india : 0.08 UTC — ‘Es ist das Interessante an Büchern, über denen man eigentlich den Verstand verlieren müsste, dass man durch sie vielmehr an Verstand gewinnt. Freilich ist das nur ein neuer Kompromiß — denn anständigerweise müsste man allerdings nach ihrer Lektüre abdanken. Aber das Leben ist nicht das, was wir anständig zu nennen lieben. Allein schon der Umstand, dass der Autor seinen Verstand behalten hat, wird genügen, den Leser zum gleichen zu veranlassen; es sei denn — dass er nur so beweisen zu können meinte, dass er noch tiefer als jene sei, dass er sozusagen aus Ehrgeiz, aus “Willen zur Macht” wahnsinnig zu werden geradezu — wünschte.’ Christian Morgenstern 1906 in seinen Aphorismen/ — stop
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Aus der Wörtersammlung: eis
ein schneckenforscher
sierra : 20.15 UTC — Ein Freund erzählte, er habe endlich, nach langen Jahren unentwegten Sprechens, gelernt zu schweigen. Das Gespräch mit mir sei eine Ausnahme. Er habe Freude daran gefunden, nur selten und nur noch das unbedingt Notwendige zu sprechen. Deshalb lese er ein Buch nach dem anderen. Kurz darauf manchmal, eigentlich immer, schreibe er auf, was ihm die Stimmen in den Büchern erzählten. Er sagte, man könne Bücher, die man gelesen habe, nacherzählen. In dieser Weise würden doch ganz andere Texte entstehen, Texte, die sich mit den gelesenen Büchern unterhielten. Irgendwann lösten sich die Texte von den erinnerten Büchern. Manchmal wisse er nicht, mit welchem Buch er sich gerade schreibend unterhalte. Sobald er den Blick von seinem Text lösen würde, wenn er auf den See hinausschaue und eine Schildkröte bemerke, sei er plötzlich in einer Spur gefangen, die von Schildkröten erzählte, oder von sich liebenden Schecken und ihren Forschern. — stop
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radar
olimambo : 0.05 UTC — Ich habe eine Bitte: Wer in der Lage ist, folgende Zeichen in einer für mich lesbaren Art und Weise darzustellen, bitte melden! >
! [ W Y à & / – U c ! É F Ç ä ¬ ‡ O ‘ £ % ø È ¨ < ’ ≥ ∫ z . \ G ‹ — t V Ê … ì è z t O ˇ í ß _ “ \ ˛ m ˚ t ÿ Ì “ Î ! = M ? • { ü ø Y § Î 7 i Q ˛ Ω π À < Ø . v › π Å ã y ∫ X — 7 i ª € ß ≈ r µ à ö — — l ’ f 3 ¢ y ≥ ø à ˝ ¸ Ò ” ˇ … ¯ Æ_ • ˚ W i ±µ o ∑ i ? O ã’ ” ] Ω J ˜ Æ Æ 2 ‹ ´ Á È Ô © ˇ Á ù 4 ü — ∫ ~ » ó © } ’ ] » © ˆ ≤ | í Ø æ ∑ K / ≈ O ¯ Ä A … $ > ’ ] è / ® É c _ { © ? Q ± C e œ ‘ G ¥ ˛ # ] } ï æ ∏ J è ª ˝ a ∂ Y Ô Ö é ˝ z ù õ ’ l ∑ fi o } a Á fi 7 √ Î Î · Á ” Ø œ ^ ¶ ◊ / Ñ Ñ ï ˙ + æ ˇ w Î m ¶ · fi  ´ E z p Ï ß { fl / ü ù ^ º > æ < æ ~ Ò j 8 Ω ~ q ≠ ’ Ÿ ” Ê Û ˘ 2 ] ] K D å H 2 O À › Æ ´ à Ï á Î ƒ £ ´ Ë , ” y 2 ì h . ˜ ≥ Õ n ª ÿ π ª ç Ç û œ ÷ € ¸ ø ¸ ù } Í ¯ È ¶ X V V Àï ≈ r … X ˛ ß Ñ ¡ Ÿ ◊ p « á ; ı É F Y b ˚ ° î H ï ∞ # ∞ í û í 1 ( g ≥ ≠ F ∏ > T ; … ∂ ” P l p ¸ ’ , * Ç ‘ ø È – X Ó , œ k À B µ Ü « π — ö ◊ P ˇ ù ô ˘ ± 8 * ú \ fl È T ‚ 4 Ö ë Ÿ @ @ © ! Ö § ∂ ñ í ¥ ˚ › ! ≠ v À Ú “ ? ≤ ø ± ø _ ê œ Ï ø | q k « ◊ K x ∞ x Ï — G / ñ ª Ÿ ∫ Î Ü â 1 _ ê I ˝ √ © – ( e w ] ∫ + K ÿ å Œ ° ≈ fl I  ∫ ü ò ” ã K ] é ø * ¬ µ k | Ò É Ç l Í fl È @ Ä ’ ! N É ≈ E V È r G ‘ © Ç A . 2 @ > N 8 ˚ ◊ ‚Ä T fl ë › ‘ ∏ “÷ Í s À ã fl Õ € ” … x j ¬ ‘ ı ó & w M ∞ F _ a l Ç ¥ fl L ¸ î ± t – 4 & | Ω Ç Ø œ J y â ” b Î √ ≈ T ’ Û z Ω ’ s » û À ˆ b ≥ ù Ì R ? ∆ à § p ë Ø ç ’ · ∑ ; “ } ñ /// — stop
