Aus der Wörtersammlung: echo

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korrespondenz

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echo : 0.02 — Wie­der wirk­li­che Brie­fe schrei­ben, Brie­fe, die man in die Hand neh­men kann, Brie­fe, auf kost­ba­re Papie­re notiert, Bot­schaf­ten, die in eben­so kost­ba­ren Cou­verts durch die Luft flie­gen wer­den. Fol­gen­des habe ich mir aus­ge­dacht. Ich könn­te zunächst einen Blei­stift besor­gen und ein wenig üben, mit der Hand Zei­chen auf unsicht­ba­ren Lini­en zu Wör­tern zu set­zen. Ein oder zwei Wochen der Pro­be soll­ten genü­gen. Dann nach fei­nen Brief­mar­ken suchen, nach Miros und Zep­pe­li­nen und Leucht­tür­men und ande­ren Iko­nen unse­rer Zeit. Ich ste­he in einer Kolo­ni­al­wa­ren­hand­lung und glü­he vor Begeis­te­rung, weil die Segel, die ich in Hän­den hal­te, eigent­lich nicht anwe­send sind, so leicht, so licht. — Exis­tie­ren even­tu­ell Papie­re, die Kor­re­spon­den­zen unter Kie­men­men­schen zuge­eig­net sind? — stop

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erfindung

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del­ta : 17.10 – Schirm­chen von Haut, die sich in damp­fen­den Näch­ten lin­dernd über lesen­de Augen ent­fal­ten. Trans­pa­rent. Und kühl. Nach Art der Schnee­pa­pie­re. Iris­la­mel­len. — stop.
ping

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lichtforscher

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echo

~ : louis
to : Mr. jona­than noe kekkola
sub­ject : TRAUMLICHT

Lie­ber Mr. Kek­ko­la, ahoi! Was machen Sie denn so? Seit Tagen kei­ne Nach­richt aus der Wild­nis. Sind Sie noch am Leben oder wur­den Sie bereits heim­lich von Bären gefres­sen? Ver­mut­lich haben Ihnen lüs­ter­ne Flie­gen der­art zuge­setzt, dass Sie kaum noch aus den Augen sehen kön­nen. Hör­te, küh­len­de Moo­se, sol­len hel­fen, dass Sie wie­der in die Welt hin­aus schau­en und mir schrei­ben wer­den. Nach einer klei­nen Rei­se süd­wärts wird nun wie­der über Tief­see­ele­fan­ten nach­ge­dacht. Das ist schon selt­sam, wenn ich Stun­den an ein und die­sel­be Sache den­ke, dann wird sie so ver­traut, dass ich sie mit mir ins Bett neh­men kann, ich mei­ne, ich träu­me, ich träu­me, mein lie­ber Kek­ko­la, mit Ele­fan­ten über atlan­ti­schen Tief­see­bo­den zu spa­zie­ren. Erin­ne­re mich gera­de an einen For­scher des Lichts. Wenn Du einem Pro­blem, einer Idee, einer Spur wirk­lich nahe kom­men willst, sag­te mein Vater, dann musst Du so inten­siv dar­an arbei­ten, dass Du nachts im Schlaf nicht davon ablas­sen kannst. Das hab ich nun also gemacht. Ich betrach­te­te fünf­tau­send Meter lan­ge Rüs­sel und Pater­nos­ter­auf­zü­ge, die es bei Ihnen in Ame­ri­ka nicht gibt, aber bei uns in Euro­pa, end­los dahin­fah­ren­de Kof­fer ohne Deckel, in die man ein­stei­gen kann, ein­stei­gen wie jene Luft, die Tief­see­ele­fan­ten in klei­nen Pake­ten atmen, Mee­res­win­de in Beu­teln von Haut. Die fah­ren dann per­lend abwärts, ein Beu­tel nach dem ande­ren Beu­tel, zur Lun­ge hin, die rie­sig ist und rosa und kühl, wie das Moos, von dem ich Ihnen erzähl­te. Mein lie­ber Kek­ko­la, was hal­ten Sie davon? Schrei­ben Sie mir, sobald Sie wie­der schrei­ben kön­nen, ja, schrei­ben Sie mir! Ich komm Sie sonst holen! Ihr Louis.

gesen­det am
20.08.2009
5.32 MESZ
1650 zeichen

lou­is to jonathan
noe kekkola »

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abendsegeln

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echo : 0.01 — Der Ver­such, im Gar­ten die Däm­me­rung des Abends mit mei­nen Augen, also mit mei­nem Gehirn zu begrei­fen. Es ist wie­der ein­mal son­der­bar, ich habe einen Kno­ten in mei­nem Kopf. Immer genau dann, wenn ich sagen woll­te: Schau her, vor einer Sekun­de ist es ein wenig dunk­ler gewor­den, war ich mir nicht sicher, ob ich nicht irr­te, weil ich das Dun­kel­wer­den nicht eigent­lich gese­hen, son­dern viel­mehr gefühlt oder ange­nom­men hat­te. Ein­mal schloss ich mei­ne Augen für zwei Minu­ten und hoff­te ver­geb­lich, mir das Licht­bild mer­ken zu kön­nen, das ich zuletzt gese­hen hat­te. Und doch habe ich eine fei­ne Ent­de­ckung gemacht. Sobald ich im Dun­keln mein Gehirn mit mei­nen Lidern bede­cke, wird das Dun­kel hel­ler. Ich muss das im Auge behal­ten! — stop

