sierra : 15.42 UTC — Noch 3927 Wörter und ich werde an dieser Stelle eine halbe Million Wörter notiert haben. Das Zählen der Wörter wurde meiner Schreibmaschine überantwortet. Ich selbst zähle Herzschläge, Eichhörnchen, Hitzewellen, Zeiträume, Schritte, Briefmarken, Stunden und Tage, Lesezeiten, auch Springspinnen, die meinen Schreibtisch bewohnen. Springspinnen gebieten über 8 Augen. Sobald sie springen, ziehen sie einen kaum sichtbaren Faden durch die Luft. Ich selbst spinne Fäden von Gedanken. Auch Sätze sind möglicherweise als Fäden zu betrachten. Wenn ich erzähle, gehe ich auf die Jagd. Das ist denkbar. Heute ist Montag. — stop

Aus der Wörtersammlung: weise
nachtfeuer
ginkgo : 2.33 UTC — Ich wählte meine eigene Telefonnummer, ich wollte mich in dieser Weise erkundigen, ob meine Wohnung noch existierte. Ich dachte, wenn meine Wohnung vielleicht unter Wasser stünde oder in Brand geraten sei, da wäre auch mein Telefon selbst schwer betroffen, demzufolge müsste, wenn mein Telefon sich mit einem langsamen Freizeichen melden würde, eine Aussage möglich sein wie diese in etwa: Weder Wasser noch Feuer! Ich lauschte ein oder zwei Minuten jenem beruhigenden Tonzeichen, plötzlich aber meldete sich eine Stimme: Ja bitte? Das war nun meine eigene Stimme gewesen, die sich meldete und behauptete, gerade erst aufgewacht zu sein. Es ist noch Nacht, sagte meine Stimme, und ich sagte noch, Du hörst Dich an, als wäre ich es selbst, der sich meldete. Kann ich nur bestätigen, antwortete die Stimme, die meine Stimme zu sein schien, das machst Du gut! Ist alles in Ordnung, fragte ich? Ich habe überlegt, ob vielleicht ein Brand ausgebrochen sein könnte wegen Vergesslichkeit, oder Wasser bis an die Decke wegen Vergesslichkeit. Einige Minuten lang sprachen wir noch über das Wetter, es regnete da und dort, und darüber, dass wir vielleicht nicht ganz wach gewesen waren, als wir telefonierten. — stop
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löffel
echo : 22.38 UTC — Etwas merkwürdiges ist geschehen. Ich beobachtete, wie sich eine künstliche Intelligenz (sie wird soeben in diesen Monaten entwickelt, in dem man über sie forscht, als existierte sie in Gedanken schon lange Zeit) mit Wörterbüchern der digitalen Welt in Verbindung setzte. Im Arbeitsspeicher des Zeichenwesens waren plötzlich unter anatomischen Bezeichnungen wissenschaftlicher Art, Begriffe unserer menschlichen Umgangssprache zu bemerken, Körperwörter, beispielsweise, sind nun für das Atoll der Ohren folgende verzeichnet: Trommelfell Ohr Lauschlappen Hörorgan Ohrwaschl Gehör Lauscher Löffel. Für das Atoll der Augen: Pupille Sehloch Glubscher Oculus Auge Sehorgan Sehwerkzeug Gucker. Großartige Sache. — stop
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peter handke : über die mütter von srebrenica
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himalaya : 21.18 — Als ich jung gewesen war, habe ich immer wieder einmal gern in Peter Handkes Journal „Das Gewicht der Welt“ gelesen. Am Nachmittag, heute, suchte ich in meinen Regalen, ich glaube, ich muss das Buch verlegt haben oder verstellt, ich werde später noch einmal nach ihm sehen. Auch habe ich heute in der digitalen Sphäre Hinweise entdeckt auf ein Interview, das Peter Handke mit Alexander Dorin im Jahr 2011 geführt haben soll. Dieser wesentliche Hinweis auf ein furchtbares Gespräch ist in einer präzisen Analyse (Die Spur des Irrläufers) der Schriftstellerin Alida