Aus der Wörtersammlung: lage

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“Hi!” — “Hi!”

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romeo : 0.33 UTC — War Zeu­ge einer Begeg­nung zwei­er Algo­rith­men bei mir Zuhau­se auf einem Bild­schirm, der sich teil­te, und zwar in der Mit­te. In rasen­der Geschwin­dig­keit wur­den dort Zah­len­ket­ten erzeugt. Nach drei oder vier Minu­ten stopp­te die Zah­len­pro­duk­ti­on in der lin­ken Spal­te. Nach weni­gen wei­te­ren Sekun­den erschien die Zei­chen­fol­ge: Hi! Kurz dar­auf stopp­te auch in der rech­ten Spal­te die Zah­len­pro­duk­ti­on, wie­der­um für weni­ge Sekun­den Stil­le oder Lee­re. Dann erschien auch hier die Zei­chen­fol­ge: Hi! Ich war gerührt, man stel­le sich das ein­mal vor, Algo­rith­men, die sich zur Begrü­ßung einer Spra­che bedien­ten, die ich zu lesen, in der Lage gewe­sen war. — stop
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im park

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nord­pol : 0.18 UTC — Es war ein war­mer Regen­tag, den ich unter dem Schirm spa­zie­rend im Pal­men­gar­ten ver­brach­te. Ich ging Stun­de um Stun­de im Kreis, mit einem wun­der­ba­ren Gefühl dahin, etwas Neu­es zu erle­ben. Der Schirm näm­lich war ein beson­de­rer Regen­schirm, ich trug ihn zur Pro­be, es war ein Schirm, der über eine wei­te­re fei­ne Haut ver­füg­te, die das eigent­li­che schüt­zen­de Gewe­be wie eine zwei­te Haut bespann­te. Die­se Haut war nun in der Lage, die Zahl der Trop­fen, die auf die Ober­flä­che des Schir­mes tra­fen, zu zäh­len, indes­sen win­zi­ge Kame­ra­au­gen die Bewe­gun­gen mei­nes Kör­pers beob­ach­te­ten, der sich exakt wie der Kör­per eines Spa­zier­gän­gers ver­hielt. Sie saßen in der Kro­ne des Regen­schirms fest, und ich den­ke, es ent­ging ihnen nichts, sodass ein quan­ten­me­cha­ni­scher Algo­rith­mus in Bruch­tei­len von Sekun­den zu ent­schei­den ver­moch­te, wie vie­le Regen­trop­fen mei­nen spa­zie­ren­den Kör­per getrof­fen hät­ten, wenn ich nicht beschirmt unter­wegs gewe­sen wäre. Gegen acht Uhr abends hör­te es auf zu reg­nen und ich ging nach Hau­se, um in der digi­ta­len Sphä­re nach Algo­rith­men des Sor­tie­rens zu suchen. Fol­gen­de Bezeich­nun­gen wur­den sofort gefun­den: bina­ry tree sort, bogo­s­ort, bubble­sort, buckets­ort, comb­s­ort, coun­tings­ort, gno­me­s­ort, heap­sort, hybrid­sort, inser­ti­ons­ort, intro­sort, mer­ge inser­ti­on, mer­ge­sort, quick­s­ort, radix­sort, sel­ec­tions­ort, shakers­ort, shells­ort, slow­sort, smooth­s­ort, stoo­ge­sort, swap-sort, tim­sort. Nichts wei­ter. — stop

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palmenhaus süd

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gink­go : 15.01 UTC — Im Wüs­ten­haus das fei­ne Geräusch der Kak­teen, sobald ich ihr Sta­chel­horn mit einem Pin­sel, einem Mika­do­stäb­chen, einem Fin­ger berüh­re. Hell. stop. Federnd. stop. Pro­pel­lernd. stop. Klän­ge, für die in mei­nem suchen­den Wort­ge­hör wei­ter­hin kei­ne eige­ne Zei­chen­fol­ge zu fin­den ist. stop. Die Stil­le beim Durch­blät­tern eines feuch­ten Buches kurz dar­auf in der Man­gro­ven­ab­tei­lung des Pal­men­hau­ses. Ich beob­ach­te­te, dass ich einen Satz­ge­dan­ken, ehe der Gedan­ke zu einem Ende gekom­men ist, in mei­nem Kopf nur dann anzu­hal­ten ver­mag, sobald ich den Gedan­ken Wort für Wort voll­zie­he, also bereits so lang­sam den­ke, dass ich mit­zu­schrei­ben in der Lage bin. stop Man soll, hör­te ich, Kak­te­en­dor­ne als Gram­mo­fon­na­deln ver­wen­det haben. Erstaun­lich! — stop

