amazonien

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MELDUNG.1) Bei die­ser Mel­dung han­delt es sich mög­li­cher­wei­se um eine post­fak­ti­sche Nach­richt! Eine Amei­se der Gat­tung cam­po­no­tus cica­dae fei­ert heu­te im Ama­zo­nas­be­cken nahe der Stadt lci­ca­dae ihren 300. Geburts­tag. Herz­li­chen Glück­wunsch. – stop
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1. Bei die­ser Mel­dung han­delt es sich mög­li­cher­wei­se um eine post­fak­ti­sche Nach­richt!

ein wort

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alpha : 3.28 – In einem Gespräch hör­te ich ein schreck­li­ches Wort. In dem Augen­bli­ck, da ich das Wort hör­te, dach­te ich: Die­sem Wort bin ich nie zuvor begeg­net. Jetzt, da ich das schreck­li­che Wort in mei­nem Kopf habe, wer­de ich es nie wie­der ver­ges­sen, ich wer­de die­ses Wort nie wie­der los­wer­den. – Leich­ter Schnee­fall. Wei­te­re Herz­wör­ter ein­ge­fan­gen. – stop

lichtbild

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sier­ra : 3.24 – Man möch­te fast glau­ben, die fol­gen­de Bege­ben­heit könn­te rei­ne Erfin­dung sein, weil in unse­rer Zeit kaum vor­stell­bar scheint, dass mög­li­ch ist, was ich in weni­gen Sät­ze erzäh­le. Ich hat­te mein Fern­seh­ge­rät beob­ach­tet, dort waren Men­schen zu sehen gewe­sen, die auf Wagon­dä­chern eines Güter­zu­ges von Mit­tel­ame­ri­ka aus durch Mexi­ko nach Nord­ame­ri­ka reis­ten. Eine gefähr­li­che Fahrt, jun­ge Män­ner, aber auch jun­ge Frau­en, immer wie­der wur­den sie beraubt oder fie­len auf die Gelei­se und wur­den vom Zug über­rollt oder von Blit­zen hef­ti­ger Gewit­ter getrof­fen. Lang waren die Über­le­ben­den unter­wegs, hat­ten nach eini­ger Zeit kaum noch etwas zu essen oder zu trin­ken. Hun­ger und Durst wür­den sie ganz sicher gezwun­gen haben, vom Zug zu sprin­gen, wenn da nicht Men­schen gewe­sen wären, arme Men­schen, die ent­lang der Zug­stre­cke stan­den, um den Zug­rei­sen­den Was­ser und Nah­rungs­mit­tel in Tüten zuzu­wer­fen. Eine Frau, Maria, erzähl­te, sie und ihre Fami­lie wür­den immer wie­der hier­her kom­men zu den Zügen mit ihren Bro­ten, dabei hät­ten sie selbst nur sehr wenig zum Leben, aber das Weni­ge wür­den sie ger­ne tei­len, immer­zu habe sie das Gefühl, es sei viel zu gering, was sie unter­neh­men, um den Flüch­ten­den zu hel­fen. Bald ver­schwand sie aus dem Bild, trat in den dich­ten Wald zurück, auch der Zug ent­fern­te sich lang­sam. Ende der Geschich­te. – stop

