Aus der Wörtersammlung: weise

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animals

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echo : 10.02 – Ein leben­des Blatt Papier, nach wie vor hei­ter, wel­ches aus Mil­lio­nen mobi­ler Ein­hei­ten oder Per­sön­lich­kei­ten bestehen wür­de, könn­te immer dann als eine Rechen­ma­schi­ne betrach­tet wer­den, wenn jedes der zu dem Blatt gehö­ren­den Indi­vi­du­en für sich imstan­de wäre, zwei oder wei­te­re Zustän­de, etwa hell oder nicht hell, anzu­neh­men und den Sta­tus die­ser Selbst­ver­fas­sung mit­tels einer Spra­che an benach­bar­te Indi­vi­du­en wei­ter­zu­ge­ben. Ja, das ist denk­bar, eine Rechen­ma­schi­ne, die sich vor­sätz­li­cher Wei­se in Luft auf­lö­sen und wie­der aus der Luft her­aus ver­ei­nen könn­te. — stop

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bald winter

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tan­go : 22.58 UTC — Ein­mal dach­te ich über einen Winter­käfer nach­. Aber anstatt einen Win­ter­kä­fer zu fin­den, war mir ein ande­res Käfer­we­sen in den Sinn gekom­men. Die­ser, noch immer namen­lose Käfer, soll­te ohne Aus­nah­me paar­weise erschei­nen, weich sein wie eine Schne­cke und von der Körper­tem­pe­ratur der Men­schen und genau­so groß, dass er sich in die Augen­höhle eines Schla­fenden zu­ schmie­gen ver­mag. Ich notier­te, man wür­de an die­ser Stel­le viel­leicht mei­nen, der Käfer wür­de sich mit sei­ner Wir­kung als Nacht­schirm begnü­gen, statt­dessen woll­te er sich sacht bewe­gen und in die­ser Wei­se in Bewe­gung sehr entspan­nende Polar­licht­spiele von mil­der, beru­hi­gender Lumi­nes­zenz erzeu­gen. – Wäh­rend ich die­se Zei­len, die ich leicht ver­än­dert habe, damals sen­de­te, hör­te ich von der Nach­richt, Bena­zir Bhut­to sei von einem Selbst­mord­at­ten­täter getö­tet wor­den. – stop
ping

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joyce carol oates

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ulys­ses : 15.08 UTC — Neh­men wir ein­mal an, dem ursprüng­li­chen Code einer Seeane­mone wür­de ein wei­te­rer Code hinzu­ge­fügt, eine sehr kur­ze Stre­cke nur, sagen wir Joy­ce Carol Oates Erzäh­lung Nackt mit­tels Nukleo­ba­sen­paaren notiert. Was wür­de gesche­hen? Inwie­fern wür­de Joy­ce Carol Oates Text Wesen oder Gestalt einer Seeane­mone berüh­ren? Wür­de der Text von Seeane­mone zu Seeane­mone weiter­ge­reicht, wür­de ihr Text sich schritt­wei­se verän­dern, wür­de er viel­leicht ent­lang der Küsten­li­nien wan­dern? Seit Dezem­ber 2014, ich hat­te wie­der ein­mal geträumt, sind mensch­liche Per­so­nen denk­bar, die nur zu dem einem Zweck exis­tieren, näm­lich Ohren, ein gutes Dut­zend wahl­weise auf ihren Armen oder Schul­tern zu tra­gen, um sie gut durch­blu­tet so lan­ge zu konser­vieren, bis man sie von ihnen abneh­men wird, um sie auf eine wei­te­re Per­son zu ver­pflan­zen, die eine gewis­se Zeit oder schon immer ohne Ohren gewe­sen ist. Unheim­liche Sache. Unheim­lich nach wie vor. – stop

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über postkarten

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romeo : 15.10 — Post­kar­ten exis­tie­ren, die einer­seits über eine Adres­se ver­fü­gen, an wel­che sie gesen­det wer­den könn­ten, aber über kein wei­te­res Zei­chen, kei­ne Nach­richt, kei­nen Gruß, kei­ne Geschich­te. Ande­re Post­kar­ten, auch sie exis­tie­ren, erzäh­len in kleins­ten Zei­chen von einer Rei­se, bei­spiels­wei­se, oder einer beson­de­ren Lie­be, mit feins­ten Werk­zeu­gen auf­ge­tra­ge­ne Schrift, doch eine Zustel­lung kann nicht gelin­gen, da eine Adres­se fehlt, nicht ein­mal ein Absen­der ist vor­han­den. Es kommt mir vor, als wür­de die­se Gat­tung ziel­lo­ser Post­kar­ten Selbst­ge­sprä­che füh­ren. – stop

