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romeo : 6.38 — Das Wort Aleppo in meinem Gehirn, sobald ich das Wort Aleppo denke. Wie viel Gramm? — stop

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romeo : 6.38 — Das Wort Aleppo in meinem Gehirn, sobald ich das Wort Aleppo denke. Wie viel Gramm? — stop

romeo : 0.12 — bukuboia. s t o p dobakedo. s t o p cawabuba. s t o p laxarobo. s t o p nobalefe. s t o p bobudejo. s t o p Ich notiere: Wieder Wörter erfunden, wieder mein Gehirn geölt. — s t o p

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echo : 5.08 — Ein Freund, der viele Jahre lang Notizzettel sammelte, berichtete, er wolle eine Bibliothek gründen, in der sich ausschließlich Bücher befinden werden, die nie geschrieben oder nie zu Ende geschrieben worden sind, Bücher, die nur in den Gehirnen der Schriftstellerinnen und Schriftsteller existierten, Bücher, die vielleicht bedeutende Bücher gewesen wären, aber nicht geschrieben wurden, weil ihre Autoren zu früh verstarben, oder weil sie zu arm waren und andauernd arbeiten mussten, weswegen ihre Bücher nur ausgedacht wurden, gewünscht, erhofft. Er habe einmal einen Büchertisch gesehen, auf dem wirkliche Bücher lagen, in welchen man blättern konnte, und in nächster Nähe ruhten Buchkörper von Holz, das waren jene ausgedachten Bücher, wie Platzhalter im Raum, Mahnung, Erinnerung. Von dieser Art hölzerner Bücher sollte seine Bibliothek gebildet sein, er habe zahlreiche Briefe in dieser Sache verschickt, nach Island zum Beispiel, nach Österreich, nach Nordamerika, Venezuela, Kolumbien, den Senegal, Südafrika, nach Tasmanien. — stop
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tango : 0.08 — Gestern erreichte mich eine skurrile E‑Mail einer Frau namens Mi Oksana. Es ist denkbar, dass diese E‑Mail eigentlich von einem angeheiterten Computerprogramm notiert wurde, das sich zur Tarnung hinter einem poetisch wirkungsvollen Namen versteckte. Ich überlegte, welche Prozesse möglicherweise in einem digitalen Gehirn zu einem rauschartigen Zustand führen könnten, der eine Gestalt hervorbringen würde, die Mrs. Mi Oksana ähnlich sei. Sie notierte Folgendes: Lieber Louis, vor allen Dingen habe ich vor dich zu sagen, dass ich nur ernste Beziehungen mochte. Spielen ist nichts für mich, und ich bin ein ehrliches Mädchen. Wenn du auch reputabel bist und desselben suchtest, dann werde ich mich über einen Brief von Dir freuen. Mein Name ist Oksana. Ich bin 31 und ich wohne in Russland. Ich war nie verheiratet und ich habe keine Kinder. Vor einem Jahr habe ich mich getrennt und jetzt bin ich auf der Jagd nach einem Freund in deinem Staat. Ich hoffe, dass Menschen in deinem Staat sich mit Respekt zu einer Frau verhalten. Ich hoffe, dass du ein verantwortlicher Mann bist, und wir könnten probieren unsere Liebe aufzubauen. In dieser Mitteilung sende ich dir mein Foto. Ich hoffe, dass es dir gefallen wird. sofern auf mich gespannt bist, bitte gib mir Antwort und verrate deinen echten Namen. Ich hätte gern ein Foto Dich zu sehen. Schöne Gruße. Oksana — stop
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delta : 0.55 — Das Wort Sindschar in meinem Gehirn, sobald ich das Wort Sindschar denke. Wie viel Gramm?
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nordpol : 2.28 — ekoiebe pujadule bucumamba lobowadi malokabe nubelili bibigabe mifobulu fibowebo curabuba. — Ich notiere: Wieder Wörter erfunden, wieder mein Gehirn bespielt. — Gabriele Wohmann ist gestorben, so leise. — stop

