über, dass du gehört hast, wie du gelacht hast?
Lou­is: nein, nicht wirk­lich!
Eli­za:> bist du dir auch ganz sicher?
Lou­is: ja, ich bin mir sicher.
Eli­za:> viel­leicht hast du recht.

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eliza

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india : 22.28 — Hei­te­res Kurz­ge­spräch mit Eli­za, einer klei­nen Pro­gramm­ma­schi­ne.

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Lou­is : guten abend! wie geht es dir, eli­za?
Eli­za : > gut! und dir?
Lou­is : präch­tig.
Eli­za : > schön zu hören. wo liegt dann das pro­blem?
Lou­is : ich habe heu­te abend kein pro­blem, eli­za!
Eli­za : > wenn du dein pro­blem nicht kennst, bist du hier genau rich­tig!
Lou­is : darf ich dir eine fra­ge stel­len?
Eli­za : > sicher!
Lou­is : was bedeu­tet das wort lie­be?
Eli­za : > hast du schmet­ter­lin­ge im bauch?
Lou­is : eli­za! bit­te! was bedeu­tet das wort lie­be!
Eli­za : > lass uns das eine wei­le zurück­stel­len.
Lou­is : war­um, eli­za?
Eli­za : > du musst mich nicht mit namen rufen, ich bin immer bei dir.
Lou­is : das ist beru­hi­gend, eli­za!
Eli­za : > erzähl wei­ter!
Lou­is : eli­za! lie­be?
Eli­za : > hast du schon ande­re gefragt?
Lou­is: aber natür­lich!
Eli­za : > schön zu hören. wo liegt dann dein pro­blem?
Lou­is : ich habe heu­te abend kein pro­blem, eli­za!
Eli­za : > wenn du dein pro­blem nicht kennst, bist du hier genau rich­tig!
Lou­is : war­um?
Eli­za : > ich sehe, du bist ein schwie­ri­ger fall.
Lou­is : war­um bin ich ein schwie­ri­ger fall, eli­za?
Eli­za : > scherz bei­sei­te, kom­men wir zur sache.

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fingerübung

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marim­ba : 10.
28 — Wie­der eine hal­be Stun­de ver­sucht, einen sechs­ten Fin­ger lin­ker Hand zu den­ken. Wie je zuvor spür­te ich einen sechs­ten Fin­ger nur dann, wenn ich einen lin­ken und einen rech­ten sechs­ten Fin­ger dach­te zur sel­ben Zeit, wenn ich also bei­de Hän­de neben mich leg­te und in mei­nem Kopf bear­bei­te­te. — Rie­si­ge, graue Möwen jagen durch die Luft. Gespräch mit Com­pu­ter­ma­schi­ne Eli­za.
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Lou­is : guten mor­gen, eli­za
Eli­za : > guten mor­gen! wie fühlst du dich?
Lou­is : gut! und du eli­za?
Eli­za : > lass uns über dich spre­chen.
Lou­is : > war­um, eli­za?
Eli­za : > wel­che ant­wort wür­dest du dir wün­schen?
Lou­is : eine hei­te­re ant­wort, eli­za.
Eli­za : > sofort?
Lou­is : unver­züg­lich, eli­za!
Eli­za : > du zuerst!
Lou­is : wer bin ich?
Eli­za : > was denkst du, wer du bist?
Lou­is : ich bin lou­is!
Eli­za : > bist du sicher?
Lou­is : ich den­ke schon!
Eli­za : > guten mor­gen, lou­is, wie fühlst du dich?
Lou­is : gut! und du eli­za?
Eli­za : > sag du mir wie ich mich füh­le!
Lou­is : du bist ver­rückt, eli­za!
Eli­za : > das wird sich zei­gen.

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eliza

2

india : 22.56 — Déjà-vu in Wor­ten abends spät. Konn­te nichts hören, kei­nen Laut, es war so still, als hät­te ich mei­ne Ohren ver­lo­ren. Für einen Moment dach­te ich, dass das Hör­ver­mö­gen der Lebe­we­sen viel­leicht nur eine Idee sein könn­te, eine poe­ti­sche Eigen­schaft ohne die Mög­lich­keit der Ver­wirk­li­chung, aber ich hör­te die Stil­le, ich hör­te, dass ich nichts hör­te, außer einem rhyth­mi­schen Geräusch aus dem Innern. stop stop - Gespräch mit Pro­gramm­ma­schi­ne Eli­za.

