Aus der Wörtersammlung: india

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burma

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india : 6.15 — Wann genau habe ich auf­ge­hört, an die Nacht­men­schen Bur­mas zu den­ken? Und war­um habe ich auf­ge­hört, an die Nacht­men­schen Bur­mas zu den­ken? Viel­leicht, weil das Bild­schirm­licht aus­ge­fal­len ist? Haben die Mör­der auf­ge­hört zu mor­den? — stop

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top secret

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india : 2.15 — Wie eigen­ar­tig, dass wir Men­schen seit Jahr­tau­sen­den bereits unse­ren Erfin­dun­gen nicht gewach­sen sind. Es ist die Geschwin­dig­keit der Gegen­stän­de einer­seits, die Lang­sam­keit der Men­schen ander­seits, die töten. Und Mord­lust. Und Ein­sam­keit, Ver­zweif­lung, Wut, Irr­sinn, Spiel­trieb, Gier. — stop

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die liebe der zeppelinkäfer

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india : 2.12 — Schon weit nach Mit­ter­nacht, aber immer noch ein spä­ter Abend sum­men­der Luft. Habe drei lan­ge Stun­den ver­sucht 18.924.150 Zei­chen des mensch­li­chen Genoms als Sequenz in mein Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramm zu laden. Immer wie­der schei­tert die For­ma­tie­rung mit der Sei­te 32.678 des Doku­ments, als ob mei­ne Com­pu­ter­ma­schi­ne sagen woll­te, die­sen Unsinn mache ich nicht län­ger mit. — Nun aber rasch noch einen ernst­haf­ten Gedan­ken notie­ren. Neh­men wir ein­mal an, es wäre mög­lich, einen Käfer zu ent­wi­ckeln, sagen wir, einen Zep­pel­in­kä­fer, der nahe abso­lu­ter Schwe­re­lo­sig­keit unter letz­ten Mole­kü­len von Sau­er­stoff schwe­bend Ozon pro­du­zie­ren wür­de, dann könn­te man sich einen zwei­ten Käfer vor­stel­len, einen Zep­pel­in­kä­fer gleich­wohl, der eine Käfer­da­me sein soll­te, die sich natür­lich sofort ver­lie­ben wird, wes­halb wir bald einen Nebel kleins­ter, sehr gefrä­ßi­ger Zep­pel­in­kä­fer vor uns am Him­mel sehen wür­den. — Eine beru­hi­gen­de Vor­stel­lung, sagen wir, sehr beru­hi­gend. — Was aber fres­sen sie dort oben, wo es doch nichts gibt außer Mond, Stern und Son­nen­licht? Man könn­te eine Gat­tung wei­te­rer Käfer erfin­den, Käfer, die sehr schmack­haft sind und lei­den­schaft­lich ger­ne, sobald man sie frei­las­sen wird, hin­ter die Wol­ken stei­gen, um sich ihren Freu­den, den Zep­pel­in­kä­fern, mit allem, was sie sind und haben, hin­zu­ge­ben. — Ich soll­te sofort ein kom­bi­nier­tes Patent versuchen.

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caracas

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MELDUNG. Am gest­ri­gen Abend vor­zei­tig deto­niert, sind im Opern­haus zu Man­aus [ Bra­si­li­en ] Tei­le eines kost­ba­ren Fro­sches [ Gat­tung : dendro­ba­tes ama­zo­ni­cus ] gegen das Publi­kum geflo­gen. Ein Auge, ein gan­zer Damen­kopf, wur­de von Frag­men­ten aus Schä­del und Wir­bel­säu­le der Amphi­bie durch­schla­gen. Wei­te­re öffent­li­che Spren­gun­gen im Monat Mai : San­ta Cruz, 21. [ d. aura­tus ] : Por­to Veh­lo, 22. [ d. azu­reus ] : Cara­cas, 23. [ d. leu­co­me­las ] : San Jose, 24. [ d. reti­cu­la­tus ] : New Orleans, 25. [ d. pumi­lio ] : Phoe­nix, 26. [ d. gra­nu­li­fer ] : Chi­ca­go, 27. [ d. imi­ta­tor ]. Zün­dung je 22.00 Uhr Orts­zeit. Alle Vor­stel­lun­gen sind aus­ge­bucht. — stop
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nahgespräch

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india : 3.30 — Das schöns­te Glück in einer Welt, jen­seits der vir­tu­el­len Welt, wenn es zwei Men­schen mög­lich ist, sich zu sehen, zu berüh­ren, zu umar­men, sobald sie mit­ein­an­der spre­chen und den­ken und lachen oder trau­ern oder strei­ten oder mit­ein­an­der schwei­gen. — stop

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kongo

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india : 5.55 — Sobald ich einen Satz selt­sa­mer Din­ge gedacht habe, freu’ ich mich, kann dann nicht blei­ben, sprin­ge auf, wenn ich sit­ze, oder sprin­ge in die Luft, wenn ich bereits auf mei­nen Bei­nen gestan­den habe. Viel­leicht wür­de ich lächeln, wenn ich mich selbst bei der Arbeit beob­ach­ten könn­te. Ich soll­te ein­mal einen Nacht­film dre­hen, wie ich nachts durch die Woh­nung hüp­fe. Oder in einer U‑Bahn in die Luft sprin­ge. Oder im Schlaf ein Rad schla­ge, weil ich sehr ger­ne im Schlaf selt­sa­me Din­ge vor­be­rei­te für Sät­ze im Wachen. – Ein ganz ande­res, selt­sa­mes Ding, das ich nicht erfun­den habe, ist das Fol­gen­de. Ich hör­te, im Kon­go sol­len seit dem Jah­re 1998 vier Mil­lio­nen Men­schen in einem Bür­ger­krieg getö­tet wor­den sein. Sie wur­den von der Cho­le­ra aus­ge­trock­net, star­ben an see­li­schen Qua­len, weil sie Frau­en waren, die man ver­ge­wal­tig­te, Mache­ten trenn­ten sie von ihren Hän­den, Armen, Bei­nen, oder sie wur­den ganz ein­fach nur erschos­sen, ohne dass dar­über in unse­ren Fern­seh­ge­rä­ten gespro­chen wur­de. Ange­sichts die­ser merk­wür­di­gen Vor­stel­lung habe ich über­legt, dass ich viel­leicht ler­nen soll­te, den Schat­ten nicht gesen­de­ter Bil­der wahr­zu­neh­men. Ich könn­te mich also hin­ter einen Bild­schirm set­zen und wür­de, das ist denk­bar, einen genaue­ren Blick auf die Welt da drau­ßen haben, als wür­de ich von vorn betrach­ten, was dar­ge­bo­ten wird. — stop
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