ping

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appalachian trial

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echo

~ : louis
to : Mr. jona­than noe kekkola
sub­ject : NACHTBÄREN

Lie­ber Mr. Kek­ko­la, haben Sie sich also auf den Weg gemacht! Wie sehr ich mich für Sie freue! Den Appa­la­chi­an-Trail ein­mal anstatt von Süden kom­mend, von Nor­den her zu bewan­dern: fei­ne Idee. Ich bin begeis­tert! Aber Sie sind spät, sehr spät sind Sie, vie­le Tage wer­den Sie unter Regen­wol­ken wan­dern. Ich hof­fe, man hat Sie gut vor­be­rei­tet, hof­fe, dass Sie über ein was­ser­fes­tes Tele­fon und eine gleich­wohl was­ser­fes­te Schreib­ma­schi­ne ver­fü­gen. Ihre ers­te Nach­richt ist heu­te Mor­gen jeden­falls bei mir ein­ge­trof­fen. Eine E‑Mail, der nicht anzu­se­hen ist, dass sie in der Wild­nis geschrie­ben wur­de. Wir leben doch in selt­sa­men Zei­ten. Ich habe mir sofort eine klei­ne Kar­te ihrer Rou­te besorgt. Was machen die Bären? Und die Bie­nen? Und die Amei­sen? Natür­lich wer­de ich unver­züg­lich an Sie schrei­ben, sobald ich einen ers­ten tie­fe­ren Ein­druck vom Rüs­sel­prin­zip der Tief­see­ele­fan­ten gewon­nen habe. Ich den­ke Tag und Nacht über das Atmen in gro­ßer Tie­fe nach. Ganz vor­sich­tig tei­le ich Ihnen mit, dass ich viel­leicht bereits eine Ahnung habe. Bis bald, mein lie­ber Kek­ko­la. Pas­sen Sie gut auf sich auf! – Ihr Louis

gesen­det am
27.07.2009
18.58 MESZ
1074 zeichen

lou­is to jonathan
noe kekkola »

 

trail

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tiefseeelefanten

14

echo

~ : louis
to : Mr. jona­than noe kekkola
sub­ject : MONTAUK

Lie­ber Mr. Kek­ko­la, haben Sie vie­len Dank für die fei­ne Foto­gra­fie, die Sie mir ges­tern Abend über­mit­tel­ten. Wie ich mich herz­lich freue, dass Sie sich an mich erin­ner­ten, an die Geschich­te uralter Ele­fan­ten­wan­der­we­ge, die den Grund des Kari­ba­sees durch­kreu­zen. Und doch glau­be ich, ist der See, an den ich vor lan­ger Zeit ein­mal dach­te, viel zu tief und viel zu breit, als dass Ele­fan­ten ihn pas­sie­ren könn­ten, ohne Scha­den zu neh­men. Nun, wir wer­den sehen. Ich bin beru­higt, weil Sie mir schrei­ben, dass ich Ihren Namen als Pseud­onym wei­ter­hin ver­wen­den darf, auch für unheim­li­che Geschich­ten, wie die Geschich­te mei­ner spe­zi­el­len Käfer­we­sen von Men­schen­haut. Schön muss es bei ihnen sein, in Montauk. Ich besuch­te Ihre Gegend mit der Goog­le — Earth­ma­schi­ne, habe ihr Haus beob­ach­tet und am Strand den Schat­ten einer mensch­li­chen Gestalt. Denk­bar, dass Sie das gewe­sen sind, so klein, so win­zig. Habe ich Ihnen berich­tet, dass ich ein Wunsch­buch für Träu­me füh­re seit eini­gen Tagen? Ich könn­te, nein, ich soll­te für die kom­men­de Nacht notie­ren: Schla­fen gegen zwei! Erzähl dir Ele­fan­ten­her­den, die den Atlan­tik durch­que­ren. Schwe­bend unter Rüs­seln von fan­tas­ti­scher Län­ge, leicht, wie Men­schen auf dem Mond, spa­zie­ren sie schnor­chelnd über schnee­wei­ßen Tief­see­sand. Herz­lich grüßt Sie Ihr Lou­is. Ahoi!


gesen­det am
12.07.2009
22.58 MEZ
1425 zeichen

lou­is to jonathan
noe kekkola »

ping

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begegnung

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echo : 6.10 — Ent­zü­ckend unlängst, Men­schen, Chi­ne­sen, wie sie sich im Mün­che­ner Bota­ni­schen Gar­ten um eine Bam­bus­stau­de grup­pier­ten, wie sie die Pflan­ze wie­der­erkann­ten, wie sie sich freu­ten, hel­le Geräu­sche mach­ten, wie sie die Blät­ter betas­te­ten, wie sie sich ver­beug­ten, wie sie eine alte, weit gereis­te Bekann­te begrüß­ten. Für einen Augen­blick der Ein­druck, auch die Pflan­ze habe sich ver­neigt. — stop

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