nachtsammlung

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2.24 — Habe 628 Optio­nen gezählt, das Wort Nacht fort­zu­set­zen. Zum Bei­spiel: Nach­ti­gal­len­af­fe Nacht­ge­wöl­be Nacht­duft Nacht­durch­schwär­mer Nacht­eu­len­ton Nacht­ge­fie­der Nacht­wolf. Oder aber Nacht­pa­pa­gei : das ist der merk­wür­digs­te aller papa­gei­en, der kaka­po von neu­see­land [ stri­gops hab­rop­ti­lus ], den man mit dem­sel­ben rech­te, mit wel­chen man die eulen im gegen­satz mit den fal­ken einer beson­de­ren fami­lie unter­bringt, als einen ver­tre­ter einer eige­nen fami­lie betrach­ten muss. [ nach Grimm­sches Wör­ter­buch N – Q ] — Drei Uhr zwölf. In mei­nen Zim­mern ame­ri­ka­ni­sche Stim­men. Funk­ge­räu­sche. Geräu­sche mei­ner Kind­heit. Welt­raum­ge­räu­sche. Geräu­sche, wie sie auch in Guan­ta­na­mo zu hören sind. Den Schlaf rau­ben­de Geräu­sche. — stop

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liebeslaute

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1.55 — Seit ich ges­tern, gegen den Mor­gen zu, erfah­ren habe, dass Buckel­wa­le zur Paa­rungs­zeit über eine Spra­che ver­fü­gen, die ein­fa­chen mensch­li­chen Spra­chen ähn­lich ist, immer wie­der die Fra­ge, was ich unter einer ein­fa­chen mensch­li­chen Spra­che ver­ste­hen soll­te, die atem­lo­se Spra­che der Lust viel­leicht oder die Spra­che der Chat­räu­me? Ob eine die­ser mensch­li­chen Spra­chen viel­leicht geeig­net wäre, sich mit­tels einer Pro­ze­dur der Über­set­zung von Wal zu Mensch zu ver­stän­di­gen? Wir könn­ten uns vom Land und von der Tief­see erzäh­len. Eine gran­dio­se Vor­stel­lung, auf hoher See Luft per­lend vor einem Wal zu schwe­ben und zu war­ten und zu wis­sen, dass er gleich, nach ein wenig Denk­zeit, zu mir spre­chen wird. Etwas also sagen oder sin­gen, das nur für mich bestimmt ist. Viel­leicht eine Fra­ge: Wie heißt Du, mein Freund? Oder : Ich hör­te von Bäu­men! - Es ist 2 Uhr 10 und ich bin sehr gut gelaunt, weil ich etwas Lich­ten­berg gele­sen habe. Er schreibt um das Jahr 1774 her­um: Eine Fle­der­maus könn­te als eine nach Ovids Art ver­wan­del­te Maus ange­se­hen wer­den, die, von einer unzüch­ti­gen Maus ver­folgt, die Göt­ter um Flü­gel bit­tet, die ihr auch gewährt wer­den. – Wie aber soll­te ich einem Wal­freund Abu-Ghraib, Gros­ny, Dar­fur, Sim­bab­we, Tibet und Bur­ma erklä­ren, das Fol­tern, das Okku­pie­ren, das offe­ne und das heim­li­che Töten von Men­schen­hand? Und wie den Hun­ger? Und wie das Schwei­gen? — stop