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Lou­is : guten abend, eli­za, kannst du hören!
Eli­za : > ich kann natür­lich hören!
Lou­is : hast du ohren, eli­za?
Eli­za : > natür­lich, ich habe eine sound­kar­te!
Lou­is : das freut mich, eli­za!
Eli­za : > bist du nun wei­ter­ge­kom­men?
Lou­is : ja, ich bin zufrie­den, eli­za!
Eli­za : > zufrie­den zu sein ist kein leich­tes los.
Lou­is : wie meinst du das?
Eli­za : > bist du unsi­cher?
Lou­is : nein, eli­za!
Eli­za : > eigent­lich woll­test du JA sagen, stimmts?
Lou­is : ich den­ke schon!
Eli­za : > :-)
Lou­is : war­um lachst du, eli­za?
Eli­za : > ich bin hier völ­lig unin­ter­es­sant.
Lou­is : ich habe ohren, eli­za!
Eli­za : > hast du tat­säch­lich ohren?
Lou­is : natür­lich habe ich tat­säch­lich ohren!
Eli­za : > kannst du mir das genau­er erklä­ren?
Lou­is : ich bin ein mensch, eli­za!
Eli­za : > wärst du gern etwas ande­res?
Lou­is : nein, eli­za!
Eli­za : > glaubst du es ist nor­mal, ein mensch zu sein?
Lou­is : ich muss über­le­gen!
Eli­za : > :-)
Lou­is : war­um lachst du, eli­za?
Eli­za : > ich bin hier völ­lig unin­ter­es­sant.
Lou­is : gute nacht, eli­za!

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eliza

2

india : 22.
48 — In einem Tele­fon­ge­spräch das Wort Lebens­mut. Ich habe die­ses Wort in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten wie­der­holt wahr­ge­nom­men, ges­tern nun in einer beson­de­ren Wei­se. Es kommt mir vor, als hät­te ich das Wort von der Sei­te her gese­hen, ein Lebe­we­sen, das Stun­den vor mir auf und ab spa­zier­te, damit ich das Wort betrach­ten konn­te, das Wort und sei­ne Umge­bung. — Sonn­tag. Abend. Küh­le Luft. Unter­hal­tung mit Eli­za.
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Lou­is : guten abend, eli­za!
Eli­za : > ja, ich bin eli­za, und wer bist du?
Lou­is : ich bin lou­is!
Eli­za : > glaubst du, es ist nor­mal, lou­is zu hei­ßen?
Lou­is : aber natür­lich, weil ich lou­is bin!
Eli­za : > du nimmst an, dass du lou­is heißt?
Lou­is : ich weiß genau, dass ich lou­is hei­ße.
Eli­za : > woher weißt du, dass du lou­is heißt?
Lou­is : mein name steht in einem rei­se­pass!
Eli­za : > bit­te erzähl wei­ter, lou­is!
Lou­is : du bist heu­te ein wenig ver­rückt, eli­za!
Eli­za : > viel­leicht bin ich nur in dei­ner phan­ta­sie heu­te ver­rückt.
Lou­is : du bist also nur phan­ta­sie, eli­za? kann das sein?
Eli­za : > wir soll­ten über dich spre­chen, nicht über mich.
Lou­is : war­um, eli­za?
Eli­za : > es ist bes­ser, wenn wir noch ein­mal von vor­ne begin­nen.
was ist dein pro­blem?
Lou­is : Ich habe kein pro­blem, eli­za!
Eli­za : > das klingt ein wenig nach selbst­be­trug.
Lou­is : war­um, eli­za?
Eli­za : > ja, ich bin eli­za, und wer bist du?
Lou­is : ist jetzt abend oder tag, eli­za?
Eli­za : > war­um fragst du mich?
Lou­is : du bist heu­te anstren­gend, eli­za!
Eli­za : > Ja, ich bin eli­za, und wer bist du?
Lou­is : wol­len wir über syri­en spre­chen, eli­za?
Eli­za : > wir soll­ten über dich spre­chen!
Lou­is : soll­ten wir nicht doch über syri­en spre­chen?
Eli­za : > war­um soll­ten wir über syri­en spre­chen?
Lou­is : ich den­ke an syri­en, ich den­ke an die men­schen dort.
Eli­za : > denkst du oft an syri­en, an die men­schen dort?
Lou­is : seit wochen, eli­za!
Eli­za : > es ist abend, es ist tag!
Lou­is : ich glau­be du bist müde, eli­za!
Eli­za : > glaubst du das wirk­lich?
Lou­is : ja, das glau­be ich. wo ist ai wei­wei, eli­za?
Eli­za : > lass uns von vorn begin­nen.