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unter freiem himmel

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sier­ra : 15.08 — Ich spa­zier­te im Park. Und wie ich so spa­zier­te, dach­te ich, viel­leicht bist Du schon 5105 Male durch die­sen Park spa­ziert, war­um nicht. Da ent­deck­te ich plötz­lich, dass jeder der Bäu­me des Parks zwei Meter über dem Boden ein Schild­chen trug an sei­nem Stamm. Zunächst ent­deck­te ich ein Schild­chen am rau­en Stamm einer Spott­nuss. Auf dem Schild­chen waren zwei Buch­sta­ben und fünf Zah­len ver­zeich­net, das könn­te ein Code sein, dach­te ich, dann ging ich wei­ter, um an dem Stamm einer Eibe ein ähn­li­ches Schild­chen zu bemer­ken. Wie­der waren zwei Buch­sta­ben und fünf Zah­len auf grü­nem Hin­ter­grund auf­ge­tra­gen. Eine Stun­de lang betrach­te­te ich Stäm­me der Bäu­me des Parks, Stäm­me der Rot­bu­chen, Bir­ken, Zwerg­nuss­kas­ta­ni­en, Erlen, Eichen und eines gewöhn­li­chen Trom­pe­ten­baums, sie alle waren mit einem Schild­chen von Metall ver­se­hen, Zif­fern, einem Schat­ten dem­zu­fol­ge, einem beson­de­ren Blick. Ver­mut­lich, dach­te ich, wird irgend­wo ein Buch oder ein digi­ta­les Ver­zeich­nis exis­tie­ren, in dem die Exis­tenz der Bäu­me fest­ge­hal­ten ist, ihre Namen mög­li­cher­wei­se und ihr Alter, viel­leicht auch, wie sich die Bäu­me beneh­men im Win­ter und im Som­mer. Zuletzt dach­te ich, dass ich even­tu­ell durch ein Muse­um spa­zie­re. Das den­ke ich noch immer. Win­ter ist gewor­den. — stop

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luftraum

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sier­ra : 0.05 — Ich erin­ne­re mich: Julio Cor­tá­zar erzählt in sei­nem Kalei­do­skop Rei­se um den Tag in 80 Wel­ten eine Geschich­te, in wel­cher eine Flie­ge von zen­tra­ler Bedeu­tung ist. Die­se Flie­ge soll auf dem Rücken geflo­gen sein, als der Autor sie ent­deck­te, Augen nach unten dem­zu­fol­ge, Bein­chen nach oben, ein für Flie­gen­tie­re nicht übli­ches Ver­hal­ten. Natür­lich muss­te die­se selt­sa­me Flie­ge unver­züg­lich näher betrach­tet wer­den. Julio Cor­tá­zar erfand des­halb ein Zim­mer, in wel­chem die Flie­ge fort­an exis­tier­te, und einen Mann, der die Flie­ge zu fan­gen such­te. Wie zu erwar­ten gewe­sen, war der Mann in sei­ner Beweg­lich­keit viel zu lang­sam, um die Flie­ge behut­sam, das heißt, ohne Beschä­di­gung, erha­schen zu kön­nen. Er bemüh­te sich red­lich, aber die Flie­ge schien jede sei­ner Bewe­gun­gen vor­her­zu­se­hen. Nach einer Wei­le mach­te sich der Mann dar­an, das Zim­mer, in dem er sich mit der Flie­ge auf­hielt, zu ver­klei­nern. Er fal­te­te Papie­re zu Schach­teln, die den Flug­raum der beson­de­ren Flie­ge schritt­wei­se der­art begrenz­ten, dass sie sich zuletzt kaum noch bewe­gen konn­te. Flie­ge und Fän­ger waren in einem licht­lo­sen Raum inner­halb eines Schach­tel­zim­mers gefan­gen, dar­an erin­ne­re ich mich noch gut, oder auch nicht, weil ich die­se Geschich­te bereits vor lan­ger Zeit gele­sen habe, immer wie­der von ihr erzähl­te, wes­halb sich die Geschich­te ver­än­dert, von der ursprüng­li­chen Geschich­te ent­fernt haben könn­te. Das Buch, in dem sie sich auf­hält, befin­det sich zur­zeit immer noch außer Reich­wei­te. Weil ich die­se Geschich­te bereits ein­mal fest­ge­hal­ten hat­te, ist sie noch die­sel­be Geschich­te geblie­ben, die Geschich­te einer erin­ner­ten Geschich­te. — stop