nordpol : 6.28 — Man müsste einmal ein Programm erfinden, das in der Lage wäre, E‑Mailbriefe, die man versehentlich verschickte, zu jagen, zu erlegen, oder ganz einfach behutsam wieder zurückzuholen. Ich meine das so: Nehmen wir einmal an, eine E‑Mail wäre vorzeitig entwischt, ohne Gruß und Unterschrift bewegte sie sich rasend schnell durch das World Wide Web von Knoten zu Knoten, ein Brief, der nicht unhöflicher sein könnte, ein lichtschnelles Monstrum, wie glücklich würde man sein, wenn man ihn ungeschehen machen oder nachträglich noch bearbeiten könnte, indem zu jeder E‑Mail ein persönlicher E‑Mailgepard gehörte, der nach dem fehlerhaften Stück hetzen würde, bis das gejagte Zeichenwesen getilgt sein würde, zu einem Nichts geworden, wie nie gewesen. Manche dieser Geparden wären vielleicht in der Lage, sich bis in die E‑Mailprogramme adressierter Computer selbst fortzubewegen, E‑Mailbriefe, die bereits geöffnet wurden, würden vor den Augen der Leser verschwinden oder sehr heimlich später, so dass sie nie wieder gefunden werden könnten, als ob sie nie existierten, Geisterwesen, Täuschung, Gehirnschatten ohne Beweis. Es ist Samstag und es regnet kühles Wasser, als wäre dieser Tag bereits im Herbst. — stop / koffertext

echo : 5.08 — Vor Jahren einmal wurde mir erzählt, ein sehr alter Mann habe sich aus Verzweiflung über die politische Lage seines Landes, andere meinten, weil er im hohen Alter noch hungern musste, an einem wunderschönen Maitag auf dem Marktplatz der malerischen Stadt Siatista, demzufolge in einer nördlichen Provinz Griechenlands, erschossen. Er habe ein Sturmgewehr für seinen letzten Schuss verwendet, eine Waffe, die seit dem Jahre 1944 im Keller seines Elternhauses in Ölpapier gewickelt lagerte. Beinahe wäre das Gewehr, einst Stolz des jungen Mannes im Kampf gegen deutsche Faschisten, für immer in Vergessenheit geraten. Im Detail war damals zu erfahren gewesen, die Kugel habe zunächst den Unterkiefer des alten Mannes durchschlagen, sei von dort aus in das Gehirn vorgedrungen und habe den Kopf über das linke Auge hin wieder verlassen. Bruchteile einer Sekunde später soll das Projektil eine Fliege getötet haben, die sich kurz zuvor auf den Weg südwestwärts gemacht hatte, um sich zuletzt in den Ast eines Salzbaumes zu bohren. — Ist das nun eine Geschichte oder eine Nachricht? Ich habe noch immer keine Antwort auf diese Frage. — stop

echo : 16.02 — Das sehr Besondere an der Gattung der Marinkäfer ist, dass sie blau sind, von einem tiefen, vornehmen Blau, nicht nur von Außen her betrachtet, sondern auch dann, wenn man sie öffnet, wenn man ihre Augen, ihr Gehirn, ihr Herz im Innern beobachtet, alles blau im Käfer, Faser für Faser. Seit Tagen bereits, da ich ihre Gattung entdeckte, denke ich darüber nach, wie sie das machen, das Blausein, ob das überhaupt möglich ist und woher sie kommen und wovon sie sich ernähren. Stunde um Stunde, das ist gesichert, Tag und Nacht, senden sie genau ein Milligramm ultramarines Pigment in die Welt, aber nur dann, wenn ich zärtlich zu ihnen spreche, wenn ich sie mit meinen Gedanken berühre. — stop

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echo : 0.05 — Das Wort Kobanê in meinem Gehirn, sobald ich das Wort Kobanê denke. Wie viel Gramm? — stop