Bremer zu finden. Ich frage mich, ist es nicht vielleicht so, dass das Gespräch eines Autors als sehr viel authentischer anzusehen ist, wahrhaftiger, als Texte, die in den Büchern desselben Autors zu finden sind, vielfach gewendet und überprüft? Hat Peter Handke tatsächlich so gesprochen? Ich las: Überhaupt, diese sogenannten »Mütter von Srebrenica«: Denen glaube ich kein Wort, denen nehme ich die Trauer nicht ab. Wäre ich Mutter, ich trauerte alleine. Es gab die Mütter von Buenos Aires, sehr richtig, die hatten sich zusammengeschlossen und die Militärdiktatoren gefragt, was mit ihren Kindern geschehen ist. Aber diese billige Nachahmung ist scheußlich. Es gibt die Mütter von Buenos Aires, und das genügt. — stop
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lupenvögel
tango : 20.58 — Es ist Sonntag, Oktober, und warm inmitten der Stadt. Louis darf seine Fenster öffnen, Vögel werden keine ins Zimmer kommen, weil Vögel nicht zu hören sind, auch nicht am Morgen, weil Vögel keine da draußen in den Bäumen wohnen, außer einem Rotkehlchen, zwei Tauben und einer Elster, die sind verbürgt, die sind Louis unlängst vor die eigenen Augen gekommen. So ist also Sonntag fast ohne Vögel, die Fenster sind geöffnet, mal schaut Louis zum Fenster hinaus, mal steht er vor seiner schneeweißen Tafel, die in der Nähe des Fensters an einer Wand befestigt ist. Magnete, kleine silbern blitzende Zylinder halten Papiere fest. Auf den Papieren sind Schatten zu erkennen, Wolken von winzigen Zeichen. Je näher man der Tafel kommt, desto deutlicher sind Zeichenblöcke zu erkennen, eine Ordnung in Wolken von Zeichenvögeln, jeder der Vögel eine Geschichte, hunderte Textvögel, die nicht zu entziffern sind mit bloßem Auge. Sobald Louis in seinen Werken liest, nähert er sich seiner Vogelsammlung mittels eines Mikroskops, welches sich an einem filigranen Arm befestigt, millimeterweise über den schneeweißen Metallhimmel hin und her fahren lässt. So steht er und liest und sucht in seinen Gedanken, Erfindungen, Erzählungen. Alles ist dort sichtbar oder unsichtbar zunächst für menschliche Augen oder menschliche Erinnerung, alles liegt vor, Erkenntnisse, Ergebnisse, Irrtümer, das Glück und Unglück der Worte, der Sätze, alles. — stop

ai : SRI LANKA

MENSCH IN GEFAHR: „Der Schriftsteller Shakthika Sathkumara wurde am 1. April 2019 festgenommen, als er auf einer Polizeiwache erschien, um eine Aussage zu einer Beschwerde zu machen, die buddhistische Mönche hinsichtlich seiner Kurzgeschichte eingereicht hatten. Er wurde unter Paragraf 3(1) des IPbpR-Gesetzes und Paragraf 291(B) des srilankischen Strafgesetzbuchs angeklagt. Diese Paragrafen lassen eine Freilassung gegen Kaution seitens regulärer Amtsgerichte nicht zu. Deshalb befand sich Shakthika Sathkumara fast vier Monate lang in Haft. Seine nächste Anhörung soll am 30. September vor dem Obersten Gerichtshof stattfinden. / Shakthika Sathkumaras literarische Arbeit ist von mehreren Organisationen, darunter auch dem Ministerium für kulturelle Angelegenheiten und der Kulturabteilung des Ministerpräsidenten der Nordwestprovinz, für Auszeichnungen vorgeschlagen worden. Paragraf 3(1) des IPbpR-Gesetzes und Paragraf 291 des Strafgesetzbuchs kriminalisieren das Propagieren von rassistischem und religiösem Hass, der Diskriminierung, Feindseligkeit und Gewalt schürt./ Die Festnahme von Shakthika Sathkumara ist Teil einer beunruhigenden Tendenz, das IPbpR-Gesetz dazu zu