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radar

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oli­mam­bo : 0.05 UTC — Ich habe eine Bit­te: Wer in der Lage ist, fol­gen­de Zei­chen in einer für mich les­ba­ren Art und Wei­se dar­zu­stel­len, bit­te mel­den! >

! [ W Y à  &  / – U c ! É F Ç  ä  ¬  ‡ O ‘ £ % ø È ¨   < ’ ≥ ∫ z . \  G ‹ — t V Ê … ì è z t O ˇ í  ß _ “ \ ˛ m  ˚ t ÿ Ì “ Î ! = M ? • { ü ø Y § Î 7 i Q ˛ Ω π  À < Ø  . v › π Å ã y ∫ X — 7 i ª € ß ≈ r µ à  ö — — l ’ f 3 ¢ y  ≥ ø à ˝ ¸ Ò ” ˇ … ¯ Æ_ • ˚ W i ±µ o ∑ i ? O ã’ ” ] Ω J ˜ Æ Æ 2 ‹ ´ Á È Ô © ˇ Á ù 4 ü — ∫ ~ »  ó ©  } ’ ] »  ©  ˆ ≤ | í Ø æ ∑ K /  ≈ O ¯ Ä A … $ > ’ ] è / ® É c _  { © ?  Q ± C e œ ‘ G ¥ ˛ # ] } ï æ ∏ J è ª ˝ a ∂ Y Ô Ö é ˝ z ù  õ ’ l ∑ fi o  } a Á fi 7 √ Î Î · Á ” Ø œ ^ ¶ ◊ / Ñ Ñ ï ˙ + æ   ˇ w Î m ¶ · fi  ´ E z p Ï  ß { fl  / ü ù ^ º  > æ < æ ~ Ò j 8 Ω ~ q ≠  ’ Ÿ  ” Ê Û ˘ 2 ] ] K D å H  2 O À › Æ ´ à Ï á Î  ƒ £ ´  Ë , ” y 2 ì h . ˜ ≥ Õ n ª ÿ   π ª ç Ç û œ ÷ € ¸ ø ¸ ù } Í ¯ È ¶ X V  V Àï ≈ r … X ˛ ß Ñ ¡ Ÿ ◊ p  «  á  ; ı É F Y b ˚ ° î H ï ∞ #   ∞ í   û í  1 ( g ≥ ≠ F ∏ > T  ; … ∂ ”  P l p ¸ ’ , * Ç ‘ ø   È – X Ó , œ k À B µ Ü « π  — ö ◊ P ˇ ù ô ˘ ± 8 * ú \ fl È T ‚ 4 Ö ë  Ÿ @ @ © ! Ö § ∂ ñ í ¥ ˚ › ! ≠ v  À   Ú  “ ? ≤ ø  ± ø _  ê œ Ï ø  | q k « ◊ K  x ∞    x Ï —  G / ñ ª Ÿ ∫ Î  Ü â 1  _ ê I ˝ √ © – ( e w ] ∫ + K ÿ å Œ  ° ≈ fl I  ∫ ü ò ”  ã K ] é ø * ¬ µ k | Ò É Ç l Í fl  È @ Ä  ’ ! N É  ≈ E V  È r  G ‘ © Ç A . 2 @  > N 8 ˚ ◊ ‚Ä T fl ë ›  ‘ ∏ “÷ Í s À ã fl Õ € ” …  x j ¬ ‘ ı ó & w  M ∞ F _ a l Ç ¥ fl L  ¸ î ± t – 4 & | Ω Ç Ø œ J y â ” b Î √ ≈ T ’ Û z Ω  ’ s »  û À ˆ b ≥ ù Ì R ? ∆ à § p ë Ø ç ’ · ∑ ; “ }  ñ /// — stop

