Aus der Wörtersammlung: einmal

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regenzeit

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alpha : 20.15 UTC — Tief­see­tauch­bü­cher, von der NASA zur Prü­fung astro­nau­tisch Rei­sen­der ent­wi­ckelt, wer­den ab sofort als Regen­bü­cher gehan­delt. Sie sol­len sich in tro­pi­schen Gegen­den gut ver­kau­fen. Haben Sie schon ein­mal mit E.E.Cummings Sel­ec­ted Poems geba­det, mit Heming­ways Fies­ta oder Doro­thy Par­kers The por­ta­ble? Wei­te­re Wer­ke wer­den fol­gen: Homer, Beckett, Carson McCul­lers. — stop

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gespräch

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tan­go : 17.01 UTC — Ich will schnell erzäh­len, wie ich unlängst mit einer Maschi­ne, wäh­rend sie mei­nen Cap­puc­ci­no zube­rei­te­te, gespro­chen habe. Ich sag­te: Hey, einen Cap­puc­ci­no bit­te. Und die Maschi­ne ant­wor­te­te: Hey, wird gemacht! Also war­te­te ich. Indem ich war­te­te, hör­te ich der Maschi­ne zu. Ich ver­nahm eini­ge plau­si­ble Geräu­sche aus dem Inne­ren des Gehäu­ses, außer­dem eini­ge Geräu­sche, die nicht sehr plau­si­bel waren. Das waren Geräu­sche des Pfei­fens oder Sin­gens, Geräu­sche, die ent­we­der mei­ner Unter­hal­tung dien­ten oder weil sich die Maschi­ne tat­säch­lich selbst, wäh­rend sie arbei­te­te, eine Freu­de mach­te. Ich habe schon oft genau so war­tend vor genau die­ser Maschi­ne gestan­den, ich ver­mu­te, dass mich die Maschi­ne inzwi­schen kennt, viel­leicht sogar Zeit­punk­te, da ich zu ihr kom­men wer­de, also Gewohn­hei­ten mei­nes Lebens. Ein­mal, als ich den Stand­ort der Maschi­ne erreich­te, war mein Cap­puc­ci­no bereits fer­tig gewe­sen. Das ist schon selt­sam, nicht wahr, ich begann über Fähig­kei­ten der Maschi­ne nach­zu­den­ken. Kann die­se Maschi­ne viel­leicht sehen oder ver­mag sie mei­nen Duft wahr­zu­neh­men? Dass sie über einen Hör­sinn oder über eine spe­zi­el­le Art eines hören­den Sen­sors ver­fügt, steht für mich schon lan­ge fest, weil sie mich begrüßt. Manch­mal erkun­digt sie sich nach mei­nen Wün­schen. Mein lie­ber Lou­is, will sie wis­sen, einen Cap­puc­ci­no oder doch etwas ande­res Hei­ßes zur Fei­er des Tages? An die­sem Mor­gen, von dem ich eigent­lich erzäh­len will, ist aber doch etwas sehr Selt­sa­mes gesche­hen. Viel­leicht war es der Wind, jeden­falls fiel eine Papp­tas­se aus dem Bauch der Maschi­ne auf einen Vor­satz unter einem Hahn, aus dem bald hei­ßer Kaf­fee kom­men soll­te. Die Tas­se lan­de­te etwas schräg und ver­harr­te in die­ser Posi­ti­on. Die Maschi­ne sag­te zu mir: Becher bit­te set­zen. Mein Gott, das war selt­sam! Ich dach­te, wer nur hat die­se Spra­che erfun­den, mög­li­cher­wei­se die Maschi­ne selbst? Ich streck­te mei­ne Hand nach dem Becher aus. In dem Moment, da ich den Becher anhe­ben woll­te, spritz­te hei­ßer Kaf­fee auf den Rücken mei­ner Hand, wes­we­gen ich mit lei­ser Stim­me pro­tes­tier­te. Ich sag­te: Ver­dammt! Die Maschi­ne ant­wor­te­te: Ver­zei­hung. — stop
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auf hoher see