nutzen, friedlichen Aktivist_innen und Autor_innen in Sri Lanka die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Gedanken‑, Gewissens- und Religionsfreiheit abzusprechen. Diese Rechte sind jedoch im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte festgeschrieben. Im Mai 2019 wurde eine Frau namens M. R. Mazahima unter dem IPbpR-Gesetz festgenommen, weil sie eine Bluse mit dem Aufdruck eines Schiffsteuerrades getragen hatte. Als Begründung wurde von den anzeigenden Personen fälschlicherweise angegeben, dass dies ein buddhistisches Symbol sei. Sie wurde mehr als drei Wochen lang in Gewahrsam gehalten, bis ihr endlich Kaution gewährt wurde. Im Juni 2019 wurde dem Kolumnisten Kusal Perera unter dem IPbpR-Gesetz mit der Festnahme gedroht, weil er über den zunehmenden extremistischen Sinhala-Buddhismus in Sri Lanka geschrieben hatte. / Der willkürliche Einsatz des IPbpR-Gesetzes – das Menschenrechte schützen und nicht gegen sie verstoßen soll – hat zu einem schwierigen Klima im Land geführt. In Sri Lanka reagieren die Behörden extrem sensibel auf vermeintliche Verunglimpfungen des Buddhismus und werden direkt von bestimmten Gruppen buddhistischer Mönche beeinflusst, die die Festnahme und Strafverfolgung von Personen verlangen, von der sie meinen, dass sie die Religion verunglimpft haben./ Gemäß dem IPbpR, an dessen Umsetzung Sri Lanka gebunden ist, darf das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Gedanken‑, Gewissens- und Religionsfreiheit nur in einem engen, klar definierten Rahmen eingeschränkt werden. Einschränkungen dieser Rechte sind nur dann zulässig, wenn sie nötig sind, um die Rechte und Freiheiten anderer oder bestimmte öffentliche Interessen (wie z. B. die nationale bzw. öffentliche Sicherheit, die öffentliche Ordnung oder die öffentliche Gesundheit oder Moral) zu schützen, und wenn sie für diesen Zweck nachweisbar notwendig sind. Indirekte oder direkte Kritik an einer Religion oder einem Glaubenssystem darf nicht als Volksverhetzung kriminalisiert werden.“ - Hintergrundinformationen sowie empfohlene schriftliche Aktionen bis spätestens zum 17.10.2019 unter > ai : urgent action
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regen
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bamako : 18.55 UTC Morgen oder übermorgen werde ich eine Geschichte erzählen, die mit Jack Kerouac in einer gewissen losen Verbindung stehen wird. Als ich die Geschichte zu notieren begann, erinnerte ich mich an einen Text, den ich vor 11 Jahren an dieser Stelle bereits gesendet hatte. Es war gleichwohl im September gewesen, es regnete damals und ich spazierte unter einem Regenschirm. Zunächst regnete es Regensand, dann Regenreis, dann regnete es kleine Frösche. Für einen kurzen Moment dachte ich, in einem Film angekommen zu sein, der von Louisiana handelte. Das war ein feines Gefühl gewesen, unter dem klingenden Schirm am Ufer des Mississippi zu stehen und den Fröschen zu lauschen, die auf ihrer letzten Reise vom Himmel erstaunliche, pfeifende Geräusche von sich gaben. Als ich so im Froschregen am großen Fluss stand, erinnerte ich mich wiederum an einen kleinen Text, den ich ein Jahr zuvor bereits geschrieben hatte. Und sofort wusste ich, dass ich diesen Text, sobald ich wieder zu Hause angekommen sein würde, noch einmal lesen sollte. Es ist noch immer, auch heute, 12 Jahre später, ein beruhigender Text, ein Text, der mich berührt. Deshalb will ich diesen kleinen