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marin

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echo : 16.02 — Das sehr Beson­de­re an der Gat­tung der Marin­kä­fer ist, dass sie blau sind, von einem tie­fen, vor­neh­men Blau, nicht nur von Außen her betrach­tet, son­dern auch dann, wenn man sie öff­net, wenn man ihre Augen, ihr Gehirn, ihr Herz im Innern beob­ach­tet, alles blau im Käfer, Faser für Faser. Seit Tagen bereits, da ich ihre Gat­tung ent­deck­te, den­ke ich dar­über nach, wie sie das machen, das Blau­sein, ob das über­haupt mög­lich ist und woher sie kom­men und wovon sie sich ernäh­ren. Stun­de um Stun­de, das ist gesi­chert, Tag und Nacht, sen­den sie genau ein Mil­li­gramm ultra­ma­ri­nes Pig­ment in die Welt, aber nur dann, wenn ich zärt­lich zu ihnen spre­che, wenn ich sie mit mei­nen Gedan­ken berüh­re. — stop

polaroidposaunist

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ai : IRAN

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MENSCH IN GEFAHR: „Die gewalt­lo­se poli­ti­sche Gefan­ge­ne Ate­na Fargha­da­ni befin­det sich seit dem 9. Febru­ar im Iran im Hun­ger­streik, um gegen ihre Haft zu pro­tes­tie­ren. Nun schwebt sie in Lebens­ge­fahr. Die Künst­le­rin befin­det sich wegen ihrer fried­li­chen Akti­vi­tä­ten in Haft, unter ande­rem hat­te sie in einer Kari­ka­tur Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te kri­ti­siert. Die ira­ni­sche Male­rin Ate­na Fargha­da­ni trat am 9. Febru­ar in einen Hun­ger­streik. Sie nahm fort­an nur noch Was­ser, jedoch kei­ne Nah­rung mehr zu sich. Hier­mit will sie gegen die Fort­dau­er ihrer Haft im Ghar­chak-Gefäng­nis in der Stadt Vara­min pro­tes­tie­ren, in dem es kei­nen Trakt für poli­ti­sche Gefan­ge­ne gibt und in dem die Haft­be­din­gun­gen äußerst schlecht sind. Am 25. Febru­ar gab ihr Rechts­bei­stand an, dass Ate­na Fargha­da­ni als Fol­ge ihres Hun­ger­streiks einen Herz­in­farkt erlit­ten und kurz­zei­tig das Bewusst­sein ver­lo­ren habe. Sie gab an, ihren Hun­ger­streik solan­ge nicht zu been­den, bis die Behör­den ihrem Antrag nach­kom­men, sie in das Evin-Gefäng­nis in Tehe­ran zu ver­le­gen. Am 26. Febru­ar wur­de sie in ein Kran­ken­haus außer­halb des Gefäng­nis­ses gebracht. Ate­na Fargha­da­ni wur­de zum ers­ten Mal am 23. August 2014 wegen ihrer fried­li­chen Akti­vi­tä­ten fest­ge­nom­men. Sie hat­te Fami­li­en von poli­ti­schen Gefan­ge­nen besucht und in einer Kari­ka­tur Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te kri­ti­siert, die einen Gesetz­ent­wurf ein­ge­bracht hat­ten, der frei­wil­lig durch­ge­führ­te Ste­ri­li­sa­tio­nen unter Stra­fe gestellt hät­te und der Teil eines groß ange­leg­ten Plans ist, den Zugang zu Ver­hü­tungs­mit­teln und Dienst­leis­tun­gen bezüg­lich der Fami­li­en­pla­nung zu beschrän­ken. Sie wur­de fast zwei Mona­te lang im Trakt 2A des Evin-Gefäng­nis­ses fest­ge­hal­ten, davon 15 Tage in Ein­zel­haft. Zu ihrer Fami­lie und ihrem Rechts­bei­stand durf­te sie kei­nen Kon­takt auf­neh­men. Am 6. Novem­ber 2014 wur­de sie gegen Zah­lung einer Kau­ti­on frei­ge­las­sen. Ihre neu­er­li­che Fest­nah­me am 10. Janu­ar erfolg­te nach der Vor­la­dung eines Revo­lu­ti­ons­ge­richts, mög­li­cher­wei­se als Ver­gel­tungs­maß­nah­me für ein Video, das sie nach ihrer Haft­ent­las­sung ver­öf­fent­licht und in dem sie erklärt hat­te, wie Gefäng­nis­auf­se­he­rin­nen sie geschla­gen und ernied­ri­gen­den Lei­bes­vi­si­ta­tio­nen unter­zo­gen sowie ande­ren Miss­hand­lun­gen aus­ge­setzt hat­ten. Ihre Eltern gaben in Inter­views an, dass Ate­na Fargha­da­ni vor ihrer Über­füh­rung ins Ghar­chak-Gefäng­nis noch im Gerichts­saal geschla­gen wur­de. Die Ankla­gen gegen sie lau­te­ten auf “Ver­brei­tung von Pro­pa­gan­da gegen das Sys­tem”, “Belei­di­gung von Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten durch Zeich­nun­gen” und “Belei­di­gung des Reli­gi­ons­füh­rers.“ — Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen, mög­lichst unver­züg­lich und bis spä­tes­tens 10. April, unter »> ai : urgent action

