Aus der Wörtersammlung: ulysses

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voyager

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ulys­ses : 22.00 — Wie ich lern­te, mei­ne Schu­he zu bin­den. Eine Sekun­de­n­erin­ne­rung an den Tag, als ich zum ers­ten Mal mit einer Dampf­lo­ko­mo­ti­ve aus der Stadt Mün­chen her­aus über Land gefah­ren bin. Abends sit­ze ich unter einem Apfel­baum nahe Land­au. Ich bin müde, aber ich habe den Wunsch, im Leben wei­ter­zu­kom­men. Irre Bewe­gun­gen mei­ner Kin­der­hän­de über klei­nen blau­en Schu­hen. Der Ein­druck for­schen­der Unsi­cher­heit, der in die­sem Moment, Fin­ger für Fin­ger, wie­der zu spü­ren ist, als wür­de jede Hand für sich über ein eige­nes Gedächt­nis ver­fü­gen. — Viel­leicht ist es sinn­voll zu sagen, dass die Raum­son­den Voy­a­ger 1 und Voy­a­ger 2 in der Sekun­de ihres Starts gebo­ren wur­den. — stop

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madison avenue

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ulys­ses : 7.
32 — Madi­son Ave­nue am frü­hen Mor­gen von Süd nach Nord. Tau­sen­de Tag­pas­san­ten nähern sich und ver­schwin­den. Hef­ti­ge Win­de. Blü­ten, Blät­ter, Töne wir­beln in Spi­ra­len durch die fri­sche Luft. Frau­en hal­ten ihre Röcke, Män­ner ihre Hüte fest. Berau­schen­de Glücks­ge­füh­le. Wer­de ich grö­ßer oder wer­de ich klei­ner? Irgend­et­was schep­pert lei­se im Kopf von Schritt zu Schritt. Flie­gen­leicht­ge­wich­te, trans­pa­ren­te Hum­mer­ge­stal­ten, spa­zie­ren seit­wärts über den Bild­schirm mei­ner Hand­schreib­ma­schi­ne dahin, gebeu­tel­te, zau­si­ge Her­zen. Wo waren sie in der ver­gan­ge­nen Nacht gewe­sen? Indem ich eines der Geschöp­fe auf der Schul­ter mit mir tra­ge, der Gedan­ke, dass sich bei­na­he alle Men­schen die­ser gro­ßen Stadt nicht per­sön­lich ken­nen. — stop

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lamellenohr

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ulys­ses : 17.
52 — Ich hat­te, selt­sa­me Geschich­te, die Idee, dass ich, in dem ich schla­fend oder wachend durch Man­hat­tan spa­zie­re, ler­nen soll­te, mei­ne Ohren in der Wei­se der See­hun­de durch Mus­kel­kraft zu ver­schlie­ßen. Denk­bar, dass mir bald Lamel­len feins­ter Haut gewach­sen sein wer­den, Innen­ohr­se­gel, deren Bewe­gung ich ver­fü­gen könn­te, wie ich die Bewe­gung mei­ner Hän­de vor­her­sa­gen kann. — Mensch­li­che Stim­men im Vor­über­ge­hen in den Far­ben sanf­ter Traum­ge­sprä­che. Der Schlaf der Augen in der Sub­way, die Wild­heit zufäl­li­ger Bli­cke. — stop
ping

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ein kleiner engel

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ulys­ses : 0.03 – Es ist Sonn­tag, aber noch nicht lan­ge. Genau­ge­nom­men ist Sams­tag, aber auch nicht rich­tig Sams­tag, weil ich die­sen Text am Frei­tag, am Abend näm­lich, geschrie­ben, ihn am Sams­tag­mor­gen in mei­ne Word­Press­ma­schi­ne gefüllt und sofort Anwei­sung gege­ben habe, ihn am Sonn­tag kurz nach Mit­ter­nacht sicht­bar wer­den zu las­sen. Es ist also ein merk­wür­di­ger Sonn­tag, ein Sonn­tag der Abwe­sen­heit und der Anwe­sen­heit zur glei­chen Zeit, ein gro­ßes Ver­gnü­gen. Aber eigent­lich woll­te ich rasch eine klei­ne Geschich­te erzäh­len. Ich habe, ganz unglaub­lich, vor einer Stun­de einen klei­nen Engel, den ich seit Tagen ver­miss­te, wie­der­ge­fun­den. Ich stand bei leich­tem Regen mit mei­ner Kame­ra vor einem Karus­sell, weil ich ver­spro­chen hat­te, einen Film vom wär­men­den Dreh­licht auf­zu­neh­men. Plötz­lich saß der klei­ne Engel, wir ken­nen uns schon lan­ge, auf mei­ner Schul­ter, leicht wie eine Mozart­ku­gel. Er woll­te wis­sen, ob er denn auf dem Film, den ich gera­de auf­ge­nom­men hat­te, zu sehen sein wer­de, und ich frag­te natür­lich unver­züg­lich zurück, was er über­haupt hier tun wür­de und ob er sich nicht den­ken kön­ne, dass ich mir Sor­gen gemacht habe wäh­rend der ver­gan­ge­nen Tage. Aber mit Engeln ist das so eine Sache, sie genü­gen sich selbst, machen, was sie wol­len. Sie flie­gen, nur so zum Bei­spiel, mit oder neben einem Karus­sell durch die Luft, weil sie die wei­ten, die gefähr­li­chen Rei­se­rou­ten üben, atlan­ti­sche Stre­cken, sagen wir, vie­le Tage über Was­ser dahin in der Geschwin­dig­keit der Bie­nen. Ich weiß nun, ich ahne, auch dann, wenn sie schla­fen, segeln sie immer­zu wei­ter. – Guten Abend. Guten Mor­gen. Gute Nacht.

ping

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zeichentiere

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ulys­ses : 5.15 — Das suchen­de Ler­nen chi­ne­si­scher Schrift. Wie ich ges­tern in Gewit­ter­stun­den lächelnd beob­ach­tet wur­de, weil ich sag­te: Die Zei­chen Dei­ner Spra­che erin­nern mich an Dar­stel­lun­gen der ana­to­mi­schen Welt, an Ske­let­te, an Wesen, die ich leich­ter Hand erfin­de, um das eine Zei­chen, von dem ande­ren Zei­chen unter­schei­den zu kön­nen. Habe in die­ser Wei­se eine Säbel­zahn­ti­ger­schne­cke in mei­nen Kopf auf­ge­nom­men, einen acht­ar­mi­gen Klam­mer­af­fen, eine Dop­pel­kopf­amei­se. Das For­mu­lie­ren bald gan­zer Sät­ze, jubeln­de Zoo­lo­gie. Guten Mor­gen! — stop

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