Text, eine Anleitung zum Glücklichsein, noch einmal, zum dritten Mal, für Sie wiederholen: Man verlasse das Haus. Sorgfältig alle Bewegungen des Verkehrs beachtend, gehe man so lange durch die Stadt, bis man auf eine Buchhandlung trifft. Dort kaufe man Cortazar, Julio – Geschichten der Cronopien und Famen. Dann gehe man spazieren, trage den schmalen Band durch die Straßen, bis man einen Park erreicht, wenn Sommer, oder ein Café, wenn Winter ist. Man nehme Platz und lese. Über den Umgang mit Ameisen beispielsweise oder wie wunderbar angenehm es ist, ein Spinnenbein postalisch an einen Außenminister aufzugeben. Oder man lasse sich im Uhrenaufziehen oder im Treppensteigen unterweisen. Jetzt bereits wird man eine leichte Wärme spüren, die aus der Gegend des Bauches nach oben und unten in Arme und Beine auswandert. Also lese man weiter, lausche jenen angenehmen Geräuschen im Kopf, diesem sagen wir: Jedermann wird schon einmal beobachtet haben, dass sich der Boden häufig faltet, dergestalt, dass ein Teil im rechten Winkel zur Bodenebene ansteigt und der darauffolgende Teil sich parallel zu dieser Ebene befindet, um einer neuen Senkrechte Platz zu machen. Oder jenem: Treppen steigt man von vorn, da sie sich von hinten oder von der Seite her als außerordentlich unbequem erweisen. It works. — stop![]()
von blüten
lima : 15.01 UTC — Vor der Verkündung des Urteils hat sich das Gericht vornehm zurückgezogen. Der Angeklagte sitzt auf seinem Platz und wartet. Links und rechts etwas erhöht haben sich auch seine Verteidiger, zwei angesehene Anwälte der Stadt, von ihren Plätzen nicht erhoben, man rechnet mit einer raschen Entscheidung. So auch der Staatsanwalt, ein jüngerer Herr, nicht einmal seine Robe hat er abgelegt, währenddessen er den Angeklagten gleichen Alters in einer vorsichtigen Art und Weise betrachtet, als sei er sich nicht sicher, mit seinem Plädoyer eine ausreichende Begründung für die hohe Strafe dargelegt zu haben, die er zuletzt über den Angestellten der städtischen Bibliotheken zu werfen forderte. Genau so hatte er noch gesprochen, werfen, nicht verhängen solle man eine Strafe über diesen Mann, der sich hier im Saale höchst unauffällig benommen hatte. Wann hatte er die erste Blume freigelassen, wann den ersten Samen ausgestreut? War es ihm denn nicht in den Sinn gekommen, dass er unrecht handelte, als er mit Vorsatz versuchte Urwald in der Stadt auszusetzen? Ja, wie konnte er denn glauben, dass man ihn ohne Strafe davon kommen lassen würde, nachdem seine Larentiae Sinensios vor dem Opernhaus das Pflaster sprengten, nachdem man im schönsten der zentralen Parks gerade noch verhindern konnte, dass der goldrote Samenstaub der Lobelia Frasensis sich des Palmenhauses bemächtigte? Ja wie konnte er gestatten, dass man ihn rühmte als einen guten Menschen, da doch die von ihm vornehmlich unter der Straßenbahnfahrt in die Luft gepuderten Kostbarkeiten der Nemuso Lasastro in den Lungen der städtischen Bürger wundersame Blüten zu treiben begannen? Man hatte lange Zeit Mühe, sie in ihrem Wachstum zu begrenzen. Das Wunder ihrer feuerroten Kelche drang aus den Gräbern derer, die an den Blüten erstickten. Dort, unter den Ulmen und Kastanienbäumen, kämpften die Gärtner einen ungleichen Kampf, wie ihre Brüder und Schwestern in den Hängenden Gärten der gläsernen Bankentürme, die vergeblich versuchten, die Taraxaca des gefräßigen Schäferkorbbaums aus ihren Häusern zu kämpfen. Morgens, wenn die