ping

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ein päckchen

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tan­go : 17.01 — Ein­mal, in einem August, ste­he ich in einer Schlan­ge war­ten­der Men­schen. Der Ort: U.S. Gene­ral Post Office, New York, 8. Stra­ße. Die Zeit: Kurz vor sechs Uhr abends. Ich bin müde, bin wei­te Stre­cken durch die Stadt gewan­dert. Ich den­ke noch, wenn ich nicht acht­sam bin, könn­te ich viel­leicht im Ste­hen ein­schla­fen. Ich über­le­ge, ob ich in die­sem Fal­le umfal­len oder ein­fach so schla­fend ste­hen blei­ben wür­de. Drau­ßen ist es höl­lisch heiß, schwül und feucht, in der Hal­le des Post­am­tes eher kühl. Vor mir, so nah, dass ich sie ver­se­hent­lich umar­men könn­te, war­tet eine zier­li­che, älte­re Dame, sie ist viel­leicht gera­de vom Fri­seur gekom­men, ihr Haar, ein bläu­lich schim­mern­der Ball, der hef­tig duf­tet. Auf ihren Schul­tern ruht ein Fuchs, der tot ist. Als sie an die Rei­he kommt, tritt sie an den Schal­ter her­an, stellt sich auf ihre Zehen­spit­zen und legt ein Päck­chen auf dem Tre­sen ab. Mit einer läs­si­gen Hand­be­we­gung schiebt sie die Ware zu einer Post­an­ge­stell­ten hin. Die Frau­en unter­hal­ten sich. Ich kann nicht jedes Wort ver­ste­hen, sie spre­chen schnell. Ich mei­ne, zu hören, wie die Post­an­ge­stell­te bemerkt, dass das Päck­chen leicht sei, so leicht, als ob in ihm nichts ent­hal­ten wäre. Die alte Dame erwi­dert, in dem Päck­chen sei sehr wohl etwas ent­hal­ten, näm­lich 7 x 1 Stun­de Schlaf, die sie einem Freund über­mit­teln wür­de, der nahe Bos­ton woh­ne, ein Geschenk. Dar­auf­hin lacht die Post­an­ge­stell­te mit tie­fer Stim­me. Sie sagt: Das ist ein unglaub­li­ches Geschenk, sie wür­de auch ein­mal sehr ger­ne etwas Schlaf­zeit geschenkt bekom­men. Kurz dar­auf dreht sich die alte, zier­li­che Frau auf dem Absatz um, ein feu­er­rot geschmink­ter Mund, gepu­der­te, hel­le Haut, win­zi­ge blaue Augen. Sie durch­quert den Saal nach Nor­den hin. Klei­ne Schrit­te, schnell. Kurz vor einer der Türen, da sie die Rich­tung kor­ri­gie­ren muss, wird sie bei­na­he aus der Kur­ve getra­gen. — stop
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münchen — mariupol