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max

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alpha : 22.02 UTC — Ich erin­nere mich gern an Max, soeben ist es wie­der pas­siert, dass ich mich an Max erin­ner­te. Er war 6 Jah­re alt gewor­den, als ich ihm zuletzt persön­lich begeg­nete. Wir saßen damals an einem Küchen­tisch, es war Abend, Max schon müde. Er schüt­telte etwas gelang­weilt eine Papri­ka­schote und wun­der­te sich, weil in der gel­ben Frucht Bewe­gung zu sein schien. Ich nahm ihm die Papri­ka aus der Hand, und tatsäch­lich war in ihrem Inne­ren etwas lose gewor­den oder exis­tierte dort, das sich übli­cher­weise nicht in einer Papri­ka befin­den soll­te. Also leg­te ich die Papri­ka zur Unter­su­chung auf einen Tel­ler und öff­ne­te sie vor­sich­tig. Es war ein klei­nes Loch, das ich in die Papri­ka schnitt. Sei­te an Sei­te sit­zend, war­te­ten wir gespannt vor der Frucht dar­auf, ob viel­leicht Irgend­etwas oder Irgend­je­mand aus der Öff­nung stei­gen wür­de. Indes­sen erzähl­te ich von der Erfin­dung der Tief­see­ele­fanten, von ihren kilo­me­ter­langen Rüs­seln, die sie zur Meeres­ober­fläche recken, sofern sie den Atlan­tik durch­queren. Bald wur­de Max unge­duldig, er nahm die Papri­ka in sei­ne Hän­de, um durch das spar­same Loch zu spä­hen, ohne frei­lich etwas sehen zu kön­nen, es war dun­kel da drin, wes­halb ich das Loch vergrö­ßerte, und außer­dem noch zwei klei­nere Löcher für das Licht seit­wärts in den Kör­per trieb. Wie­der­um späh­te Max in die Papri­ka, jetzt konn­te er etwas erken­nen. Er stell­te nüch­tern fest, dass sich in der Papri­ka ein Ohr befin­den wür­de, ein Papri­kaohr, ganz ein­deu­tig. Vier Jah­re sind seit­her ver­gan­gen. Als ich vor zwei Jah­ren mit Max tele­fo­nierte, erklär­te er, dass er in der Schu­le Tief­see­men­schen mit Blei­stift zeich­nete. Immer wie­der habe er die Kör­per der Tief­see­men­schen, die über den Meeres­boden spa­zier­ten, ausra­diert, um sie noch klei­ner zu machen, damit ihre Häl­se auch lang genug wer­den konn­ten auf dem viel zu klei­nen Blatt Papier, das ihm zur Verfü­gung gestellt wor­den war. – stop
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sacca fisola