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ai : KOLUMBIEN

MENSCHEN IN GEFAHR: „In Bojayá im Departamento Chocó befinden sich 7.000 Angehörige afro-kolumbianischer und indigener Gemeinschaften in Unión Baquiaza, Egoróquera, Unión Cuití, Playita, Mesopotamia und Carrillo im Kreuzfeuer der Kampfhandlungen zwischen bewaffneten Gruppen. Amnesty International betrachtet die Lage mit Sorge und ist der Ansicht, dass die Gefahr massenhafter Tötungen und Vertreibungen besteht. Im Departamento Chocó wurden in jüngster Zeit mehrere Gemeinde-sprecher_innen ermordet, und die Präsenz bewaffneter Gruppen stellt eine ständige Bedrohung für die dortigen Gemeinschaften dar. Die kolumbianischen Behörden haben bisher nichts unternommen, um diese Menschen zu schützen. / Die meisten der betroffenen Personen können sich bereits seit mehr als einem Jahr nicht mehr frei bewegen, da sie versuchen, sich vor den Aktivitäten der Guerillagruppe Ejército de Liberación Nacional (Nationale Befreiungsarmee) und der paramilitärischen Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia zu schützen. Diese haben im vergangenen Jahr Antipersonenminen in der Gegend gelegt, Kinder rekrutiert, Gemeinde-sprecher_innen getötet und ganze Gemeinschaften belagert. Es gab einige Fälle, in denen Angehörige der Gemeinschaften die Zusammenarbeit der bewaffneten Gruppen mit Angehörigen der kolumbianischen Armee angeprangert haben. / Amnesty International warnte in einem 2017 veröffentlichten Bericht, dass die kolumbianische Regierung in dieser Gegend von Chocó ein Klima der Ausgrenzung und Vernachlässigung geschaffen hat, was die Schutzbedürftigkeit der dortigen Gemeinschaften noch weiter verstärkt. Die Reaktion der Behörden auf die dortige Lage war bisher alles andere als umfassend und konzentriert sich lediglich auf militärische Maßnahmen.“ - Hintergrundinformationen sowie empfohlene schriftliche Aktionen bis spätestens zum 30. Mai 2019 unter > ai : urgent action

zebraspringspinne
echo : 5.18 UTC — Ich beobachte an diesem Morgen auf dem Fensterbrett nach Süden zu eine Zebraspringspinne von höchstens 2 Gramm Gewicht. Sie spaziert dort unter meinen Augen furchtlos auf und ab. Möglicherweise ist sie kürzlich erst durch die Luft geflogen oder aber den ganzen Winter über in meiner Nähe gewesen, ohne dass ich sie bemerkte. Für einen Moment halten wir beide inne und schauen in Richtung der Dämmerung. Eine Straßenbahn kommt um die Kurve gefahren, es ist die erste Straßenbahn dieses Tages. Ich schließe die Fenster. Mit dieser ersten Straßenbahn kommt der Tag in die Nacht, Vögel steigen aus und hocken sich in Bäume und singen, während Fliegen und Falter aus meiner Wohnung