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echo : 22.01 — Einen Gegen­stand mit Gedan­ken durch­drin­gen. Halt­bar machen. Eine Geschich­te, eine schwie­ri­ge Geschich­te, zur Erfah­rung notie­ren. Nicht im Schrei­ben liegt die Schwie­rig­keit, son­dern dar­in, so zu leben, dass das zu Schrei­ben­de ganz natür­lich ent­steht. Etwas heu­te bei­na­he Unmög­li­ches; aber ich kann mir kei­nen ande­ren Weg vor­stel­len. Dich­tung als Ent­fal­tung, Blü­te, oder nichts. Alle Kunst der Welt könn­te die­ses Nichts nicht ver­ber­gen. Phil­ip­pe Jac­cot­tet. stop — Eine Rei­se von Mün­chen nach Mariu­pol in Wor­ten > Haupt­bahn­hof : Rich­tung Wes­ten 300 m Links Rich­tung Bay­er­stra­ße abbie­gen 53 m Rechts abbie­gen auf Bay­er­stra­ße 500 m Wei­ter auf Lands­ber­ger Str. 900 m Rechts auf die Auf­fahrt nach A9/ Nürnberg/ Flug­ha­fen Mün­chen abbie­gen 250 m Auf Donnersbergerbrücke/ B2R fah­ren Wei­ter auf B2R 3,4 km Die Auf­fahrt Rich­tung Salzburg/ Passau/ Nürnberg/ Flug­ha­fen München/ A94/ bald in Tsche­chi­en. A9 neh­men 550 m Wei­ter auf Georg-Brauch­le-Rin­g/­B2R 46,9 km Am Auto­bahn­kreuz 65-Drei­eck Hol­le­dau rechts hal­ten und den Schil­dern A93 in Rich­tung Hof/ Regensburg/ Wolnz­ach fol­gen 750 m Wei­ter auf A93 128 km Am Auto­bahn­kreuz 28-Kreuz Ober­pfäl­zer Wald rechts hal­ten und den Schil­dern A6 in Rich­tung Prag/ Praha/ Waidhaus/ Vohenstrauß/ Tsche­chi­en fol­gen 33,7 km Sie sind Wei­ter auf D5/ E50 151 km Bei Aus­fahrt 1 in Pražs­ký okruh/ E50/ R1 Rich­tung Brno ein­fä­deln 29,2 km Die Aus­fahrt D1/ E65/ E55 nehmen1,0 km Auf D1/ E50/ E65 fah­ren 193 km Wei­ter auf Rou­te 50/ D1/ E50 6,4 km Wei­ter auf D1/E462 19,1 km Bei Aus­fahrt 230 auf R46/ E462 in Rich­tung Olomouc/ Ostrava/ Vyš­kov fah­ren 900 m Wei­ter auf E462/R46 36,4 km Bei Aus­fahrt links in E442/ E462/ R35 Rich­tung Hranice/ Opava/ Ostrava/ Olo­mouc-Holi­ce/ Rou­te 35/ R46 abbie­gen­Wei­ter auf E462 45,7 km Wei­ter auf D Sie sind bald in Polen. 65,3 km  >

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salinenweg

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whis­key : 0.01 — Ich schlief über einem Buch des Schwei­zer Schrift­stel­lers Nico­las Bou­vier. Ehe ich fest ein­ge­schla­fen war, hat­te ich in letz­ter Sekun­de noch einen Gedan­ken wahr­ge­nom­men. Ich sag­te zu mir mit lei­ser wer­den­der Stim­me: Du soll­test ein­mal über­le­gen, ob es sinn­voll ist, nach einer Metho­de zu suchen, im Schlaf ein Buch lesen zu kön­nen. Ja, das wäre eine inter­es­san­te Geschich­te. Man wür­de sich natür­lich an die erzäh­len­de Wirk­lich­keit des Buches selbst nicht erin­nern, das man gera­de noch las oder hör­te, wäh­rend man schlief, weil man das Buch nicht bewusst wahr­neh­men konn­te, und doch wäre man mit Herrn Bou­vier nach Gal­way geflo­gen wegen eines Lochs im Sturm. Man wäre in einer Art und Wei­se nach Gal­way geflo­gen, dass man sich ein­mal spä­ter so gut an die­sen Flug erin­nern könn­te, als wäre man selbst dort in Kil­ro­nan gewe­sen, eine Ahnung, Geräu­sche, Luft und Leu­te. — Das geschmei­di­ge Wort Sali­nen­weg. Wie ich über eine höl­zer­ne Brü­cke gehe im Win­ter, ich strei­che mit einer Hand Schnee von einem Gelän­der. Immer wie­der, im Som­mer, im Früh­ling, im Herbst, wenn ich die­sen Ort pas­sier­te, erzähl­te ich von die­sem Moment, als ich im Win­ter den Schnee berühr­te. — stop
polaroidcentralpark