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echo : 18.12 UTC — Mit einem Mari­naio der Linea 2 um kurz nach drei kam ich des­halb ins Gespräch, weil der jun­ge Mann beob­ach­tet hat­te, wie ich eine hal­be Stun­de lang mei­ner­seits sei­ne Hän­de beob­ach­te­te, wie sie in einer ele­gan­ten oder läs­si­gen oder ganz ein­fach erprob­ten Art und Wei­se bei Annä­he­rung sei­nes Dampf­schiff­chens an eine Hal­te­sta­ti­on, an die­sen schwin­gen­den und tan­zen­den und auf und ab wip­pen­den Steg, der noch nicht Land ist aber auch nicht mehr Schiff, ein Tau zur Schlei­fe for­men, um es aus kur­zer Distanz um einen eiser­nen Höcker zu wer­fen und zu kno­ten. Es geht dann rasant, wie sich das Tau knar­zend win­det, wie es sich zuzieht, weil es nicht anders kann, weil es in sich gefan­gen ist, sir­ren­de Geräu­sche, die ich vor Tagen im Traum zu ver­neh­men mein­te, wes­we­gen ich erwach­te und glaub­te auf mei­nem Bett wür­de eine gewal­ti­ge See­mö­we Platz genom­men haben, die mich mit hell­blau­en Augen­di­oden anblitz­te. Es war dann doch das Leucht­werk eines Weckers gewe­sen, mit dem ich bis­lang nicht ver­traut wor­den bin. Ich weiß nun, das Kno­ten­ge­bin­de wird unter den See­leu­ten der Kanä­le als Dopi­no oder wahl­wei­se Nodo di otto bezeich­net. Der jun­ge Mann, der sich über mei­ne Begeis­te­rung freu­te, führ­te den Kno­ten mehr­fach in Zeit­lu­pe vor, hin und zurück, sodass ich die See­le des Kno­tens all­mäh­lich ver­ste­hen konn­te. Es war ein Frei­tag, es reg­ne­te leicht. Ich fuhr dann nach Giudec­ca zurück, besuch­te einen klei­nen Markt, ich glau­be, ich war der ein­zi­ge Frem­de an die­sem Ort gewe­sen. Ich kauf­te einen Peco­ri­no Sici­lia­no, 100 Gramm. Auch heu­te leich­ter Regen, der unver­züg­lich im Meer ver­schwin­det. — stop

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ai : NIGER

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MENSCHEN IN GEFAHR: „Der mul­ti­na­tio­na­le Ölkon­zern Shell und die Regie­rung des süd­ni­ge­ria­ni­schen Bun­des­staa­tes Rivers haben es ver­säumt, die Bewohner_innen von Oga­le, einer Regi­on außer­halb von Port Har­court, der Haupt­stadt von Rivers, regel­mä­ßig mit siche­rem Trink­was­ser zu ver­sor­gen. Die meis­ten der dort leben­den Men­schen müs­sen ent­we­der Was­ser kau­fen oder Grund­was­ser trin­ken, das laut einer 2011 ver­öf­fent­lich­ten Stu­die der Ver­ein­ten Natio­nen gefähr­lich ver­schmutzt ist./ Die Stu­die des Umwelt­pro­gramms der Ver­ein­ten Natio­nen (United Nati­ons Envi­ron­ment Pro­gram­me, UNEP) ergab, dass die Bewohner_innen von Oga­le Was­ser aus Brun­nen tran­ken, das so stark mit dem bekann­ten Kar­zi­no­gen Ben­zol ver­un­rei­nigt war, dass es den nach inter­na­tio­na­len Richt­li­ni­en fest­ge­leg­ten Grenz­wert um das 900-fache über­schritt. Das Was­ser zu trin­ken wer­de „sicher lang­fris­ti­ge gesund­heit­li­che Fol­gen“ haben. UNEP emp­fahl der nige­ria­ni­schen Regie­rung, unver­züg­lich Maß­nah­men zu ergrei­fen, damit die Men­schen in Oga­le nicht wei­ter­hin Trink­was­ser aus kon­ta­mi­nier­ten Brun­nen trin­ken müs­sen, und ihnen eine alter­na­ti­ve Quel­le für sau­be­res Was­ser zur Ver­fü­gung zu stel­len. Trotz die­ses drin­gen­den Auf­rufs gibt es noch immer kei­nen Zugang zu solch einer Quel­le. / Am 1. Sep­tem­ber 2018 besuch­te Amnes­ty Inter­na­tio­nal Oga­le und sprach mit Anwohner_innen. Die meis­ten von ihnen kau­fen ihr Was­ser für den per­sön­li­chen und häus­li­chen Gebrauch, etwa zum Trin­ken, Kochen und Waschen, obwohl sie es sich eigent­lich nicht leis­ten kön­nen. In eini­gen Fäl­len geben Bewohner_innen ein Drit­tel ihres wöchent­li­chen Ein­kom­mens für Was­ser aus, sodass sie manch­mal statt drei Mahl­zei­ten am Tag nur zwei essen kön­nen. Die­je­ni­gen, die es sich nicht leis­ten kön­nen, Was­ser zu kau­fen, trin­ken und nut­zen das ört­li­che Grund­was­ser – trotz der Warn­schil­der, die dar­auf hin­wei­sen, dass das Was­ser ihre Gesund­heit gefähr­det. Man­che trin­ken Was­ser aus loka­len Brun­nen und Bohr­lö­chern, auch wenn auf dem Was­ser ein öli­ger Film zu sehen ist. Eini­ge Bewohner_innen bezah­len sogar für das Was­ser aus den Bohr­lö­chern. Ande­re nut­zen Regen­was­ser, in dem sich schwar­ze Flöck­chen befin­den. Die Bewohner_innen haben kei­ne ande­re Wahl, da sie nicht das nöti­ge Geld auf­brin­gen kön­nen, um Was­ser von pri­va­ten Anbieter_innen zu kau­fen und die Regie­rung bereits seit über einem Jahr kein sau­be­res Was­ser mehr bereit­stellt. Zeit­gleich mit dem Besuch von Amnes­ty Inter­na­tio­nal in Oga­le wur­den eini­ge der von der Regie­rung regu­lier­ten Was­ser­lei­tun­gen wie­der in Betrieb genom­men. Doch die Bewohner_innen berich­ten, dass die Was­ser­ver­sor­gung ledig­lich eine Stun­de am Mor­gen oder am Nach­mit­tag funk­tio­niert und die zur Ver­fü­gung gestell­te Was­ser­men­ge nicht aus­reicht, um den grund­le­gen­den Was­ser­be­darf zu decken. Amnes­ty Inter­na­tio­nal hat Grund zu der Annah­me, dass auch die­ses Was­ser nicht den Richt­li­ni­en der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on für Trink­was­ser­qua­li­tät ent­spricht.“ - Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen sowie emp­foh­le­ne schrift­li­che Aktio­nen bis spä­tes­tens zum 3.8.2018 unter > ai : urgent action
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cimitero s. michele