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bamako : 15.08 UTC — Ich hör­te von einem adop­tier­ten Jun­gen, der ger­ne den Nach­na­men sei­ner Nach­barn anneh­men möch­te. Sei­ne neu­en Eltern hei­ßen näm­lich Sim­bar­ski — Koh­le­berg, oder so ähn­lich, sei­ne Nach­barn Weber. Er selbst heißt Tobi­as, mit Vor­na­men, sein ursprüng­li­cher soma­li­scher Name ist unbe­kannt, er habe ihn, sagt er, ver­ges­sen, er wis­se nicht war­um, sein Name sei irgend­wo auf der Flucht ver­lo­ren gegan­gen. Spä­ter ein­mal will er Fluss­schiff­ka­pi­tän wer­den. Der Jun­ge meint eines die­ser gro­ßen Boo­te, die Pas­sa­gie­re beför­dern, er will eine wei­ße Uni­form tra­gen und auf sei­nem eige­nen Schiff zur See fah­ren. Zur­zeit arbei­tet er noch als Brief­trä­ger, er ist gera­de 20 Jah­re alt gewor­den. Er berich­tet, dass er in der ers­ten Stadt, in der er in Euro­pa wohn­te, nicht ver­stan­den habe, was Fahr­rad­we­ge sind, er habe sie für Flücht­lings­we­ge gehal­ten, wäh­rend die Ein­hei­mi­schen auf Bür­ger­stei­gen spa­zie­ren. — stop

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vom erzählen

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alpha : 15.08 UTC — Men­schen, die in erle­ben­der Art und Wei­se erzäh­len, oder aber Men­schen, die reflek­tie­rend erzäh­len, distan­ziert, vor­sich­tig. Erle­bend erzäh­len­de Men­schen sind sehr häu­fig schnell und eher wild spre­chen­de Per­so­nen. Das Erleb­nis ver­wirk­licht sich in der Sekun­de, da Wör­ter in der Luft erschei­nen, auch Ges­ten, Augen­bli­cke. Wie ich mich wun­der­te, dass erleb­te Geschich­ten sich vor mei­nen Ohren, wie Lebe­we­sen ver­hal­ten, sie wer­den schnel­ler oder lang­sa­mer, wach­sen, man­che trock­nen aus, schei­nen zu ver­hun­gern, blü­hen wie­der auf. — Ein­mal, vor genau 10 Jah­ren, notier­te ich das Wort Kurz­stre­cken­er­zäh­ler. Wor­an habe ich gedacht? — stop

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vom schlafen

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del­ta : 4.38 UTC — Ich saß an Dei­nem Bett, lie­be schla­fen­de Mut­ter, Stun­de um Stun­de. Immer wie­der dach­te ich, wie schwer es doch ist, zu einem Men­schen zu spre­chen, der schläft. Ob Du mich hören kannst? Viel­leicht soll­te ich sum­men? Oder doch wei­ter spre­chen? Ich such­te nach einem Text, den ich ein­mal für Dich geschrie­ben hat­te. Ich dach­te, ich wer­de Dir die­sen klei­nen Text vor­le­sen, und wenn ich an sei­nem Ende ange­kom­men sein wer­de, wer­de ich von vorn begin­nen. Es geht ver­mut­lich dar­um, dass Du mei­ne Stim­me hörst, nicht dar­um, was genau ich lese an die­sem Mor­gen, als es noch dun­kel war im Haus. Was hör­te, was höre ich? Ich höre ein sir­ren­des Geräusch. Das Geräusch näher­t sich, es kommt über die Trep­pe abwärts her­an. Zunächst ist nichts zu sehen, dann aber eine Dei­ner drei Bril­len, lie­be Mut­ter, die seit dem Vor­abend über zar­te Roto­ren ver­fü­gen, wel­che in der Lage sind, Bril­len­kon­struk­tio­nen durch die Luft zu bewe­gen, durch Räu­me oder den Gar­ten. Dei­ne Bril­le kommt näher, durch­quer­t das Wohn­zim­mer, kreis­t ein­mal um mei­nen Kopf, lan­de­t schließ­lich sanft auf dem Ess­ti­sch in der Nähe des Stuh­les, auf dem Du hof­fent­lich ein­mal wie­der Platz neh­men wirst. Über drei Bril­len ver­fügst Du, lie­be Mut­ter, und jede die­ser Bril­len kann nun flie­gen. Eine Bril­le wird im Dach­ge­schoss sta­tio­nieren, eine wei­te­re Bril­le im Erd­ge­schoss, die drit­te Dei­ner Bril­len, lie­be Mut­ter, zu ebe­ner Erde. Wie sie zu blin­ken begin­nen, Dioden in gel­ber Far­be, Zei­chen, dass sie sich mit­tels unhör­ba­rer Funk­si­gna­le ori­en­tie­ren. Das Suchen hat nun ein Ende, alles wird gut, Du darfst erwa­chen. – stop
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samarkand