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ai : KOLUMBIEN

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MENSCHEN IN GEFAHR: „In Bojayá im Depart­a­men­to Chocó befin­den sich 7.000 Ange­hö­ri­ge afro-kolum­bia­ni­scher und indi­ge­ner Gemein­schaf­ten in Unión Baquia­za, Egoró­quera, Unión Cui­tí, Play­ita, Meso­po­ta­mia und Car­ri­l­lo im Kreuz­feu­er der Kampf­hand­lun­gen zwi­schen bewaff­ne­ten Grup­pen. Amnes­ty Inter­na­tio­nal betrach­tet die Lage mit Sor­ge und ist der Ansicht, dass die Gefahr mas­sen­haf­ter Tötun­gen und Ver­trei­bun­gen besteht. Im Depart­a­men­to Chocó wur­den in jüngs­ter Zeit meh­re­re Gemein­de-spre­cher_in­nen ermor­det, und die Prä­senz bewaff­ne­ter Grup­pen stellt eine stän­di­ge Bedro­hung für die dor­ti­gen Gemein­schaf­ten dar. Die kolum­bia­ni­schen Behör­den haben bis­her nichts unter­nom­men, um die­se Men­schen zu schüt­zen. / Die meis­ten der betrof­fe­nen Per­so­nen kön­nen sich bereits seit mehr als einem Jahr nicht mehr frei bewe­gen, da sie ver­su­chen, sich vor den Akti­vi­tä­ten der Gue­ril­la­grup­pe Ejérci­to de Libe­r­ación Nacio­nal (Natio­na­le Befrei­ungs­ar­mee) und der para­mi­li­tä­ri­schen Grup­pe Auto­de­fen­sas Gai­ta­ni­s­tas de Colom­bia zu schüt­zen. Die­se haben im ver­gan­ge­nen Jahr Anti­per­so­nen­mi­nen in der Gegend gelegt, Kin­der rekru­tiert, Gemein­de-spre­cher_in­nen getö­tet und gan­ze Gemein­schaf­ten bela­gert. Es gab eini­ge Fäl­le, in denen Ange­hö­ri­ge der Gemein­schaf­ten die Zusam­men­ar­beit der bewaff­ne­ten Grup­pen mit Ange­hö­ri­gen der kolum­bia­ni­schen Armee ange­pran­gert haben. / Amnes­ty Inter­na­tio­nal warn­te in einem 2017 ver­öf­fent­lich­ten Bericht, dass die kolum­bia­ni­sche Regie­rung in die­ser Gegend von Chocó ein Kli­ma der Aus­gren­zung und Ver­nach­läs­si­gung geschaf­fen hat, was die Schutz­be­dürf­tig­keit der dor­ti­gen Gemein­schaf­ten noch wei­ter ver­stärkt. Die Reak­ti­on der Behör­den auf die dor­ti­ge Lage war bis­her alles ande­re als umfas­send und kon­zen­triert sich ledig­lich auf mili­tä­ri­sche Maß­nah­men.“ - Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen bis spä­tes­tens zum 30. Mai 2019 unter > ai : urgent action

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geraldine

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lima : 15.01 — Das Seins­ver­ständ­nis hat umge­schla­gen. Im Kon­trast zum auf der empi­ri­schen Anschau­ung basie­ren­den Ent­wurf der Neu­zeit, wonach das Sein der Din­ge von der Anschau­ung untrenn­bar ist (Kant), ja sogar mit dem Wahr­ge­nom­men­sein iden­tisch ist „Their esse is per­ci­pi“ (Ber­ke­ley 1965, 62), gilt: jetzt: esse est com­pu­t­a­ri. Die Welt ist alles, was digi­ta­li­sier­bar ist.“ – Rafa­el Capur­ro: Digi­ta­ler Welt­ent­wurf. Ein Essay in Heid­eg­ge­ria­ni­scher Absicht. 1999.[2] — Dar­über nach­den­ken. Leich­ter Regen. Es wird wär­mer. Der Regen duf­tet nach Moos. Der Regen erzählt. — stop

