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tridentklasse

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MELDUNG. In der Nacht zum Diens­tag bereits haben zwölf wei­ße Wale ein US-ame­ri­ka­ni­sches Unter­see­boot der Trid­ent­klas­se auf das Schreck­lichs­te miss­han­delt. Das Wrack, men­schen­leer, wird zur Behand­lung nach Reykja­vik geschleppt. — stop
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obersalzberg : kentauren

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sier­ra : 12.10 — Man soll­te mei­nen, ein Buch sei aus­schließ­lich zum Lesen geeig­net, eine Sub­stanz hel­len Papiers, Zei­chen in gefal­te­ter Linie, die mit den Augen stu­die­rend ent­lang­zu­ar­bei­ten ist, Far­ben, Gerü­che, Klän­ge, Dra­ma. Seit eini­gen Stun­den nun weiß ich, Bücher hel­fen gleich­wohl in mecha­ni­scher Wei­se ana­to­misch wie­der beweg­lich zu wer­den. Toni Mor­ri­sons Roman Jazz, zum Bei­spiel, 402 Gramm Gewicht für Minu­ten in mei­ner Hand am Ende eines Unter­ar­mes, den ich zu stre­cken wün­sche, wider­spens­tig ist er noch, bewegt sich nicht von eige­ner Kraft in jede der von mir gewünsch­ten Rich­tun­gen. Wie er jetzt von der Schwer­kraft der Dich­tung nach unten gezo­gen wird, behut­sam, in der Art und Wei­se lang­sam fal­len­der Äpfel, sagen wir, eine Bewe­gung, mit den Augen nicht wahr­nehm­bar. – Kurz vor 12 Uhr. Mit­tag. Jen­seits des Tales, das ich vom Hos­pi­tal aus über­schau­en kann, spa­ziert glei­ßen­des Son­nen­licht über den Ober­salz­berg hin, unheim­li­che Gegend. Ich mein­te für Sekun­den ein Rudel Ken­tau­ren gese­hen zu haben, die den Saum eines Buchen­wal­des ent­lang galop­pier­ten. stop. Groß­ar­ti­ge ers­te Sät­ze im Kopf. stop. Toni Mor­ri­son. stop. STH, I know that woman. She used to live with an flock of birds on Len­ox Ave­nue. Know her hus­band, too. He fell for an eigh­te­en-year-old girl with one of tho­se deep­down, spoo­ky loves that made him so sad and hap­py he shot her just to keep the fee­ling going. When the woman, her name is vio­let, went to the fun­e­ral to the the girl and to cut her dead face they threw her to the flo­or and out of the church. She ran, then, through all that snow, and when she got back to her apart­ment she took the birds from their cages and set them out the win­dows to free­ze or fly, inclu­ding the par­rot that said, „I love you.“

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radio

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echo : 15.05 — Ich war ein­mal Besit­zer eines Radi­os mit elek­tri­schem Auge. Sobald ich auf einen Knopf drück­te, glüh­te das Auge zunächst däm­mernd, dann leuch­te­te das Auge grün wie das Was­ser eines Berg­sees und ich hör­te selt­sa­me Stim­men und Rau­schen und Pfei­fen. Das Radio war ein sehr gutes Radio. Es exis­tier­te seit dem Jah­re 1952, war also viel älter als ich selbst und muss­te nie zur Repa­ra­tur gebracht wer­den. Nur ein­mal hüpf­te eine Tas­te her­aus und das Radio sah fort­an aus, als habe es einen Zahn ver­lo­ren. An einem sehr hei­ßen Juli­tag des Jah­res 1974 saß ich gera­de vor dem Radio ohne Zahn, als gemel­det wur­de, Fall­schirm­jä­ger sei­en über Zypern abge­sprun­gen. Von einem Kon­flikt war die Rede und das Auge des Radi­os leuch­te­te dazu und die Mem­bran sei­nes Laut­spre­chers zit­ter­te. Ich erin­ne­re mich, dass ich dach­te, dass nun Krieg sei, ein wirk­li­cher Krieg, der ers­te Kriegs­be­ginn, den ich als Wel­len­emp­fän­ger mit­er­leb­te. Irgend­wann ver­schwand das alte Radio und ich bekam ein neu­es Radio. Die­ses Radio konn­te Geräu­sche spei­chern, und so spei­cher­te ich Geräu­sche, sin­gen­de Frö­sche viel­leicht, oder mei­ne Stim­me, die mich befrem­de­te, die nie mei­ne eige­ne Stim­me gewe­sen war, son­dern immer die Stim­me eines ande­ren, der ähn­li­che Din­ge sag­te. Bald mach­te ich mit einer wei­te­ren Maschi­ne Fil­me, nein, ich zeich­ne­te Fil­me auf ein Band, den Film der Stadt Bag­dad an einem Vor­kriegs­mor­gen zum Bei­spiel. Die Son­ne strahl­te vom Him­mel, und ein Vogel, der nicht zu sehen war, zwit­scher­te. Viel­leicht saß der Vogel auf einer gepan­zer­ten Kame­ra, die das Bild der leuch­ten­den Stadt zu mir hin über­trug. Die­ser Vogel war noch Radio gewe­sen. — stop