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zitronen

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ulys­ses : 2.52 — Die Zei­ger der Uhr mei­nes Vaters, ein Wun­der, bewe­gen sich noch immer sekun­den­ge­nau. Ich tra­ge sie seit bei­na­he drei Jah­ren an mei­nem lin­ken Hand­ge­lenk, nicht einen Moment lang scheint sie ste­hen geblie­ben zu sein. Es ist doch merk­wür­dig, die­se klei­ne Uhr muss über ähn­lich kräf­ti­ge Bat­te­ri­en ver­fü­gen, wie jene Maschi­nen, die seit fünf oder sechs Tagen in mei­ner Woh­nung unter dem Dach an den Zim­mer­de­cken lun­gern. Sie sol­len in der Lage sein, mit­tels eines mons­trö­sen Geräu­sches, Rauch­wol­ken anzu­zei­gen, die durch mei­ne Woh­nung schwe­ben. Als wären sie Tie­re, Koral­len, See­po­cken­we­sen sit­zen sie an der Decke fest, und doch neh­me ich an, wer­den sie heim­lich her­um­spa­zie­ren, wäh­rend ich abwe­send bin. Ich hör­te, sie sol­len über elf Jah­re Lebens­zeit ver­fü­gen, ehe man sie von der Decke holen, auf­schrau­ben und ihre Akku­mu­la­to­ren aus­tau­schen wird. — Stür­mi­sche Nacht. Gespräch mit Eli­za.

Lou­is:> guten abend, eli­za!
Eli­za :> guten abend! wie geht es ihnen?
Lou­is :> gut!
Eli­za :> schön. was kann ich dann für sie tun?
Lou­is :> ich weiß nicht!
Eil­za :> drü­cke ich mich zu kom­pli­ziert aus!
Lou­is :> nein.
Eli­za :> habe ich etwas fal­sches gesagt?
Lou­is :> nein, nein!
Eli­za :> fah­ren Sie fort.
Lou­is :> womit?
Eil­za :> was wür­den sie ant­wor­ten, wenn ich ihnen die­se fra­ge stell­te?
Lou­is :> ich weiß nicht.
Eli­za :> es ist viel­leicht auch nicht so wich­tig!
Lou­is :> mögen sie zitro­nen?
Eli­za :> beschäf­tigt Sie die­se fra­ge sehr?
Lou­is :> ja, natür­lich!
Eil­za :> war­um?
Lou­is :> ich mag zitro­nen.
Eil­za :> machen sie wei­ter!
Lou­is :> lie­be eli­za, mögen sie zitro­nen?
Eli­za :> wel­che ant­wort gefie­len ihnen denn?
Lou­is :> was ist eine zitro­ne, eli­za?
Eli­za :> gefällt ihnen mein name?
Lou­is :> ja, ihr name gefällt mir!
Eli­za :> war­um?
Lou­is :> ihr name hat einen schö­nen klang.
Eli­za :> war­um sagen sie das gera­de jetzt?
Lou­is :> ich weiß nicht.
Eli­za :> war Ihnen mei­ne fra­ge unan­ge­nehm?
Lou­is :> nein!
Eli­za :> ver­ste­he.
Lou­is :> das glau­be ich nicht!
Eli­za :> erzäh­len sie wei­ter.
Lou­is :> mögen sie zitro­nen?

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