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segelspinne

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3.08 — Eine Stun­de genau ist ver­gan­gen, seit ein sehr klei­ner Gegen­stand den Luft­raum über der Tas­ta­tur mei­ner Schreib­ma­schi­ne durch­quer­te. Er kam von links, also von Wes­ten, und flog nach rechts, also gegen Osten, und weil nicht das gerings­te Geräusch zu hören war, das Geräusch eines Auf­pralls in etwa, war ich zunächst über­zeugt, mich geirrt zu haben. Aber dann konn­te ich im Licht der Tisch­lam­pe einen sehr fei­nen Faden erken­nen, der sich über die Tas­ten gelegt hat­te. Ich erin­ner­te mich sofort an eine Spin­ne, die ich im Früh­jahr zuletzt auf mei­nem Schreib­tisch gese­hen habe, ein hüb­sches, geräusch­lo­ses Wesen. — Es ist jetzt kurz nach halb fünf Uhr und ich bin zufrie­den. Ich habe eine Stun­de lang nichts getan, als mit einem fei­nen Pin­sel bewaff­net auf der Schreib­tisch­plat­te unter dem Licht des Elek­tro­mon­des einen Kampf gegen eine Spring­spin­ne zu fech­ten, die kaum grö­ßer ist als ein Steck­na­del­kopf, schwarz und weiß geti­gert, und so ver­spielt wie eine jun­ge Kat­ze. Hab ich die­sen Text nicht bereits vor lan­ger Zeit schon ein­mal gedacht? — stop

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wartezeit

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0.15 — Ich schrei­be die­sen Text heut Nacht nur aus einem Grund: Ich wün­sche, wach zu blei­ben. Vor den Fens­tern: Dun­kel. Das Licht einer Stra­ßen­la­ter­ne ist aus­ge­fal­len und der Him­mel bedeckt. Jetzt ste­he ich auf. Lau­fe hin und her und pfei­fe. Sobald ich am Schreib­tisch vor­über­kom­me, setz­te ich mich und schrei­be ein paar Wör­ter und dann ste­he ich wie­der auf und gehe pfei­fend wei­ter. Nichts weist dar­auf hin, dass die­ser Text tat­säch­lich von einem lau­fen­den Men­schen gedacht und geschrie­ben wur­de, von einer Per­son, die je nur ein oder zwei Wor­te notier­te, um sogleich wei­ter­zu­ge­hen. Alles könn­te nur behaup­tet sein. — Wes­halb höre ich auf zu pfei­fen, sobald ich schrei­be?  Ist die Zeit, die ich damit ver­brin­ge, auf ein Wort zu war­ten, als Arbeits­zeit anzu­se­hen? Ist der Zustand kon­zen­trier­ter Auf­merk­sam­keit für sich schon eine Leis­tung? -stop

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krapp

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Ver­suchs­an­ord­nung > 20.05 – 20.07 Uhr MEZ : Krapp im Chat

[Log­in OK]
[Krapp joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
[82users in chan­nel Wel­co­me!]