flüchten, um einzusteigen und rasch davonzufahren. Ich sollte morgens einmal auf die Straße treten und zur Haltestelle gehen und warten, da nun die erste Fahrt der Linie 16 eintreffen und der Fahrer von Nachtfaltern bedeckt sein wird, und die Sitze und Lampen, und auch die Arbeiter und Arbeiterinnen der Frühschicht. Dichte, bittere, staubige Luft, ein sonores Summen zehntausender Flügel. Kleine, harte Käferkörper stürmen durch weichen, fliegenden Falterwald, ping, pong, ping. — Dieser Text wurde zum ersten Mal vor vier Jahren notiert. Als ich heute frühmorgens eine Zebraspringspinne entdeckte, war mein Text wieder möglich geworden. — stop

schreiben
himalaya : 0.05 UTC — Das Schreiben mit Schreibmaschinen ist leiser geworden, man kann nicht sagen, ob jemand schreibt im Nebenzimmer oder nicht schreibt, das Schreiben wird vielleicht bald lautlos sein, ob mit einem Kugelkopfstift oder Tastaturen, die hinter Glas erscheinen, man muss näherkommen, um noch hören zu können, ob jemand schreibt oder nicht schreibt, man muss das Schreiben mit den eigenen Augen sehen, die Bewegung der Hände, dann kann man sagen, ob jemand schreibt oder nicht schreibt. — stop

drummer man
bamako : 3.28 UTC – Wie wir auf den Schultern unseres Vaters durch die Welt schaukelten, als säßen wir auf dem Rücken eines Dromedars, das die menschliche Sprache sprechen konnte. Wie er uns das Licht erklärte, die Geschwindigkeit und die Zeit, die das Licht unterwegs gewesen war, um zu uns zu kommen. Seine großen Schuhe, in welchen wir durch den Garten segelten. Und Gene Kruppa, Drummer Man, dort, noch lange vor unserer Zeit, Vater, mit Schlips im Anzug als junger Mann. Heute Nacht erzählen wir uns Geschichten. Und schon ist es kurz nach zwei Uhr geworden. Ich habe ganz heimlich meine Schreibmaschine angeschaltet, um eine weitere kleine Geschichte aufzuschreiben, weil Geschichten auf Papier oder Geschichten, die man von einem Bildschirm lesen kann, wie alle anderen Geschichten als leise betende Stimmen zu vernehmen sind. Diese Geschichte nun geht so. Immer an Freitagen, ich war fünf oder sechs Jahre alt gewesen, brachte mein Vater aus dem Institut, in dem er als Physiker arbeitete, Karten mit nach Hause, die ich bemalen durfte, Computerlochkarten, kräftige, beige Papiere, in welchen sich seltsame Löcher befanden. Diese Löcher waren niemals an derselben Stelle zu finden, und ich erinnere mich, dass ich mich über ihr Verhalten heftig wunderte. Ich war zu jener Zeit ein begeisterter Maler, ich malte mit Wachskreide und ich malte in allen Farben, über die ich verfügen konnte, weil ich das Buntsein schon immer mochte. Ich malte blaue Kamele und schwarze Blumen und rote Monde. Einmal fragte ich meinen Vater, was jene Löcher bedeuteten, über deren Existenz ich mich freute, weil sie versteckte Bilder zeigten, die ich so lange suchte, bis ich sie gefunden hatte. Hör zu, sagte mein Vater. — stop
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zufällige blicke
lima : 1.