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echo : 0.28 UTC — Am Tele­fon erzähl­te unlängst eine Freun­din, die 32 Jah­re län­ger lebt als ich selbst, sie höre mir gern zu, auch dann, sag­te sie, wenn du schnell sprichst. Sie gehe manch­mal kurz in die Küche und mache sich einen Tee oder lese in einem Buch über die Stadt Samar­kand. Hin und wie­der ste­he sie auf dem Bal­kon und betrach­te den Abend­him­mel, das Tele­fon ruhe indes­sen stets in Hör­wei­te auf dem Wohn­zim­mer­tisch. Ich ver­neh­me Dich also, lie­ber Lou­is, ich mag dei­ne Stim­me, aber Du soll­test ler­nen, Pau­sen zu machen, lang­sa­mer zu wer­den. Ich ant­wor­te­te: Ja, das ist gut, ich bin schon seit eini­gen Wochen in der Übung lang­sa­mer zu wer­den. Es ist sehr ange­nehm, lang­sam zu gehen und lang­sam oder gar nicht zu spre­chen. Fort­an wer­de ich, das ist ein Ver­spre­chen, immer wie­der ein­mal zu Hau­se oder unter­wegs eine Pau­se ein­le­gen. Dann frag­te ich: Was macht man denn so in einer Pau­se? — Es ist sehr schön wie mei­ne Freun­din lacht. Sie reist viel her­um, nach Ame­ri­ka, nach Paris, nach Jeru­sa­lem. — stop
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im aquarium

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india : 20.01 UTC — Ein­mal beob­ach­te­te ich in der Unter­was­ser­ab­tei­lung eines zoo­lo­gi­schen Gar­tens Medu­sen und Hai­fi­sche, auch Bunt­bar­sche und See­ster­ne. Es war dort bei­na­he dun­kel gewe­sen, Besu­cher flüs­ter­ten, wohl weil man im Schat­ten­licht lei­se spricht. Als ich mich gera­de umdre­hen woll­te, um nach einem Aus­gang zu suchen, ent­deck­te ich einen klei­ne­ren Behäl­ter, der auf einem Sockel inmit­ten des Saa­les ruh­te. Da schweb­te ein Wesen in dem Behäl­ter, das ich noch nie zuvor gese­hen hat­te. Ich dach­te, tat­säch­lich exis­tie­ren Unter­was­se­r­en­gel, Per­sön­lich­kei­ten, die sich ein Maler aus­ge­dacht haben könn­te. Eini­ge Minu­ten lang war­te­te ich dar­auf, doch end­lich wach zu wer­den, indes­sen der Unter­was­se­r­en­gel mich sei­ner­seits zu beob­ach­ten schien. Kurz dar­auf näher­te sich ein Mit­ar­bei­ter des Aqua­ri­ums, er strich mit einem Fin­ger über die Schei­be hin, der Fisch folg­te dem Fin­ger, als ob er mit ihm befreun­det sei. Ich sag­te, das ist ein selt­sa­mer Fisch, eine Art Unter­was­se­r­en­gel. Nein, ant­wor­te­te der Mit­ar­bei­ter, das ist ein Fet­zen­fisch. Das kann nicht sein, erwi­der­te ich, eine selt­sa­me Bezeich­nung für ein so wun­der­vol­les Wesen. Eine Wei­le dis­ku­tier­ten wir über das Recht oder Unrecht, Namen an Tie­re oder Pflan­zen zu ver­ge­ben. In die­ser Zeit beob­ach­te­te uns der Fisch auf­merk­sam. Plötz­lich dreh­te er sich um und ver­schwand in einer Höh­le, so als habe er die Ent­schei­dung getrof­fen, genau in die­sem Moment sei­nen Arbeits­tag als Fet­zen­fisch zu been­den. — stop