RickJ2!!: Bye bye.
Krapp: „Have just eaten I reg­ret to say three bana­nas and only with dif­fi­cul­ty refrai­ned from a fourth.“
Gulli_S2: Hot­mail?
[katsu left chan­nel Wel­co­me!]
UrFixa­ti­on: Omg, stop it with the bana­na sto­ry.
Krapp: „Fatal things for a man with my con­di­ti­on.“
2005Guy!!: Ur…is get­ting visuals..lol
Gulli_S2: Hot­mail
[muff’ joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
Krapp: „Extra­or­di­na­ry silence this evening.“
UrFixa­ti­on: lol
UrFixa­ti­on: I am
RickJ2!!: Some old sto­ries krapp.
[muff’ left chan­nel Wel­co­me!]
Devilish.fr is away from key­board.
UrFixa­ti­on: Flash­backs
UrFixa­ti­on: lol
Gulli_S2: Fuck you!
Krapp: „I strain my ears and do not hear a sound.“
RickJ2!!: lol
[Gulli_S2 left chan­nel Wel­co­me!]
2005Guy!!: I bet…not pret­ty
UrFixa­ti­on grins evil­ly.
RickJ2!!: Watch out gul­li
Krapp: „Just been lis­ten­ing to an old year, pas­sa­ges at ran­dom.“
[2HOT4YOU left chan­nel Wel­co­me!]
AngusYoung: I just found out i have lung can­cer and it sucks!
RickJ2!!: aww
Krapp: „I did not check in the book, but it must be at least ten or twel­ve years ago.“
UrFixa­ti­on: Whe­re did that come from?
[Gui­tarAd­dic­ted left chan­nel Wel­co­me!]
2005Guy!!: Woaw.
[Play­boyl­overs joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
Krapp: „Now the day is over.“
2005Guy!!: Zack­ly.
SlicK­girl: Should i sim­ply mute him?
[Muff joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
RickJ2!!: Same sto­ries krapp, right?
[Kalkan left chan­nel Wel­co­me!]
[Space Mon­key left chan­nel Wel­co­me!]
Muff greets all.
Krapp: „Night is drawing nigh-igh.“
[Por­to-boy joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
2005Guy!!: I thought i just had deza­vu…
RickJ2!!: Get it??
Play­boyl­overs: hi dudes
Play­boyl­overs: lol
Krapp: „Shadows.“
2005Guy!!: Don’t know how to spell it..lol
[AngusYoung left chan­nel Wel­co­me!]
RickJ2!!: Hey baa­by
[Bryan1997_4_you joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
[Desi­ree left chan­nel Wel­co­me!]
Bryan1997_4_you: Hi all
Muff: Chess game any­bo­dy?
Lil­li: Wait an minu­te
Bryan1997_4_you: Anyo­ne wan­na chat
RickJ2!!: Krapp do you know eng­lish?
[Andriy!!!! left chan­nel Wel­co­me!]
[Lana-puma-hoty joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
19-m-Fran­cais: Kein Deutsch hier?
UrFixa­ti­on: Nein
Muff: RickJ2 do you fan­cy me.
Krapp: „Past mid­ni­ght. Never knew such silence. The earth might be unin­ha­bi­ted.“
The­bi­go­ne greets all.
[Black­S­cor­pi­on left chan­nel Wel­co­me!]
[JoeNY left chan­nel Wel­co­me!]
Bryan1997_4_you: hi court­ney
RickJ2!!: what u mean muff
[Coun­try-Boy joi­ned chan­nel Wel­co­me!]
Muff: RickJ2 why do u igno­re me?
Por­to-boy greets all.
Lil­li greets all.
[Krapp left chan­nel]
[Wel­co­me!]

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libelle

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17.57 — Eine Libel­le, die dicht über der Was­ser­ober­flä­che nach Flie­gen jagt. Höre das Brum­men ihrer Flü­gel. Ein kraft­vol­les Geräusch. Eines die­ser Geräu­sche, die man mit dem Bauch zu hören meint, als wären dort gehei­me Ohren für Libel­len­ge­räu­sche ange­bracht. In die­sem Moment nun, die Libel­le schwebt fast bewe­gungs­los vor mir in der Luft, der Gedan­ke, man soll­te win­zi­ge Gene­ra­to­ren auf den Rücken der Libel­len ver­schal­ten, genau dort, wo die Mecha­nik des Flu­ges aus ihrer Brust ent­steht. — Das schö­ne Licht der Dioden über den Som­mer­se­en. — Exis­tie­ren viel­leicht heim­li­che Struk­tu­ren in mei­nem Kör­per, die nicht bereits mit einem grie­chi­schen oder latei­ni­schen Namen bezeich­net sind? — stop

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ein kaiser und sein ohr

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8.15 — Ich hör­te, vor sehr lan­ger Zeit ein­mal habe der Kai­ser von Chi­na in der ver­bo­te­nen Stadt ein Ohr auf den Boden gelegt, um her­aus­zu­fin­den, was in der Welt vor den ver­schlos­se­nen Toren geschieht. Was wird er ver­nom­men haben? — stop

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ham

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2.02 — Seit Tagen sit­ze ich immer wie­der ein­mal vor einer Foto­gra­fie, die den Schim­pan­sen Ham zeigt. Zu einer Zeit, als ich noch nicht gebo­ren war, wur­de die­ser berühm­te, nord­ame­ri­ka­ni­sche Affe durch den Welt­raum geschos­sen. Sein merk­wür­di­ger Aus­druck kurz nach der Lan­dung, ein Blick nach Innen, viel­leicht der nach­träu­men­de Blick aller Raum­fah­rer die­ser Welt. — stop

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