herrliche Oktobersonne von Osten her in die riesigen Atriien schien, sah man wohlgeformten Fallschirme dieser fruchtbarsten Pflanzengeschöpfe in den künstlichen Winden des Gebäudes auf und niedergehen. Es war dies die Stunde, da man sich geschlagen gab, um dann doch wieder auszuschwärmen, um den Notrufen zu folgen, die von verzweifelte Angestellten aus ihren Büros abgesetzt worden waren. Der junge Staatsanwalt sieht durch das kühle Licht des Saales zu dem Angeklagten hinüber, und ein Schauer überläuft ihn bei dem Gedanken, dass gerade jene von der Stadt bezahlten Stunden des Studiums es den Bibliothekaren ermöglichten, in den biologischen Sammlungen und Archiven nach den Gierigsten unter den Blumen dieser Welt zu forschen. Er sieht diesen bescheidenen Herrn an einem behördlichen Schreibtisch sitzen, einem hölzernen, wie er die Fächer seiner ledernen Tasche mit Samen munitioniert. Und dann sieht er ihn spazieren, da dort lächelnd eine Dosis Blütensamen auf den Boden werfend, sodass schon bald darauf im Wechsel der Duft von Kamille, der Duft der blauen Andenhyazinten vom Schotter der Straßenbahngeleise aufzusteigen begann. Aus der Regenrinne des Polizeipräsidiums wuchert noch heute eine Commeline Cestre himmelhoch über Radioantennen hinaus, das Bersten ihrer Nüsse im Oktober ist noch über hunderte Metern hin deutlich zu hören, es sind Schüsse, es ist die reinste Gefahr, die dort über den Dächern der Stadt auf den Winter lauert. Da sitzen sie nun, ein junger Herr, ein Samenwerfer und ein junger Staatsanwalt, und warten auf das Urteil, das eine gerechte Strafe aussprechen möge. — stop

von teefliegen
ulysses : 22.55 UTC — Wie ist das mit der Wirklichkeit oder der Wahrheit in meinem schreibenden Leben? Jahrelang wohnte etwa eine Schnecke in meiner Wohnung, außerdem ein Lichtenbergfalter, Springspinnen, Libellen, ein Puma und Teefliegen, immer wieder Teefliegen. Ich habe sie mit eigenen Augen alle gesehen oder mit meinen erfindenden Augen, die in meinem Kopf verweilen. Ich könnte deshalb sagen, nicht jeder meiner Trompetenkäfer wäre vorzeigbar, aber doch vorstellbar. Nun habe ich eine weitere deutliche Spur gelegt hin zur Arbeitsbeschreibung, Radar ist zu lesen unter jedem meiner Particles – Texte, ein Hyperlink, der auf einen Text verweist, welcher meine Arbeit beschreibt. Dieser Text existiert seit 12 Jahren, heute habe ich entsprechende Textpassage, die Wirklichkeit und Erfindung bedeutet, zunächst unterstrichen, dann, wenige Minuten später in kursive Zeichen gesetzt. Das muss genügen. — Ich wünschte, eine Raupe würde noch heute durch mein Zimmer spazieren. — stop

im park
himalaya : 15.45 UTC — Ob vielleicht digitale Texte existieren, welche über eine nicht endende Zahl von Zeichen verfügen, Texte, die sich wie von selbst fortschreiben, Texte, die von Bots aus Archiven digitalisierter Bücher gefertigt werden, die sie in der Art und Weise Nest bauender Vögel verweben. Da und dort werden Zeichensätze eingefügt, Passagen, die wie Klebstoffe wirken, Transfertexte, welche bestehende Texte schrittweise ausblenden, um neu hinzukommende Texte ebenso behutsam einzublenden, Passagen, die zunächst vom Schlafen erzählen, dann vom Erwachen. Da sitzt man nun Jahr um Jahr abends in einem Park und liest und wundert sich, weil es im Text immerzu weitergeht. — Noch immer kein Regen. Kaum Fliegen, kaum Käfer, kaum Falter in der Luft. — stop
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