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herzwörter

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nord­pol : 6.05 – Das Wort HERZBRILLE, fas­zi­nie­rend. Belegt durch die Gebrü­der Grimm in ihrem Wör­ter­buch: Die Krank­hei­ten des Lei­bes sind lau­ter Herz­bril­len, die uns Gott auf die Nase unse­rer Andacht setzt, dasz wir die Schä­den unsers Gewis­sens dadurch bese­hen ler­nen.1)Vale­ri­us Her­ber­ger 1562 – 1627 Dort wei­te­re Herz­wör­ter: herz her­zach­tung herz­ader her­zäh­len her­zah­len herz­al­ler­liebst her­zan­druck her­z­an­na­gend her­zap­fel her­zau­ber her­z­auf her­zaus her­z­aus­deh­nend, herz­bal­sam herz­ban­gig­keit herz­ban­nen herz­baum herz­be­frie­dung herz­bein herz­be­keh­rung herz­be­klem­mend herz­be­klem­mung herz­be­klom­men­heit herz­ben­del herz­be­rau­bend herz­be­schwe­rend herz­be­schwe­ri­sch herz­be­schwe­rung herz­be­stän­dig­keit herz­bet­hö­rend herz­be­trübt herz­bett­lein herz­beu­tel herz­be­we­gend herz­be­weg­li­ch herz­bild herz­blätt­chen herz­blätt­lein herz­blatt herz­blüm­lein herz­blu­me herz­blut herz­blut­dürs­tend herz­blut­glü­hend herz­bräu­ne­herz­brand herz­bre­chen herz­bre­chend herz­bre­cher­chen herz­bril­le herz­bruch herz­brüst­lein herz­bu­be herz­büch­se herz­chen herzdaus herz­de­cke herz­drü­ckend herz­durch­ge­hend her­ze­gier­de her­zeich­nen herz­ein herz­ei­nig herz­ein­neh­mend herz­ein­zi­ger her­ze­kei­len her­ze­leid her­ze­l­ein her­ze­lieb her­zeln herz­emp­find­li­ch herz­emp­find­lich­keit her­zen her­zen­angst her­zen­be­zwin­ger her­zend­aus her­zen­dieb her­zen­er­freue­rin her­ze­ner­qui­ckend her­zen­fang her­zen­fes­zler her­zen­fes­zle­rin her­zen­flei­sch her­zen­för­mig her­z­en­gel her­z­en­gier her­z­en­grund her­z­en­gut her­zen­haft her­zen­haf­tig her­zen­haus her­zen­kind her­zen­klop­fen her­zen­kö­ni­gin her­zen­kün­di­ger her­zen­leid her­zen­leid her­zen­lei­de her­zen­lieb her­zen­lieb her­zen­lust her­zen­mut her­zen­mut­ter her­zen­räu­be­rin her­zen­sach her­zens­adel her­zen­saft her­zen­sal­be her­zens­an­ge­le­gen­heit her­zens­angst her­zens­an­theil her­zens­arm her­zens­aus­druck her­zens­aus­gusz her­zens­bän­di­ger her­zens­ban­gig­keit her­zens­be­dürf­nis her­zens­be­frie­di­gung her­zens­be­gier­li­ch her­zens­be­sit­ze­rin her­zens­be­trüb­nis her­zens­be­we­gung her­zens­be­zäh­mer her­zens­bil­dung her­zens­blüm­chen her­zens­blu­me her­zens­blut her­zens­bra­st her­zens­bre­chen her­zens­bruch her­zens­bru­der her­zens­brun­st her­zens­brust her­zens­büb­chen her­zen­schmel­zend her­zen­schön her­zen­schrein her­zens­dank her­zens­drang her­zens­druck her­zen­sehr her­zen­sein­falt her­zen­ser­gies­zung her­zen­ser­gusz her­zen­ser­leich­te­rung her­zen­sern­st her­zenser­war­tung her­zens­feld her­zens­fens­ter her­zens­fie­ber her­zens­flut her­zens­fol­ter her­zens­frau her­zens­freu­de her­zens­freund her­zens­freund­lich­keit her­zens­frie­de her­zens­fromm, her­zens­frost her­zens­furche her­zens­gast her­zens­ge­dan­ke her­zens­ge­nusz her­zens­ge­spräch her­zens­ge­tüm­mel her­zens­gier her­zens­gift her­zens­glau­be her­zens­grund her­zens­gü­te her­zens­gut her­zens­hän­del her­zens­här­te her­zens­ham­mer her­zens­hand her­zens­hang – stop

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1. Vale­ri­us Her­ber­ger 1562 – 1627

phänomenal

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marim­ba : 4.32 – Helena, die vor weni­gen Tagen sechs Jah­re alt gewor­den ist, frag­te mich am Tele­fon, inwie­fern sich ein Regen­schirm von einem Schnee­schirm unter­schei­de. Das ist eine auf­re­gen­de Geschich­te, dach­te ich, ich habe von der Exis­tenz der Schnee­schir­me noch nie zuvor gehört. Das ist näm­li­ch so, sag­te Helena, wenn es Regen­schir­me gibt muss es auch Schnee­schir­me geben, wie Son­nen­schir­me und Wind­schir­me. Um Zeit zu gewin­nen, wie­der­hol­te ich Hele­n­as Fra­ge. Du will­st wis­sen, inwie­fern sich Regen­schir­me von Schnee­schir­men unter­schei­den? Habe ich Dich rich­tig ver­stan­den? Ja, ant­wor­te­te Helena, was heisst inwie­fern? Plötz­li­ch war sie nicht mehr am Tele­fon. Ich hör­te ihre Schrit­te, wie sie durch die fer­ne Woh­nung lief, sie schien nach etwas zu suchen. Bald hör­te ich ihre Stim­me, sie erzähl­te eine Geschich­te von einem Frosch, den sie im Gar­ten ent­deckt hat­te, ihre Mut­ter lach­te. Nach einer Wei­le hör­te ich Hele­n­as Schrit­te wie­der näher­kom­men, dann ihre Stim­me. Ich habe dich fast ver­ges­sen, dass du am Tele­fon bist, sag­te Helena, das ist phä­no­me­n­al. Sie lach­te. Das ist ja wirk­li­ch phä­no­me­n­al. Was ist heisst : phä­no­me­n­al? – stop

trompetencode

gramm

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romeo : 6.38 – Das Wort Alep­po in mei­nem Gehirn, sobald ich das Wort Alep­po den­ke. Wie viel Gramm? – stop