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sisulu

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del­ta : 6.15 UTC — In der ver­gan­ge­nen Nacht hat­te ich einen merk­wür­di­gen Traum. Ich war in der Däm­me­rung mit mei­nem Trom­pe­ten­kä­fer abends spa­zie­ren im Pal­men­gar­ten. Die Luft duf­te­te nach Flie­der, obwohl schon Juni gewor­den war. Der Käfer, dem ich kurz nach sei­ner Ent­wick­lung den Namen Sisu­lu 8 gege­ben hat­te, hock­te auf mei­ner rech­ten Schul­ter, wes­we­gen ich vor­sich­tig einen Fuß vor den ande­ren Fuß setz­te, weil ich natür­li­cher­wei­se von der Flug­un­fä­hig­keit des klei­nen Wesens wuss­te, er war nicht zum Flie­gen aus­ge­dacht, son­dern zum Trom­pe­ten­spie­len. Ich ging also ganz lang­sam nord­wärts vor­bei an einer wun­der­ba­ren Som­mer­wie­se, die von den Schlaf­ge­räu­schen der Heu­schre­cken lei­se knis­ter­te, erreich­te dann nach zwei Stun­den lang­sa­men Gehens eine höl­zer­ne Bank am Ran­de einer wei­ten Step­pen­land­schaft, es war schon Nacht gewor­den. Ich nahm Platz auf der Bank, über­schlug die Bei­ne und setz­te den klei­nen Käfer auf mein rech­tes Knie. Unver­züg­lich begann Sisu­lu 8 zu spie­len in einer Wei­se, wie ich es vor lan­ger Zeit schon ein­mal zu beschrei­ben ver­such­te. Bald war ich ein­ge­schla­fen, ich weiß nicht genau, wie lan­ge Zeit ich geschla­fen hat­te, als ich erwach­te, saß Maceo Par­ker neben mir auf der Bank. Er hat­te sich mit sei­nem rech­ten Ohr mei­nem Knie genä­hert, ich wag­te in die­sem Augen­blick kaum zu atmen, das muss man sich ein­mal vor­stel­len, Maceo Par­ker auf einer Nacht­bank neben mir sit­zend, wie er mei­nem Käfer­freund Sisu­lu lauscht. Es ist jetzt schon bald Mor­gen­däm­me­rung, mei­ne Güte, und ich bin noch immer nicht wirk­lich wach gewor­den. — stop
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ein millionstel gramm wort

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sier­ra : 15.38 UTC — Ich ver­fü­ge jetzt über eine wei­te­re Schreib­ma­schi­ne. Das ist so, weil ich sie mir gekauft habe. Leicht ist sie und flach. Wenn mei­ne neue Schreib­ma­schi­ne in der Hit­ze der Tag- oder Abend­luft atmet, um sich zu küh­len, ist von ihren Atem­ge­räu­schen nichts zu hören. Selbst dann, wenn ich ein Ohr an ihr Gehäu­se lege: Stil­le. Ich könn­te sie unter mei­nem Hemd ver­ber­gen, weil sie so flach ist, nie­mand wür­de sie bemer­ken. Ein­mal notier­te ich: Wenn das so wei­ter geht mit dem Leich­ter­wer­den der Schreib­ma­schi­nen, wer­de ich bald Schreib­wer­ke zur Ver­fü­gung haben, die von gerin­ge­rer Schwe­re sind als die Papie­re, die ich mit ihren Zei­chen fül­le. — Wie viel genau wiegt eigent­lich die­ses elek­tri­sche Wort, das gera­de vor mir auf dem Bild­schirm erscheint? S i e r r a. Wie vie­le Male wird das Wort S i e r r a heu­te oder mor­gen auf wei­te­ren Bild­schir­men auf­ge­ru­fen wer­den, wie lan­ge Zeit jeweils sicht­bar sein? Es ist denk­bar, dass das Wort S i e r r a , das in Euro­pa vor weni­gen Minu­ten ver­zeich­net wur­de, schwe­rer wiegt, sobald es in Aus­tra­li­en auf einem Bild­schirm erscheint, als das­sel­be Wort, wenn wir es in Euro­pa lesen, 1 Mil­li­ons­tel Gramm schwe­rer, sagen wir, um 1 Mil­li­ons­tel Gramm Koh­le schwe­rer und um den Bruch­teil einer Sekun­de. — stop