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von sammlern

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echo : 22.01 UTC — Weil ich mich nun für 12 Mona­te (oder län­ge­re Zeit) mit der Beob­ach­tung von berühm­ten Käfer­samm­lern beschäf­ti­gen wer­de, mit Ernst Jün­ger, zum Bei­spiel, oder Carl von Lin­né, nach ihrem Wesen, ihren Samm­ler­mo­ti­ven, ihrer Lei­den­schaft fra­gen, erin­ner­te ich mich an einen Brief, den ich vor lan­ger Zeit ein­mal an Jean-Hen­ri Fab­re in der Hoff­nung sen­de­te, er wür­de doch irgend­wie in der Lage sein, ihn wahr­zu­neh­men. Ich notier­te: Mein lie­ber Mon­sieur Fab­re, an die­sem wun­der­schö­nen, eis­kal­ten Dezem­ber­tag gegen Zehn, habe ich ent­lang Ihrer fei­nen Zei­chen­ket­te die Bestei­gung des Mont Ven­toux in Angriff genom­men. Nun bin ich wie­der ein­mal begeis­tert von hin­rei­ßen­der Land­schaft, von der dün­ner wer­den­den Luft, von Ihren gelieb­ten Wes­pen, die ich noch nie in mei­nem Leben mit eige­nen Augen wahr­ge­nom­men habe. Heu­te Mor­gen sehr früh, als ich vor dem Fens­ter saß und mei­ne Polar­spin­ne beob­ach­te­te, wie sie sich freu­te, nach einer sehr lan­gen Zeit im Eis­fach end­lich unter der frei­en, kal­ten Luft die Ster­ne betrach­ten zu kön­nen, hat­te ich die Genau­ig­keit Ihres Sehens erin­nert, die Geduld Ihrer Augen, und sofort in Ihr klei­nes, bedeu­ten­des Buch von der Poe­sie der Insek­ten geschaut. Man kann das Atmen ver­ges­sen. Wie lan­ge Zeit wer­den Sie wohl eine gra­ben­de Sand­wes­pe betrach­tet haben, ehe Sie einen ers­ten Satz for­mu­lier­ten? Und was, zum Teu­fel, hat­ten Sie unter der Lupe, als Nadar Sie foto­gra­fier­te? — Ihr Lou­is, mit bes­ten Grü­ßen. — stop

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von wortgeräuschen

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india : 15.28 UTC — Noch zu tun in den letz­ten Stun­den die­ses Tages: Lärm­wör­ter erfin­den. Fol­gen­de Wör­ter sind bereits bekannt: LÄRMEN LÄRMBLÄSER LÄRMECKE LÄRMENBLASEN LÄRMENSCHLAGEN LÄRMENTE LÄRMER LÄRMFACKEL LÄRMFEUER LÄRMFROH LÄRMGASSE LÄRMGLOCKE LÄRMIG LÄRMKANONE LÄRMMACHER LÄRMPLATZ LÄRMSCHUSZ LÄRMSPIEL LÄRMSTANGE LÄRMSTÜCK LÄRMWORT LÄRMZEICHEN. Samm­lung nach dem Wör­ter­buch der Gebrü­der Grimm. Eine Lärm­en­te, das ist eine Schnat­ter­en­te. — stop
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chioggia

picping

MELDUNG. Jun­ge Kai­ma­ne, ein Schwarm, haben nahe Saint Dome­ni­co zu Chiog­gia einen Imbiss über­fal­len. Von Meteo­ren durch­schla­gen : Dach eines Auto­mo­bils, in der Cal­le Tor­so (6.1 Gramm). Mar­ki­se, Cal­le Gras­si 1094, 0.77 Gramm. Haupt eines Pas­san­ten nahe Can­vea Café, 12.01 Gramm. — stop
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im schnee

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oli­mam­bo : 8.28 UTC — Im Traum war Win­ter. Eich­hörn­chen hüpf­ten durch den Schnee, manch­mal waren sie kaum zu erken­nen, nur eine Bewe­gung, eine klei­ne Wol­ke von Kris­tal­len, etwas Fell. Wenn sie sich dann näher­ten, waren sie zutrau­lich, natür­lich etwas scheu und ner­vös, aber dann doch der­art zutrau­lich, dass ich sie in die Hän­de neh­men und mein Ohr auf ihren Bauch legen konn­te. Ich hör­te ihr Herz schla­gen und etwas Musik, Swing, was war das doch für Musik gewe­sen? Musik, die ich nur von Schall­plat­ten her kann­te. All jene Eich­hörn­chen, die mir begeg­ne­ten, waren von Musik erfüllt. Wie sie das mach­ten? — stop

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