58 UTC — Einmal stellte ich mir vor, wie ich, indem ich schlafend oder wachend durch Manhattan spaziere, lernte, meine Ohren in der Weise der Seehunde durch Muskelkraft zu verschließen. Bald war denkbar geworden, dass mir Lamellen feinster Haut wachsen werden, Innenohrsegel, über deren Bewegung ich verfügen könnte, wie ich die Bewegung meiner Hände vorhersagen kann. Menschliche Stimmen im Vorübergehen in den Farben sanfter Traumgespräche. Der Schlaf der Augen in der Subway, die Wildheit zufälliger Blicke. — stop
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trillerpfeife
romeo : 15.42 UTC — Ich kann mich nicht erinnern, wann genau ich mit der Sammlung von Wörtern begann, die ich an dieser Stelle einmal verwendete, Wörter, die mich zu beobachten scheinen, als wären sie Lebewesen, fragende Persönlichkeiten: Bin ich an dieser Stelle richtig angekommen, kann ich mich entfalten, ist zu verstehen, was ich bedeute, was ich zu sagen wünsche? Wenn man in dieser Weise Wörter sammelt, als würde man Käferwesen fangen, kommt man aus dem Staunen nicht heraus, was alles so existiert in der Buchstabenwelt, wovon man Kenntnis zu haben meint, sagen wir Wörter wie diese: Windstille . Trillerpfeife . Trommelfell . Ameisenpanther . Lauchstange . Zungenkäfer . Staunen Sie doch mit mir, sobald Sie Zeit finden, Zapfenzungen sind HIER hinter in diesem geführten ZUGRIFF sofort zu finden. — Weiterhin Regen. Es regnet bereits so lange, dass man glauben möchte, dieser Aprilregen könnte reine Erfindung sein. — stop

tools
ulysses : 6.55 UTC — Über die Umgebung der Kieferwerkzeuge eines Polarkäfers ist nach der Beobachtung zweiter Übersetzungsmaschinen oder Algorithmen folgendes zu bemerken. Sehen Sie selbst: Google Translator: „A polar beetle, imagine, that’s a very cool beetle. So cool or cold is his body that the air around him crackles, that water begins to freeze immediately, that snow falls in rooms, because the air is damp, birds fall to the ground if they come too close to a polar beetle, mice and other small animals freeze. Therefore, polar beetles love warm areas of the world, because there are delicious creatures to catch by cold, worms as well and woodlice and ants, which taste particularly wonderful. You can hear the crunching of your jaw tools silently. They are rather rare and white as snow and inside the bluish color of the glacier ice. What is completely unknown is why they are so cold, their method. — stop“ — Oder nach Deepl: “A polar beetle, imagine that’s a very cool beetle. His body is so cool or cold that the air around him crackles, water begins to freeze instantly, snow falls in rooms because the air is damp, birds fall to the ground when they come too close to a polar beetle, mice and other small animals freeze. Polar beetles love warm parts of the world because they catch delicious creatures by cold, worms and isopods and ants, which taste especially wonderful. You can hear the crunching of their jaw tools in silence. They are rather rare and white as snow and inside of the bluish color of the glacial ice. What is completely unknown is the reason why they are so cold, their method. — stop” // Übersetzungen nach: Ein Polarkäfer, stellen Sie sich vor, das ist ein sehr kühler Käfer. Derart kühl oder kalt ist sein Körper, dass die Luft um ihn herum knistert, dass Wasser augenblicklich zu frieren beginnt, dass Schnee fällt in Räumen, da die Luft feucht ist, Vögel fallen zu Boden, wenn sie einem Polarkäfer zu nahe kommen, Mäuse und andere kleine Tiere erstarren. Polarkäfer lieben deshalb warme Gegenden der Welt, weil dort köstliche Lebewesen durch Kälte zu fangen sind, Würmer auch und Asseln und Ameisen, die ganz besonders wunderbar schmecken. Man kann das Knirschen ihrer Kieferwerkzeuge in der Stille gut vernehmen. Eher selten sind sie und weiß wie Schnee und im Inneren von der bläulichen Farbe des Gletschereises. Was ganz und gar unbekannt ist, das ist der Grund, warum sie so kalt sind, ihre Methode. — stop
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