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ich war im flur spazieren

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tan­go : 15.06 UTC — Über einen lan­gen Flur eines Schif­fes wan­dernd, begeg­ne­ten mir zwei Män­ner, ein jun­ger und ein etwas älte­rer Mann. Wie sie näher kamen und ihre Stim­men in mei­nen Ohren des­halb lau­ter wur­den, hör­te ich, dass sie sich über ein Büro unter­hiel­ten, in wel­ches einer der bei­den Män­ner vor weni­gen Tagen erst ein­ge­zo­gen war. Es ging in dem Gespräch außer­dem um Möbel. Die Män­ner waren sich, so mein Ein­druck, nicht ganz einig gewe­sen. Sie dis­ku­tier­ten, ein lau­tes, lachen­des, ein leben­di­ges Gespräch, wes­halb ich umdreh­te und den Män­nern in dezen­tem Abstand folg­te, ich woll­te Ihnen heim­lich zuhö­ren, was ver­mut­lich nicht ganz höf­lich gewe­sen war. Ich glau­be, die zwei Män­ner bemerk­ten mich glück­li­cher­wei­se nicht. War­um ist dein neu­es Büro so leer? Woll­te der eine Mann, er war wirk­lich noch sehr jung gewe­sen, von dem ande­ren, dem älte­ren Mann wis­sen? Das ist so, ant­wor­te­te der alte Mann dem jun­gen Mann, hör zu, ich will unab­hän­gig leben von mei­nem Büro, ich will nicht mit ihm ver­wach­sen sein. Wenn ich von mei­nem Büro ein­mal getrennt wer­den soll­te, ist der Schmerz dann nicht so groß, wenn ich aber mit mei­nem Büro ver­wach­sen sein wür­de, könn­te man mir Schmer­zen zufü­gen, man könn­te sagen, Sie dür­fen blei­ben, wenn sie folg­sam sind, man könn­te mich erpres­sen, ver­stehst Du, man könn­te mich mit leich­ter Hand fer­tig machen. Des­halb sind in mei­nem Büro nur ein Stuhl und ein Tisch und Papie­re, ein Obst­korb, eine beson­de­re Tafel, die beschrif­tet wer­den kann und wie­der gerei­nigt von Far­be, eine Zeich­nung wei­ter­hin, die einen Mann zeigt, der sein Fahr­rad zer­leg­te, außer­dem sind da noch, eine Kaf­fee­tas­se, drei Stüh­le für Gäs­te, ein klei­ner Kühl­schrank, ein Regal mit 176 Büchern, ein Tep­pich, wel­chen ich auf einer Rei­se nach Marok­ko ent­deck­te, eine Steh­lam­pe, die sich gleich hin­ter mei­nem Schreib­tisch befin­det, ein wun­der­bar war­mes Licht strömt von dort, eine zwei­te Lam­pe auf dem Schreib­tisch, die im Win­ter zusätz­lich Licht spen­den wird, ein klei­nes Sofa, Blei­stif­te in einem Blei­stift­ge­fäß, ein Tele­fon, zwei Kak­teen, fünf Orchi­deen auf der Fens­ter­bank, ein Käfig mit einem Zei­sig­pär­chen, drei Schreib­ma­schi­nen, eine Foto­gra­fie, die mei­ne Gelieb­te zeigt, wie sie lächelt, ist das nicht wun­der­bar. — stop



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