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vic­tor : 22.24 UTC — Auf der Insel Giudec­ca exis­tiert an eine Brü­cke gelehnt ein Auf­zug für Men­schen, die nicht in der Lage sind, Trep­pen zu stei­gen. Der Auf­zug soll nun seit bei­na­he 3 Jah­ren außer Dienst genom­men sein. Ich hät­te davon kei­ne Kennt­nis erhal­ten, wenn ich nicht zufäl­lig hör­te, wie ein alter Mann sich wegen die­ses kran­ken Auf­zu­ges empör­te. Er saß in einem Roll­stuhl auf einem Bal­kon nur weni­ge Meter ent­fernt von der Brü­cke und warf Brot in die Luft, wel­ches von Möwen im Flug auf­ge­fan­gen wur­de. Der Mann schimpf­te in eng­li­scher, bald in fran­zö­si­scher Spra­che, als ob er ganz sicher­ge­hen woll­te, dass jene Men­schen, die die Brü­cke über­quer­ten, sei­ne Nach­richt ver­ste­hen wür­den. An die­sem Abend, da der wüten­de Mann die Admi­nis­tra­ti­on der Stadt Vene­dig ver­damm­te, wäre ich sehr ger­ne sofort in das Was­ser zu mei­nen Füßen gesprun­gen, um den Reiz der Mücken­sti­che, die ich wäh­rend eines Besu­ches des Fried­ho­fes San Miche­le hin­neh­men muss­te, durch Küh­le zu lin­dern. Es war am Nach­mit­tag gewe­sen, ich plan­te das Grab Joseph Brodsky’s zu besu­chen, muss­te aber bald vor dut­zen­den Raub­tie­ren flüch­ten, die sich auf zart schil­lern­den Flü­geln kaum hör­bar näher­ten in einer Wei­se, die mir koor­di­niert zu sein schien. Poli­zis­ten such­ten auf dem Fried­hof nach zwei Frau­en. Ich hat­te kurz zuvor beob­ach­tet, wie sie den Fried­hof betra­ten. Sie tru­gen schwar­ze Klei­der und schwar­ze Stie­fel und schwar­ze Hand­schu­he, auch ihr Haar war schwarz gefärbt und ihre Augen wie von Koh­le umran­det, sie waren voll­stän­dig in Schwarz dar­ge­stellt, aber ihre Haut war weiß gepu­dert. — Vor dem Fens­ter pfei­fen lei­se Vögel wie Spre­chen. — stop



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