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stäbchen

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echo : 3.15 – Son­nen­schir­me, Muschel­sam­meln, Strand­kör­be, Schnor­cheltau­chen, Krab­ben, See­ster­ne, Scher­ben­grün, Holz­stäb­chen im Sand. Die­ses Holz so hell die­ses Holz. Wie vie­le Men­schen sind spur­los ver­schwun­den in einem Meer, das wir als das Mit­tel­meer bezeich­nen? Men­schen, die nicht ein­mal Zahl sind, kein Brief süd­wärts, kein Tele­fon, das je vom Ende einer Rei­se erzäh­len wür­de. Stumm. – stop

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einer

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del­ta : 2.05 – Einer, der schreibt und schreibt und schreibt. Einer, der schnel­ler schreibt als er lesen kann. Einer, der schreibt wie einer, der geht und sich nie­mals umsieht. Einer, der schreibt, wie er atmet. Einer, der schreibt solan­ge er exis­tiert, schreibt und schreibt, und wenn es zuletzt nur noch zwei oder drei Worte sind in der Stun­de, die er schrei­ben wird. – stop
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namen

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del­ta : 1.05 – Vor eini­gen Wochen hat­te ich einen Luft­post­brief an Mr. Sini Shapi­ro nach Man­hat­tan geschickt. Ich notier­te ihm von einem wei­te­ren Schrei­ben, das ich an ihn per­sön­li­ch vor eini­ger Zeit nach Kal­kut­ta ( Indien ) sen­de­te. Der Brief war zurück­ge­kom­men, er trug Hin­wei­se auf sei­ner Anschrif­ten­sei­te, die von mehr­fa­chen ver­geb­li­chen Zustell­ver­su­chen zeu­gen, ein Kunst­werk, wür­de ich sagen, ein Doku­ment sorg­fäl­ti­ger Arbeit. Heu­te ant­wor­te­te Mr. Shapi­ro. Er schrieb in einer E-Mail­nach­richt, er habe sich gefreut, weil ich sei­nen Namen ver­wen­de­te, um eine Brief­son­de nach Kal­kut­ta zu schi­cken. Aus­ser­dem freue er sich über mei­ne Fra­ge hin­sicht­li­ch bevor­zug­ter Lek­tü­ren. Er über­mit­tel­te eine Namens­lis­te jener Per­sön­lich­kei­ten, deren Bücher Mr. Shapi­ro bald ein­mal lesen, deren Leben er bevor­zugt stu­die­ren wür­de. – Es ist merk­wür­dig, ich habe nicht damit gerech­net, dass Mr. Sini Shapi­ro über ein E-Mail­adres­se ver­fü­gen könn­te. Es ist nun doch wahr­schein­li­ch, dass Mr. Shapi­ro aus­ser­dem über eine Com­pu­ter­schreib­ma­schine ver­fü­gen wird, die der digi­ta­len Sphä­re ver­bun­den ist. – stop
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zwergseerose bartholomä

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nord­pol : 5.08 – Ich hör­te, irgend­wo ver­steckt auf einem Hoch­pla­teau des stei­ner­nen Mee­res, das sich zwi­schen dem schö­nen, grün­blau­en Ober­see und dem mäch­ti­gen Hoch­kö­nig erstreckt, soll ein Men­sch exis­tie­ren, ein Jun­ge von unge­fähr acht Jah­ren, der in sei­nem bis­he­ri­gen Leben kei­ner­lei digi­ta­le Spur hin­ter­liess, weder in der Welt behörd­li­cher Com­pu­ter­sys­te­me, noch in einer elek­tro­ni­schen Wol­ke. Der Jun­ge, der mög­li­cher­wei­se heim­li­ch gebo­ren wur­de, soll, von Schul­bü­chern umge­ben, in einer Hüt­te mit Zie­gen und fünf Mur­mel­tie­ren leben, die ihm ver­traut gewor­den sind. Es ist nicht bekannt, wie der Jun­ge heisst, wie sei­ne Mut­ter, wie sein Vater, auch nicht, wer ihm des Wei­te­ren gehol­fen haben könn­te, wäh­rend der ers­ten Lebens­jah­re über stren­ge Berg­win­ter zu kom­men. Ich stel­le mir vor, die­ser Jun­ge könn­te viel­leicht der ein­zi­ge leben­de euro­päi­sche Men­sch sein, von dem nie­mals ein Licht­bild genom­men wur­de. Wer nach ihm such­te, kehr­te zurück ohne einen Beweis, ohne eine Spur, er könn­te rein­s­te Erfin­dung sein, eine vor­sätz­li­che Exis­tenz, eine Ver­mu­tung, oder eine tat­säch­li­che Per­son, die an die­ser Stel­le, in die­sem Text einen ers­ten elek­tri­schen Abdruck in der digi­ta­len Sphä­re hin­ter­lässt, ein Ver­rat, ja, ein Ver­rat. Ich soll­te mei­ne Gedan­ken, mei­ne Hin­wei­se, dem­zu­fol­ge bald wie­der löschen, um ihr Ver­schwin­den und damit das Ver­schwin­den des Jun­gen aus der digi­ta­len Welt beob­ach­ten oder prü­fen zu kön­nen. Signa­tur: Zwerg­se­e­ro­se Bar­tho­lo­mä. – stop
drohne32