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muschelsegel

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tan­go : 8.25 — Eine Maschi­ne, die selt­sam brau­sen­de Strö­me zu erzeu­gen ver­mag, wird gleich zum Ein­satz kom­men. Nicht viel grö­ßer als ein Hand­te­le­fon sit­zen zwei Fort­sät­ze von Plas­tik an ihrem Gehäu­se wie leben­de Muscheln fest. In der Nähe die­ser Muschel­rä­der ent­kom­men dem Kör­per des Gerä­tes zwei Dräh­te, die sich an ihren Enden tei­len. Metal­le­ne Segel sind dort befes­tigt, die ich an mei­nem Arm der­art anle­gen kann, dass sie sich fest­zu­hal­ten schei­nen. In dem Moment nun, da ich an den Muschel­räd­chen dre­he, beginnt der Appa­rat zu brum­men. Ein leich­tes Bren­nen auf der Haut und in die Tie­fe, und schon beginnt sich mein Arm zu heben und zu sen­ken, ohne dass ich ihm Anwei­sung zu die­ser Bewe­gung erteilt haben wür­de. Wenn ich nun die Hand mei­nes elek­tri­sier­ten Armes auf die Leh­ne eines Stuh­les sin­ken las­se, scheint das Holz unter ihr zu wan­dern, obwohl ich mit mei­nen Augen wahr­neh­men kann, dass der Stuhl sich nicht im Gerings­ten bewegt. Bald wan­dert auch der Boden, die Wän­de des Zim­mers schlie­ßen sich an, das Fens­ter zu den Ber­gen hin, die Ber­ge selbst. Sechs Uhr und zehn Minu­ten. Ein Ober­arm­mus­kel flat­tert. — stop

ping

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links rechts

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hima­la­ya : 6.08 — Mei­nen lin­ken, mei­nen gesun­den Arm neben mei­nen rech­ten, ver­letz­ten Arm auf einen Tisch zu legen. Sofort wird in der Bewe­gung der lin­ke Arm dem rech­ten Arm zum Vor­bild. Er scheint zu spre­chen mit eige­ner Stim­me: Schau her, schau was ich kann, beweg dich! — stop
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16 33 45 78 minuten

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cho­mo­lung­ma : 8.56 — Neh­men wir ein­mal an, ich könn­te die Geschwin­dig­keit mei­nes Den­kens für die Dau­er eines Tages vor­aus­be­stim­men, etwa so, als wür­de ich die Dreh­ge­schwin­dig­keit einer Schall­plat­te durch das Umle­gen eines Hebels beschleu­ni­gen oder ver­lang­sa­men, wie wür­de ich in die­sem Moment ent­schei­den? Viel­leicht, dass ich etwas eili­ger als ges­tern noch durch den kom­men­den Tag den­ken soll­te? Oder wür­de ich sagen, mein Lie­ber, heu­te erle­ben wir ein­mal einen Tag sehr, sehr lang­sa­mer Gedan­ken? Wir den­ken einen Gedan­ken am Vor­mit­tag, und einen wei­te­ren Gedan­ken am Nach­mit­tag, und am Abend, wenn wir nicht doch schon zu müde gewor­den sein soll­ten, gön­nen wir uns noch eine sehr kur­ze, äußerst lang­sam vor­ge­tra­ge­ne Gedan­ken­ge­schich­te? Dann lang­sa­me Träu­me schla­fen. – Guten Morgen!